Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.09.2014

13:30 Uhr

In Brasilien

Telefonica kauft Vivendi-Tochter

Die spanische O2-Mutter Telefonica schlägt Telecom Italia aus dem Feld und übernimmt in Brasilien die Vivendi -Tochter GVT. Dabei geht es vor allem um den Zugang zu schnelleren Internet-Verbindungen.

Brasilien birgt im Gegensatz zu weitgehend gesättigten Telekom-Märkten wie Deutschland und Großbritannien großes Wachstumspotenzial für Telefonica. Reuters

Brasilien birgt im Gegensatz zu weitgehend gesättigten Telekom-Märkten wie Deutschland und Großbritannien großes Wachstumspotenzial für Telefonica.

MadridDie spanische O2-Mutter Telefonica stärkt ihr Geschäft mit schnellen Internet-Verbindungen in Brasilien. Telefonica übernimmt dort für rund 7,2 Milliarden Euro bar und in Aktien die Vivendi -Tochter GVT, wie die Spanier am Freitag mitteilten. Damit setzt sich Telefonica im Bieterstreit gegen Telecom Italia durch, die ebenfalls ein Angebot für die Internet-Tochter des französischen Mischkonzerns vorgelegt hatte. Die Vereinbarung muss noch von den Wettbewerbsbehörden in Brasilien genehmigt werden.

Der Deal sieht eine Barzahlung in Höhe von 4,66 Milliarden Euro vor. Zudem soll Vivendi zu rund sieben Prozent am neuen Unternehmen Telefonica Brasil beteiligt werden und erhält außerdem Telefonicas knapp sechsprozentigen Anteil an Telecom Italia. Vivendi hatte sich im vergangenen Monat für exklusive Gespräche mit den Spaniern entschieden.

Kleines Mobilfunk-Lexikon

GSM

GSM, kurz für „Global System for Mobile Communication“, war der erste digitale Mobilfunkstandard. In Deutschland wurde er in den 1990er Jahren eingeführt. Heute noch ist GSM in vielen Ländern in Betrieb, auch hierzulande. Dank der guten Versorgung scheint der Standard momentan unverzichtbar.

Edge

Edge, kurz für „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, ist eine Erweiterung des GSM-Standards, die eine Datenübertragung mit bis zu 384 Kilobit/Sekunde erlaubt. Nach heutigen Maßstäben ist das langsam. Dafür steht der Satz „Ich habe nur Edge“, den man etwa auf Bahnreisen oft hört.

UMTS

„Universal Mobile Telecommunications System“ ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation. UMTS ist in Deutschland und großen Teilen der Welt verbreitet und ermöglicht schnelle Datenübertragungen. Nutzer in einer Funkzelle müssen sich allerdings die Bandbreite teilen – trotz Erweiterungen beginnen die Netze, zu verstopfen.

HSPA

„High Speed Packet Access“ macht UMTS schneller: Statt Übertragungsraten von 384 Kilobit/Sekunde sind mit HSPA bis 14,4 Megabit/Sekunde möglich, der Upload wird auf bis zu 5,76 Mbit/s beschleunigt.

HSPA+

Und es geht noch schneller: HSPA+ ermöglicht Downloads mit bis zu 21 Megabit/Sekunde. Wenn Netzbetreiber und Endgerät zwei Verbindungen gleichzeitig aufbauen können, wird diese Rate noch einmal verdoppelt.

LTE oder 4G

Der Mobilfunkstandard der vierten Generation heißt LTE, kurz für „Long Term Evolution“. Er beschleunigt die Datenübertragung auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde, die Weiterentwicklung Cat4 macht bis 150 Mbit/s möglich. 4G wird oft synonym für LTE benutzt.

Brasilien birgt im Gegensatz zu weitgehend gesättigten Telekom-Märkten wie Deutschland und Großbritannien großes Wachstumspotenzial. Die umworbene GVT ist dort führend beim Angebot schneller Internet-Verbindungen. Telefonica ist zugleich größter Anteilseigner von Telecom Italia. Die Spanier mussten sich in einem ersten Bieterverfahren 2009 Vivendi geschlagen geben. Telefonica kontrolliert in Brasilien bereits das größte Mobilfunk-Unternehmen Vivo.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×