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13.02.2004

07:59 Uhr

Im Sommer kommen die ersten Geräte zur digitalen Nutzung von Musik und Fernsehen auf den Markt

HP will das Wohnzimmer erobern

VonJens Koenen

Nach der Einführung eigener Digitalkameras setzt der IT-Konzern Hewlett-Packard (HP) nun zum Sprung in den Endgerätemarkt für Unterhaltungselektronik an. In Deutschland will HP bereits im Laufe dieses Sommers erste Geräte auf den Markt bringen.

STUTTGART. Damit legt sich der nach IBM zweitgrößte IT-Konzern der Welt mit Elektronikriesen wie Sony, Philips und JVC an. Denn die gesamte Unterhaltungselektronikbranche setzt ebenfalls auf die digitale Vernetzung von Stereoanlage, Fernseher und PC.

„Die massenhafte Verbreitung von Breitbandanschlüssen an das Internet wird über kurz oder lang das Ende der traditionellen Endgeräte in der Unterhaltungselektronik bedeuten“, sagt HP-Deutschland-Chef Menno Harms im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Management von Hewlett-Packard habe den Bereich Entertainment als eines der künftigen Wachstumsfelder definiert „und wir sind nun dabei, uns in diesen Märkten entsprechend zu positionieren“, ergänzte Harms.

HP-Chefin Carly Fiorina hatte im Januar die Entwicklung eines „HP Digital Entertainment System“ angekündigt, das sämtliche digitalen Inhalte in einem einfach zu bedienenden Gerät vereinen soll. „Es geht dabei nicht einfach darum, nochmals neue Einzelgeräte auf den Markt zu bringen“, sagte Fiorina. Derzeit arbeitet HP an der Entwicklung eines Systems, das zeitgleich als Fernseher, Stereoanlage, Diaprojektor, DVD-Spieler aber auch als klassischer PC genutzt werden kann. Denkbar sei auch eine Variante bei der um eine feste Basisstation mehrere mobile Endgeräte betrieben werden können, heißt es dazu in Unternehmenskreisen.

Die etablierten Anbieter von Unterhaltungselektronik sehen der Konkurrenz durch HP und anderen ITKonzernen noch gelassen entgegen. „Unser großer Vorteil ist es, dass wir zur Hardware auch die Inhalte anbieten“, sagte Olaf Pempel, Sprecher von Sony Deutschland. Außerdem würden sich die IT-Konzerne in Deutschland in für sie völlig neue Märkte bewegen.

Ob HP nur auf sich allein gestellt den Schritt wagen wird, ist fraglich. „Für HP gibt es nun drei Möglichkeiten: Massive Investitionen in eigene Technologien, Partnerschaften und Akquisitionen. Alle drei Möglichkeiten sind denkbar“, sagt Regine Stachelhaus, die in der Geschäftsführung von HP Deutschland das Privatkunden- und Druckergeschäft verantwortet.

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