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11.02.2015

09:33 Uhr

Immobilienportale

Immonet und Immowelt fusionieren

Platzhirsch Immoscout bekommt auf dem deutschen Markt für Immobilienportale einen starken Konkurrenten. Die Springer-Tochter Immonet schließt sich mit dem bisherigen Wettbewerber Immowelt zusammen.

Immonet schließt sich mit Immowelt zusammen. Screenshot

Fusion der Immobilienportale

Immonet schließt sich mit Immowelt zusammen.

FrankfurtDer „Bild“-Herausgeber Axel Springer legt sein Immobilienportal Immonet mit dem Konkurrenten Immowelt zusammen. Die Tochter Axel Springer Digital Classifieds werde 55 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten, die bisherigen Eigentümer von Immowelt die restlichen 45 Prozent, teilte der Berliner Konzern am Mittwoch mit. Der Medienkonzern zahlt 131 Millionen Euro an die bisherigen Immowelt-Gesellschafter.
„Mit der Fusion werden Immowelt und Immonet über die beiden Standorte Nürnberg und Hamburg hinweg gemeinsam zur starken Nummer zwei auf dem deutschen Online-Immobilienmarkt“, sagte Immowelt-Chef Carsten Schlabritz, der das neue Unternehmen leiten soll.

Das Digitalgeschäft von Springer

Alles aufs Internet

Die Wurzeln der Axel Springer AG liegen im Zeitungsgeschäft, doch Konzernchef Mathias Döpfner setzt voll auf das Internet. Er verkaufte die traditionsreichen Regionalzeitungen „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“ wie auch die TV-Zeitschrift „Hörzu“ an die Funke-Gruppe. Die Einnahmen will Döpfner ins Digitalgeschäft investieren. Schon jetzt ist der Konzern hier sehr aktiv – nicht nur mit seinen Medienmarken.

Digitaler Journalismus

„Bild“ und „Welt“ sind im deutschsprachigen Internet wichtige Adressen. Die Axel Springer AG bietet einen Teil der Inhalte kostenlos an, hofft aber, den Umsatz mit Bezahlschranken zu steigern. Bei der „Welt“ können Nutzer nur 20 Artikel im Monat kostenlos lesen – ab dem 21. Text müssen sie ein Abo abschließen. Die Online-„Bild“ setzt auf das Freemium-Modell: Ein großer Teil der Inhalte ist kostenlos, für bestimmte Geschichten müssen die Leser zahlen.

Rubrikenanzeigen

Rubrikenanzeigen wandern mehr und mehr ins Internet ab. Die Axel Springer AG will mit Portalen für Immobilien, Jobs und Autoverkäufe von diesem Trend profitieren. Zu den Tochterfirmen gehören beispielsweise Immonet, das Stellenportal Stepstone und das Städteportal meinestadt.de.

Digitale Werbeprospekte

Der Zeitung liegen oft gedruckte Werbeprospekte bei – mit der Tochterfirma Kaufda übertragt Springer das Konzept ins digitale Zeitalter. Nutzer können die Broschüren der Einzelhändler aus ihrer Stadt gebündelt aufrufen und durchsuchen.

Online-Werbung

Mit der Mehrheitsbeteiligung Zanox ist Springer im Online-Marketing aktiv. Der Dienstleister vermittelt über seine Plattform Werbung – Provisionen bekommt er, wenn ein Geschäft zustande kommt. Deswegen ist auch vom erfolgsbasierten Online-Marketing die Rede. Zanox ist nicht nur in Europa, sondern auch in den USA aktiv.

Preisvergleiche

Das Portal idealo.de vergleicht Preise und bündelt Testberichte und Nutzermeinungen zu Produkten. Aktiv ist es in etlichen europäischen Ländern sowie in den USA. Springer gehören 74,9 Prozent des Unternehmens.

Konkurrenz setzt auf Handel und Spiele

Auch andere Medienhäuser suchen nach neuen Einnahmequellen – und entfernen sich dabei noch weiter vom Stammgeschäft. Burda etwa setzt auf den Online-Handel, unter anderem mit Tierfutter. Die TV-Kette Prosieben Sat.1 investiert in Online-Spiele.

Größter Anbieter auf dem deutschen Markt ist Immoscout24, das mehrheitlich dem Finanzinvestor Hellman & Friedman gehört. Die Telekom hatte ihre Mehrheit an der Internet-Anzeigengruppe Scout24, zu der auch Portale wie FriendScout24 oder Autoscout24 gehören, im vergangenen Jahr für 1,5 Milliarden Euro an die Amerikaner verkauft.

An Axel Springer Digital Classifieds hält der Berliner Medienkonzern 85 Prozent, die restlichen 15 Prozent besitzt der Finanzinvestor General Atlantic. Axel Springer will zukünftig 100 Prozent an Axel Springer Digital Classifieds halten.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Bestellerprinzip Mietgesuch

11.02.2015, 15:04 Uhr

Toll, endlich mal mehr Konkurrenz im Markt. Bin mir sicher, dass der Platzhirsch hier schon passende Gegenmaßnahmen geplant hat. Neue Marktteilnehmer wie www.immobase.de könnten dabei ein wenig mitmischen. Es bleibt spannenden - vor allem mit der neuen und kommenden Gesetzgebung "Bestellerprinzip" gibt es weitere Risiken, aber auch Chancen. Endlich passiert hier mal was - Scout nutzt die Marktmacht ja erheblich zu seinen Gunsten aus.

Herr Knut Angenendt

11.02.2015, 15:04 Uhr

Hoffentlich werden dann auf www.cherryflats.de die Objekte beider Portale angezeigt.

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