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11.06.2013

17:55 Uhr

Immenser Verlust beim TV-Geräte-Hersteller

Loewe steht mit dem Rücken zur Wand

Der angeschlagene Fernseh-Hersteller Loewe hat wie erwartet einen immensen Verlust angehäuft. Auf einer extra einberufenen Hauptversammlung soll nun eine Kapitalherabsetzung beschlossen werden.

Ein Fernseher von Loewe: Die Oberfranken suchen neue Investoren. dpa

Ein Fernseher von Loewe: Die Oberfranken suchen neue Investoren.

München, KronachNach jahrelanger Krise versucht Deutschlands größter Fernseher-Hersteller Loewe einen Befreiungsschlag. Mit einem Kapitalschnitt will der verlustreiche Konzern seine Bilanz sanieren und anschließend mit Hilfe seiner Aktionäre und neuer Investoren wieder Geld in die leeren Kassen bekommen.

Loewe teilte am Dienstag mit, dass jetzt - wie erwartet - ein Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals aufgelaufen sei. Auf einem für Ende Juli angesetzten Aktionärstreffen soll der Rettungsplan genehmigt werden. Die Anteilseigner reagierten indes panisch: An der Börse brach der Kurs zeitweise um fast 25 Prozent ein.

Das Unternehmen aus Kronach in Oberfranken leidet seit Jahren unter dem Konkurrenzdruck asiatischer Wettbewerber wie Samsung und LG aus Korea und unter dem starken Preisverfall bei Fernsehern. Der Durchschnitts für TV-Geräte liegt in Europa bei unter 700 Euro, die Modelle aus dem Frankenwald schlagen in der Regel mit 2000 Euro und mehr zu Buche.

Die größten TV-Hersteller der Welt

Samsung

Samsung hat seine Spitzenposition im TV-Markt ausgebaut: Der südkoreanische Konzern hält bei den Flachbildfernsehern einen Marktanteil von 28,5 Prozent des Umsatzes, wie der US-Marktforscher NPD ermittelt hat. Auch bei den Smartphones ist Samsung übrigens vorne.

LG Electronics

Auch die Nummer 2 kommt aus Südkorea: 14 Prozent des Umsatzes im TV-Markt gehen an LG Electronics.

Sony

Sony schreibt mit seinem TV-Geschäft schon seit Jahren rote Zahlen. Der Marktanteil ist auf 8,3 Prozent gesunken.

Panasonic

Panasonic ist im TV-Markt mit einem Anteil von 6,8 Prozent die Nummer 4 – die Tochtergesellschaft Sanyo ist darin bereits eingeschlossen.

Sharp

Wie Sony macht auch Sharp eine tiefe Krise durch. Der japanische Konzern hat im Markt für Flachbildfernseher noch 5 Prozent Marktanteil.

Sonstige

Der große Rest hat 36,3 Prozent Marktanteil – darunter fallen auch Philips und der deutsche Hersteller Loewe.

Der Abbau jeder fünften Stelle, Kostensenkungen, neue Produkte und mehr Werbung sollen Loewe aus der Krise helfen, doch schwarze Zahlen sind nicht in Sicht. Nach einem weiteren Umsatzeinbruch samt explodierender Verluste hatte das Unternehmen Ende April angekündigt, dass bald die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt sei. Mit der Monatsbilanz Mai war es soweit. Der Vorstand beruft deshalb - wie im Aktienrecht vorgesehen - eine Hauptversammlung ein.

Bei dem Aktionärstreffen am 31. Juli in Berlin soll das Grundkapital von gut 13 Millionen Euro auf 3,25 Millionen Euro herabgesetzt werden. Dazu soll die Zahl der Anteilsscheine auf ein Viertel schrumpfen. Haupteigner ist der selbst krisengeschüttelte japanische Elektronikkonzern Sharp, der knapp 30 Prozent der Anteile hält.

Kommentare (3)

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Ein-enttaeuschter-Kunde

11.06.2013, 18:53 Uhr

Nie wieder Loewe! Unser € 2.850 teurer, 5 Jahre alter Xelos ist nach ca. 1.500 Betriebsstunden defekt - kein Bild mehr! Eine Anfrage nach Übernahme der Materialkosten (die Arbeitskosten hätten wir übernommen) wurde aus "Altersgründen" abgelehnt - und das durch den hochpreisigen, selbsternannten Technologieführer. Der nächste Fernseher kommt garantiert nicht von Loewe!
Edgar Timm, 22844 Norderstedt

countryman

12.06.2013, 09:34 Uhr

Loewe TV Geräte gehören eindeutig zur Spitzenklasse.Technologie und Design sind exzellent. Es ist sehr zu hoffen, dass dieser deutsche Anbieter am hart umkämpften Markt bestehen bleibt!

Hoppel

12.06.2013, 11:00 Uhr

Warum bietet sich Loewe nicht Apple an. Die wollen doch angeblich ins TV-Geschäft einsteigen. Apple könnte sich so günstig Know how ins Boot holen. Aber wie sehe das Resultat aus: Apple würde Top TVs auf den Markt werfen. Die Preise würden nochmal 30 % über denen von Loewe liegen. Gebaut würden die Fernseher aber nicht mehr in Deutschland. Dies würde von einem Foxxcon 2.0 geschehen. Somit würde Apple auch noch eine Top-Rendite erzielen. Und alle haben wieder Recht. Nur Apple weiß wie es gehen muss.

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