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03.05.2016

13:36 Uhr

Infineon

Halbleiterkonzern stutzt den Jahresausblick

Infineon hat das Quartal mit einem höheren operativen Gewinn abgeschlossen als erwartet. Den Zuwachs liegt vor allem an der hohen Nachfrage aus der Autoindustrie. Allerdings bremsen den Konzern Wechselkurseffekte aus.

Der Konzern hat im abgelaufenen Quartal mehr verdient als von Analysten erwartet. dpa

Infineon

Der Konzern hat im abgelaufenen Quartal mehr verdient als von Analysten erwartet.

FrankfurtDie schwächere Entwicklung des Dollar zum Euro bremst das Umsatzwachstum beim Halbleiterkonzern Infineon. Der Dax-Konzern kappte das Mittel seiner Prognosespanne für das Gesamtjahr um einen Prozentpunkt auf zwölf Prozent. Der Grund dafür sei ausschließlich der Wechselkurs, es gebe keine Schwäche im operativen Geschäft, erklärte Finanzvorstand Dominik Asam am Dienstag.

Da sich die US-Währung schwächer entwickelt als zu Jahresbeginn angenommen, kalkuliert Infineon jetzt mit 1,15 Dollar je Euro nach zuvor 1,10 Dollar. Umgerechnet in Euro fällt der Umsatz damit niedriger aus. Die Aktie des Dax-Konzerns verlor in einem schwachen Gesamtmarkt fast sechs Prozent.

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Eine geschickte Übernahme und die Sonderkonjunktur: Der Chiphersteller Infineon steht glänzend da. Der Konzern übertrifft sein Margenziel von 15 Prozent. Anleger profitieren von einer steigenden Ausschüttung.

Das Ergebnis im zweiten Quartal war hingegen besser ausgefallen als von Infineon vorausgesagt und von Analysten erwartet. Der bereinigte operative Gewinn stieg von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 228 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 213 Millionen Euro gerechnet.

„Wir haben ein schwieriges Quartal sehr gut gemeistert“, erklärte Vorstandschef Reinhard Ploss. Zu Jahresbeginn habe der Konzern die Preise gesenkt, das dämpfe das Ergebnis. Deshalb müsse die Produktivität steigen und der Kostenanstieg gebremst werden. Zudem wachse der Smartphone-Markt seit einigen Monaten nicht mehr so stark, doch werde sich das im zweiten Halbjahr mit neuen Modellen ändern. So bringt Apple dann die nächste Generation des iPhones auf den Markt.

Das Umsatzplus von neun Prozent auf 1,61 Milliarden Euro erreichte Infineon im zweiten Quartal vor allem dank kräftigen Wachstums seiner Automotive-Sparte. Sie wuchs um zwölf Prozent auf 670 Millionen Euro Umsatz. Die Rendite kletterte um zwei Prozentpunkte auf 14 Prozent. Halbleiter für die Automobilindustrie machen inzwischen rund 42 Prozent der gesamten Erlöse aus. Der Anteil von Mikrochips in Fahrzeugen steigt seit Jahren an. Zum einen werden immer mehr Assistenzsysteme wie Abstands- oder Müdigkeitswarner verbaut, zum anderen regeln die Bauteile auch neue elektrische Antriebe.

Die größten Chiphersteller der Welt

Intel

Mit einem Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar ist Intel der mit Abstand größte Chiphersteller der Welt. Seit fast einem Vierteljahrhundert führt Intel die Rangliste nun schon an. Der Konzern aus dem Silicon Valley lebt vor allem von seinen Prozessoren. Sie sind das Gehirn eines jeden Rechners. Die Halbleiter des Unternehmens stecken insbesondere in PCs, Notebooks und Servern. Im Geschäft mit Smartphones konnte Intel nie so recht Fuß fassen. Alles in allem erreicht Intel auf dem Halbleitermarkt einen Anteil von mehr als 15 Prozent.

Samsung Electronics

Die Chipsparte des koreanischen Elektronikkonzerns ist nach Intel weltweit die Nummer zwei und kommt den Experten von Gartner zufolge auf gut elf Prozent Markanteil. Die Asiaten sind vor allem stark in Speicherchips. Samsung beliefert unter anderem auch Apple. Halbleiter sind freilich nur ein Geschäft von vielen von Samsung Electronics. Die Koreaner liefern auch viele andere elektronische Bauteile sowie Waschmaschinen, Smartphones, Fernseher und sogar Kühlschränke und Staubsauger.

SK Hynix

Der zweite große südkoreanische Halbleiteranbieter heißt SK Hynix und liegt in der Weltrangliste auf Platz drei. Der Umsatz: Mehr als 16 Milliarden Dollar. SK Hynix produziert insbesondere Speicherchips und wurde in der Vergangenheit vom Staat gestützt, um eine Insolvenz abzuwenden. Als einer der ganz wenigen großen Chipkonzerne ist SK Hynix 2015 gewachsen.

