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31.01.2005

08:52 Uhr

Im kalifornischen Silicon Valley will der Elektronikgigant Hewlett-Packard zu seinen Wurzeln zurückfinden

Palo Alto weckt Sehnsucht nach dem Gründergeist

VonBolke Behrens

Auf dem Königsweg fährt man einem wahr gewordenen amerikanischen Traum entgegen. „El Camino Real“ haben die spanischen Eroberer den Weg von San Jose nach San Francisco genannt, der nun die nüchterne Bezeichnung Highway 82 trägt. Die kalifornische Staatsstraße ist die Magistrale des Silicon Valley, des amerikanischen Chip-und-Computer-Eldorados.

PALO ALTO. „El Camino Real“ führt am luxuriösen Stanford Shopping Center vorbei, das augenfällig die Kaufkraft dieser Gegend unter Beweis stellt. Das Areal gehört der Stanford University, auf der aller Reichtum basiert. Denn die Hochschule war Ausbildungsstätte von zwei Männern, die von ihrem Professor zur unternehmerischen Selbständigkeit ermuntert wurden und ihre erste Produktion in einem nur ein paar Quadratmeter großen Raum starteten – ohne zu ahnen, dass sich hieraus eine Weltfirma entwickeln würde. Ihre Namen: William Hewlett und David Packard.

Der Ort des Start-ups – nur ein paar Autominuten von Stanford entfernt – ist Palo Alto. Die Adresse lautet Addison Avenue – eine typische amerikanische Vorstadtstraße mit den üblichen, unauffälligen Häusern der Mittelklasse samt den angebauten Garagen. Doch die unscheinbare Garage auf dem Grundstück mit der Nummer 167 ist der erste Arbeitsraum der Gründer des gigantischen Konzerns HP und damit Ursprung der High-Tech-Industrie des Valleys.

In der Garage bastelten Hewlett und Packard zunächst an allerlei technischen Absonderlichkeiten wie einer automatischen Toilettenspülung und einer Ergebnisanzeige für Bowling-Bahnen. Dann bauten sie 1938 für Walt Disney einen Tonfrequenzgenerator und gingen später an die Fabrikation von Messgeräten sowie Apparaturen für die Medizin- und Analysetechnik – lange Zeit dem wichtigsten Arbeitsgebiet von HP und Grundstock für den unternehmerischen Erfolg von Dave und Bill, wie die reich gewordenen Gründerväter gern von der HP-Familie genannt werden.

Zwar ist die Lokalität mit dem So-wird-man-Milliardär-Mythos inzwischen ein offizielles „Landmark“ des Staates Kaliforniens, doch kein Wallfahrtszentrum für die altgewordenen Unternehmer aus der Garagen-Generation. Mag sein, dass Amerikaner ihre Wirtschaftsbosse zwar hoch schätzen, aber doch keine Heiligen aus ihnen machen wollen.

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