Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.08.2012

16:13 Uhr

IBM gegen Microsoft

Die Schlacht der IT-Giganten

VonAxel Oppermann

Wer gewinnt den Kampf um Millionen Büros in der ganzen Welt - IBM oder Microsoft? Die kommenden Monate werden äußerst wichtig sein für die beiden Großkonzerne.

Microsoft muss sich mehrerer Angreifer erwehren. AFP

Microsoft muss sich mehrerer Angreifer erwehren.

Im Jahr 2012 werden Unternehmen in Deutschland nach Analysen der Experton Group etwa 650 Millionen Euro für Kollaborationslösungen ausgeben. 2016 werden es sogar noch knapp 100 Millionen Euro mehr sein. Neben Messaging- und Konferenzlösungen ist der dominierende Investitionsbereich bei Groupware-Lösungen zu finden. Als Groupware wird eine Software zur Unterstützung der Zusammenarbeit in einer Gruppe über zeitliche und/oder räumliche Distanz hinweg bezeichnet. Reduziert betrachtet, wird Groupware mit einer Kombination von Client-/Server-Produkten, die auf dem MAPI-Protokoll – also einer Schnittstelle für die Programmierung von nachrichtenverarbeitenden Programmen – basieren gleichgesetzt. Namhafte Lösungen, die als Groupware umschrieben werden, sind Lotus Notes von IBM, Groupwise von Novell oder Exchange von Microsoft sowie Zimbra von VMware. Führend beim Marktanteil ist hier Microsoft.

Finale Version: Wie gut ist Windows 8 wirklich?

Finale Version

Wie gut ist Windows 8 wirklich?

Die fertige Version von Windows 8 bestätigt, was zu befürchten war: ein gewisses Chaos. Aber sie hat auch Zukunft, vor allem für kommende Windows-8-Geräte. Der Test klärt, ob auch alte Hardware profitiert.

Auch in der gesamten Office-Produktivitätswelt, welche vom Office-Client bis zu entsprechenden Serverprodukten für Zusammenarbeit und Kommunikation reicht, ist Microsoft gegenwärtig dominierend in Deutschland. Durch die Weiterentwicklung und zunehmende Integration der eigenen Produkte sowie Lösungen von anderen Software-Herstellern, konnte quasi eine Win-Win-Situation erzielt werden; eine für Microsoft sehr lukrative Situation.

Lange Zeit gab es keinen Grund anzunehmen, warum das Geschäftsmodell zusammenbrechen oder ernsthafte Konkurrenz bekommen sollte. Microsoft profitiert hier auch von einem geschickten Geschäfts- und Lizenzmodell, welches auf der einen Seite darauf ausgerichtet ist, an einer Steigerung der Wirtschaftsleistung im Allgemeinen und einer Zunahme von IT-Anwendern im Unternehmen im Besonderen zu partizipieren. Auf der anderen Seite steht eine starke Diversifikation der Nutzungsrechte bei gleichzeitiger Schaffung neuer Bedarfe im Fokus. Durch die Entwicklung – bzw. die „Erweckung“ – neuer Bedürfnisse wird eine entsprechende Befriedigung der Bedarfe getrieben. Auch waren nicht viele potente Herausforderer mehr am Markt aktiv. Hinzu kommt, dass dominierende Anbieter gern Marktentwicklungen beeinflussen, ausbremsen und den Status Quo beibehalten. So können diese führenden Anbieter die “Kuh” (also bereits bearbeitete Märkte, in denen sie eine vorherrschende Position einnehmen) weiter melken. Oder in anderen Worten: Ein guter Hirte schert seine Schafe. Und so wurde der Markt von Microsoft entsprechend entwickelt.

Jetzt jedoch ist ein Punkt erreicht, an dem viele Anwender bewusst erkennen oder unbewusst fühlen, dass sie das bisherige Angebotene nicht mehr so zufriedenstellt. Es kommen zahlreiche neue und altbekannte Anbieter mit frischen Lösungen auf den Markt, die die Anwender dort abholen, wo es sie schmerzt: Nämlich in der professionellen und pragmatischen Vernetzung mit anderen Menschen zur Befriedigung von individuellen (und organisatorischen) Zielen. Zu den Anbietern zählen exemplarisch Jive, Atlassian oder IBM. Sie alle tummeln sich in dem Markt, der mit dem Begriff „Social Business“ umschrieben wird. Social Business hat nicht – zwingend – etwas mit „sozial“ gemein. Im Englischen wird unter dem Begriff „social“ die Gesellschaft an sich verstanden. Wer „social“ ist, ist „gesellschaftlich“, jedoch nicht automatisch auch fürsorglich, vorsorglich oder sozialistisch. Jedoch verschwimmen diese definitorischen Feinheiten in der täglichen Diskussion.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

roadrider

22.08.2012, 20:51 Uhr

Auch wenn ich connections nicht kenne, kann ich doch die Argumentation des Autors an die Adresse von Microsoft nachvollziehen. Ein Enterprise Wiki auf Basis von Atlassian Confluence hat auch einen großen Charm und wird von namhaften innovativen Unternehmen genutzt. Die spannende Fage in der Zukunft wird sein, welches Trägheitsmoment größer ist: Das der Microsoft konditionierten Anwender oder das des großen Tankers selbst. Spannend ist hier der Aspekt Nachwuchs: Unsere Nachwuchs von den Unis nutzt kaum Microsoft Produkte... hier gilt es gar nicht mehr die Plattform zu verteidigen sondern mit Mehrwerten und Nutzen zu überzeugen... und zwar für eine technikaffine Zielgruppe und keine "Business Descision Maker", für die IT eine Black box ist...spannende Herausforderung für die Microsoft Entwickler - und - Marketingabteilungen in den jeweiligen Länderorganisationen

F_Heuer

28.08.2012, 12:17 Uhr

Meines Erachtens eine treffende Analyse. IBM hat sich in der Marktnische spezialisiert und eine führende Rolle im Social Business erreicht - und fordert nun Microsoft in diesem Zukunftsbereich heraus. Connections liegt beispielsweise in einem Kernbereich des Social Business, dem Teilen von Dokumenten vorn, indem die im Social Business wichtigen Metadaten (z.B. Kommentare und Diskussionen) auch beim Teilen ohne Weiteres verfügbar sind. Andererseit ist die Marktpräsenz von SharePoint ein Fakt, so dass die Verbindung von quantitativer Führerschaft und qualitativer Marktposition als eine gute Kombination erscheint.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×