Qualcomm

In der Öffentlichkeit ist Qualcomm zu gut wie unbekannt, doch in der Halbleiterbranche sind die Kalifornier die Nummer vier mit zuletzt rund 16 Milliarden Dollar Umsatz. Die Firma liefert vor allem Chips für Smartphones. So stark ist Qualcomm auf diesem Feld, dass der Konzern wiederholt mit den Kartellämtern Probleme hatte. Das Unternehmen betreibt keine eigenen Fabriken sondern lässt alle seine Chips in sogenannten Foundries fertigen. Zudem verdient Qualcomm an Lizenzgebühren, weil jeder Handyhersteller auf geistiges Eigentum der Amerikaner zurückgreifen muss. 2015 war jedoch kein gutes Jahr für Qualcomm, der Umsatz ist kräftig gefallen. Mit einem Kurseinbruch von einem Drittel lief es auch auf dem Parkett alles andere als rund.

Micron Technology

Der US-Konzern arbeitet eng mit Intel zusammen und steht auf Rang fünf der Umsatzrangliste der Halbleiterindustrie. Zuletzt lagen die Erlöse bei rund 14,5 Milliarden Dollar. Micron verkauft hauptsächlich Speicherchips. Gemeinsam mit Intel hofft Micron derzeit auf eine ganz neue Generation an Speicherchips. Die neuen Chips sollen 1000 Mal schneller sein als die derzeit gebräuchlichen NAND-Speicherchips. Gleichzeitig können die fortschrittlichen Halbleiter zehn Mal mehr Daten fassen als die herkömmlichen Arbeitsspeicher, die sogenannten DRAMs. Im Gegensatz zu den DRAM-Chips, und ähnlich wie bei NAND, gehen die Informationen bei der neuen Technik nicht verloren, wenn der Strom erlischt. NAND hat in den vergangenen Jahren in vielen Rechnern die Festplatten verdrängt und wird jetzt womöglich selbst durch die neue Technik abgelöst. Intel und Micron haben die neue Technik 3D Xpoint genannt.

Texas Instruments

Vielen Menschen ist der US-Konzern vor allem wegen der Taschenrechner ein Begriff. Dabei lebt Texas Instruments vor allem von Chips und gilt als einer der verlässlichsten und über Jahrzehnte hinweg profitabelsten Anbieter. Der Umsatz lag zuletzt bei gut elf Milliarden Dollar, damit rangiert die Firma auf Platz sechs der Weltrangliste.

Toshiba Semiconductor

Der größte japanische Chiphersteller kam zuletzt auf Erlöse von 8,5 Milliarden Dollar, das reicht für Platz sieben in der Weltrangliste. Der Marktanteil beträgt fast drei Prozent.

Broadcom

Der US-Konzern ist der große Wettbewerber von Qualcomm im Geschäft mit Handychips und liegt auf Platz acht der größten Halbleiterhersteller. Allerdings wird es Broadcom nicht mehr lange geben. Arvago schluckt den Konkurrenten gerade und gibt dafür die Rekordsumme von 37 Milliarden Dollar aus. So viel wurde in der Industrie noch nie bei einer Übernahme auf den Tisch gelegt.

ST Microelectronics

Bislang der größte europäische Halbleiterhersteller, doch diese Position wird der Konzern nicht mehr lange behalten. Der Grund: NXP aus Eindhoven hat Ende 2015 den amerikanischen Rivalen Freescale übernommen und ist wird damit vom Umsatz her an ST Microelectronics vorbei ziehen. Das französisch-italienische Unternehmen ST Microelectronics erreichte zuletzt einen Jahresumsatz von fast sieben Milliarden Euro, das ergab den Marktforschern von Gartner zufolge Platz neun. Die Firma mit Hauptsitz in Genf beliefert zahlreiche Industrien, tut sich aber seit Jahren wirtschaftlich schwer. Eine Bürde ist die Historie, weil es viele Standorte in den beiden Ursprungsländern Frankreich und Italien gibt.

Infineon

Der wichtigste deutsche Chipproduzent und der einzige Hersteller hierzulande in den Top-ten der Branche. Die Münchener sind 2015 um rund ein Drittel gewachsen, vor allem aufgrund der Übernahme des US-Rivalen International Rectifier. Auch an der Börse lief es vergangenes Jahr prächtig, mit einem Kursplus von gut 50 Prozent gehörte die ehemalige Siemens-Sparte zu den größten Gewinnern im Dax. Infineon wird seinen Platz unter den zehn größten Herstellern vermutlich bald verlieren, weil der holländische Wettbewerber NXP den amerikanischen Rivalen Freescale jüngst geschluckt hat.

Autor: Joachim Hofer

Die Förderung von Elektroautos in Deutschland, wird nach Einschätzung von Ploss den Umsatz des Dax-Konzerns nur wenig steigern. In diesem Geschäftsfeld, aus dem fünf Prozent des Spartenumsatzes stammen, verzeichnet Infineon vor allem aus China starke Nachfrage. Dort sei der Drang zur klimaschonenden Elektromobilität wegen der hohen Luftverschmutzung in Großstädten größer als in Deutschland. Die Regierung in Peking begrenzt deshalb die Neuzulassungen für Autos mit Verbrennungsmotoren und bevorzugt Elektrofahrzeuge.

Von

rtr

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