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25.05.2016

12:40 Uhr

IBM-Markenkooperation

Warum Watson in die Sesamstraße zieht

VonCatrin Bialek

IBM und die US-Version der „Sesamstraße“ machen gemeinsame Sache. Supercomputer Watson soll künftig die Vorschulbildung amerikanischer Kinder vorantreiben. Eine ungewöhnliche Markenkooperation, die Schule machen könnte.

Das Krümelmonster bekommt Gesellschaft vom IBM-Supercomputer Watson. dpa

„Sesamstraße“

Das Krümelmonster bekommt Gesellschaft vom IBM-Supercomputer Watson.

DüsseldorfWer an die Kindersendung „Sesamstraße“ denkt, dem fallen vermutlich beliebte Figuren wie das ungleiche Freundespaar Ernie und Bert, das zottelige Krümelmonster, der unheimliche Graf Zahl oder auch Oscar aus der Mülltonne ein. Eine bunte Schar an Puppenpersönlichkeiten, die sich seit 1969 anschicken, die Vorschulbildung der Kinder via Mattscheibe zu verbessern. Wenn es nach dem amerikanischen IT-Konzern IBM geht, dann kommt den Konsumenten beim Wort Sesamstraße künftig allerdings auch der Supercomputer Watson in den Sinn.

Denn Sesame Workshop, die US-Macher hinter der Kindersendung, und IBM haben einen Kooperationsvertrag unterschrieben, der drei Jahre lang für eine bislang einmalige Marken-Zusammenarbeit sorgt: Beide Unternehmen wollen gemeinsam eine Lernplattform sowie Lernsoftware entwickeln, um Vorschülern weltweit das Pauken zu erleichtern.

Künstliche Intelligenz

Daten

Das Computersystem Watson ist einem breiten Publikum seit 2011 bekannt: Es schlug in der Quizshow Jeopardy zwei menschliche Champions. IBM demonstrierte so die Leistungsfähigkeit. Die Programmierer speisten große Datenmengen in das System ein, etwa aus Lexika und Medien.

Sprache

Eine Besonderheit demonstrierte IBM beim Jeopardy-Spiel: Watson versteht natürliche Sprache und kann Ergebnisse per Sprachausgabe verständlich machen. Diese können auch Roboter wie das Modell Nao nutzen.

Funktionen

Watson ist nicht nur eine Wissensmaschine. Anwender können mit dem Computersystem gesprochene Texte erkennen lassen. Zudem eignet es sich für Prognose, etwa um mit Sensordaten vorherzusagen, wann eine Maschine in die Wartung muss.

Dabei nutzen sie die kognitive Watson-Technologie von IBM. Das Computersystem versteht die menschliche Sprache, lernt durch Interaktion, analysiert Daten und liefert Antworten. Dieses Prinzip wendet IBM nun auf die Figuren der Sesamstraße an. US-Vorschulkinder können dann am heimischen Computer mit Krümelmonster & Co. interagieren. Sie bekommen spielerisch Lerninhalte vermittelt.

„In der letzten Generation nutzte die Sesamstraße noch das überall präsente Fernsehen, um auch solche Kinder zu erreichen, die wenig oder keinen Zugang zu Schulen und Vorschulen hatten“, sagt Jeffrey D. Dunn, Chef des Sesame Workshop. „Nun, in der Zusammenarbeit mit IBM und Watson, werden wir eine neue Generation von maßgeschneiderten Lernwerkzeugen entwickeln, mit der Kinder aus allen sozialen Schichten eine bessere und individuellere Förderung in den entscheidenden Jahren erhalten.“

Für IBM ist dies ein wichtiger Schritt. „Die Rolle von Watson für die Strategie und Entwicklung von IBM kann gar nicht hoch genug bewertet werden“, sagt Axel Oppermann, Chef des Beratungsunternehmens Avispador. Die Sparte mit der künstlichen Intelligenz könne wichtiger werden, als es das PC-Geschäft in den 1980er-Jahren war. Den Diensten rund um Watson komme bei der Steigerung von Umsatz und Gewinn in den nächsten Jahren daher die Schlüsselrolle zu. „Für IBM hängt davon sehr viel ab.“

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