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08.10.2013

20:22 Uhr

Importverbot

USA sperren alte Samsung-Geräte aus

Im Dauer-Patentstreit von Apple und Samsung hat der südkoreanische Smartphone-Marktführer einen symbolischen Rückschlag erlitten. Samsung darf mehrere ältere mobile Geräte nicht mehr in die USA einführen.

Das Einfuhrverbot gegen Samsung-Geräte ist nun in Kraft getreten. Der Patentkonflikt zwischen Apple und Samsung wird in etwa einem Dutzend Länder ausgetragen. dpa

Das Einfuhrverbot gegen Samsung-Geräte ist nun in Kraft getreten. Der Patentkonflikt zwischen Apple und Samsung wird in etwa einem Dutzend Länder ausgetragen.

WashingtonSamsung darf seit Dienstag mehrere ältere Smartphone-Modelle nicht mehr in den USA verkaufen. Ein Importverbot der amerikanischen Handelskommission ITC trat in Kraft, nachdem das Weiße Haus ein Veto dagegen ablehnte. Für den weltgrößten Smartphone-Anbieter Samsung ist es ein eher symbolischer Rückschlag, denn die betroffenen Geräte wie das Continuum SCH-1400 spielen auf dem Markt praktisch keine Rolle mehr.

Die ITC hatte Anfang August nach monatelangen Untersuchungen festgestellt, dass Samsung mit den mehrere Jahre alten Modellen zwei Apple-Patente verletzt habe. Bei dem einen geht es um Touchscreen-Technologie und bei dem anderen um den Anschluss von Ohrhörern. Samsung betont, bei späteren Geräten die von Apple patentierten Techniken umgangen zu haben.

Samsung hatte auf ein Veto aus dem Weißen Haus gehofft, nachdem der Handelsbeauftragte von US-Präsident Barack Obama im Sommer ein von den Südkoreanern erwirktes ITC-Einfuhrverbot für einige ältere Modelle von Apples iPhone und iPad blockiert hatte. Allerdings hatte Samsung bei der ITC im Gegensatz zu Apple auf Patente gesetzt, die zum Grundstock technischer Standards gehören. Und die US-Regierung ist strikt gegen Verkaufsverbote auf Basis solcher Standard-Patente.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

ZTE

ZTE verkaufte im zweiten Quartal 10,1 Millionen Smartphones, ein deutliches Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil liegt bei 4,2 Prozent. Insgesamt setzte der chinesische Hersteller 15,3 Millionen Handys ab.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

Jetzt erklärte der Handelsbeauftragte Michael Froman, er habe sich nach sorgfältiger Abwägung aller Faktoren entschieden, das Einfuhrverbot gegen die Samsung-Geräte in Kraft gehen zu lassen.

Apple hatte den Patentkonflikt mit Samsung im Frühjahr 2011 losgetreten, weil Gründer Steve Jobs das iPhone von den Südkoreanern kopiert sah. Der Streit der beiden führenden Smartphone-Hersteller wird in rund 50 Verfahren in etwa einem Dutzend Länder ausgetragen.

Von

dpa

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