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02.02.2017

09:43 Uhr

Infineon

Halbleiterkonzern wächst stärker als gedacht

Der Halbleiterkonzern Infineon ist in sein neues Geschäftsjahr besser gestartet als erwartet. Der Umsatz legte im Weihnachtsquartal auf 1,645 Milliarden Euro zu. Der Konzern bekräftigt seine Prognose.

Der Konzern hat die Erwartungen der Analysten übertroffen. dpa

Infineon

Der Konzern hat die Erwartungen der Analysten übertroffen.

MünchenGlänzende Geschäfte mit der Autoindustrie haben dem Halbleiterhersteller Infineon einen überraschend guten Start ins neue Geschäftsjahr beschert. Der Umsatz stieg im Weihnachtsquartal auf 1,65 Milliarden Euro, das sind knapp sechs Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie der Konzern am Donnerstag in Neubiberg bei München mitteilte.

Das Segmentergebnis kletterte um fast zwölf Prozent auf 246 Millionen Euro und übertraf ebenfalls die Erwartungen der Analysten. „Wir sind gut in das neue Geschäftsjahr gestartet“, sagte Vorstandschef Reinhard Ploss. Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 äußerte er sich optimistisch: Der Umsatz werde im Vergleich zum Vorquartal um die fünf Prozent zulegen.

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„In den kommenden Monaten erwarten wir weiteres Wachstum in unseren Märkten, auch die langfristigen Trends stimmen uns zuversichtlich“, sagte Ploss. Experten gehen davon aus, dass die Halbleiterbranche 2017 erstmals seit langem wieder kräftig zulegt. Vor allem im Geschäft mit Chips für Anwendungen in Auto und Industrie wird mit Schwung gerechnet, während es in traditionellen Märkten wie Smartphones oder PCs nach Ansicht von Fachleuten langsamer gehen dürfte.

Im ersten Geschäftsquartal fiel die Nachfrage nach Komponenten für Automobilelektronik und Leistungshalbleitern, die Stromflüsse in Serverfarmen, Notebookadaptern oder im Pkw kontrollieren, laut Infineon-Chef Ploss besonders kräftig aus. Das Segment Automotive, die größte Sparte des Konzerns, setzte 15 Prozent mehr um. Vor allem Produkte für Fahrerassistenzsysteme und für Hybrid- und Elektroautos waren gefragt. Der Umsatz mit Halbleitern für Energieerzeugung oder elektrische Antriebe legte ebenfalls zu, während das Geschäft mit Komponenten für mobile Endgeräte wie Smartphones im Weihnachtsquartal saisonüblich zurückging.

Die größten Chiphersteller der Welt

Intel

Mit einem Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar ist Intel der mit Abstand größte Chiphersteller der Welt. Seit fast einem Vierteljahrhundert führt Intel die Rangliste nun schon an. Der Konzern aus dem Silicon Valley lebt vor allem von seinen Prozessoren. Sie sind das Gehirn eines jeden Rechners. Die Halbleiter des Unternehmens stecken insbesondere in PCs, Notebooks und Servern. Im Geschäft mit Smartphones konnte Intel nie so recht Fuß fassen. Alles in allem erreicht Intel auf dem Halbleitermarkt einen Anteil von mehr als 15 Prozent.

Samsung Electronics

Die Chipsparte des koreanischen Elektronikkonzerns ist nach Intel weltweit die Nummer zwei und kommt den Experten von Gartner zufolge auf gut elf Prozent Markanteil. Die Asiaten sind vor allem stark in Speicherchips. Samsung beliefert unter anderem auch Apple. Halbleiter sind freilich nur ein Geschäft von vielen von Samsung Electronics. Die Koreaner liefern auch viele andere elektronische Bauteile sowie Waschmaschinen, Smartphones, Fernseher und sogar Kühlschränke und Staubsauger.

SK Hynix

Der zweite große südkoreanische Halbleiteranbieter heißt SK Hynix und liegt in der Weltrangliste auf Platz drei. Der Umsatz: Mehr als 16 Milliarden Dollar. SK Hynix produziert insbesondere Speicherchips und wurde in der Vergangenheit vom Staat gestützt, um eine Insolvenz abzuwenden. Als einer der ganz wenigen großen Chipkonzerne ist SK Hynix 2015 gewachsen.

Qualcomm

In der Öffentlichkeit ist Qualcomm zu gut wie unbekannt, doch in der Halbleiterbranche sind die Kalifornier die Nummer vier mit zuletzt rund 16 Milliarden Dollar Umsatz. Die Firma liefert vor allem Chips für Smartphones. So stark ist Qualcomm auf diesem Feld, dass der Konzern wiederholt mit den Kartellämtern Probleme hatte. Das Unternehmen betreibt keine eigenen Fabriken sondern lässt alle seine Chips in sogenannten Foundries fertigen. Zudem verdient Qualcomm an Lizenzgebühren, weil jeder Handyhersteller auf geistiges Eigentum der Amerikaner zurückgreifen muss. 2015 war jedoch kein gutes Jahr für Qualcomm, der Umsatz ist kräftig gefallen. Mit einem Kurseinbruch von einem Drittel lief es auch auf dem Parkett alles andere als rund.

Micron Technology

Der US-Konzern arbeitet eng mit Intel zusammen und steht auf Rang fünf der Umsatzrangliste der Halbleiterindustrie. Zuletzt lagen die Erlöse bei rund 14,5 Milliarden Dollar. Micron verkauft hauptsächlich Speicherchips. Gemeinsam mit Intel hofft Micron derzeit auf eine ganz neue Generation an Speicherchips. Die neuen Chips sollen 1000 Mal schneller sein als die derzeit gebräuchlichen NAND-Speicherchips. Gleichzeitig können die fortschrittlichen Halbleiter zehn Mal mehr Daten fassen als die herkömmlichen Arbeitsspeicher, die sogenannten DRAMs. Im Gegensatz zu den DRAM-Chips, und ähnlich wie bei NAND, gehen die Informationen bei der neuen Technik nicht verloren, wenn der Strom erlischt. NAND hat in den vergangenen Jahren in vielen Rechnern die Festplatten verdrängt und wird jetzt womöglich selbst durch die neue Technik abgelöst. Intel und Micron haben die neue Technik 3D Xpoint genannt.

Texas Instruments

Vielen Menschen ist der US-Konzern vor allem wegen der Taschenrechner ein Begriff. Dabei lebt Texas Instruments vor allem von Chips und gilt als einer der verlässlichsten und über Jahrzehnte hinweg profitabelsten Anbieter. Der Umsatz lag zuletzt bei gut elf Milliarden Dollar, damit rangiert die Firma auf Platz sechs der Weltrangliste.

Toshiba Semiconductor

Der größte japanische Chiphersteller kam zuletzt auf Erlöse von 8,5 Milliarden Dollar, das reicht für Platz sieben in der Weltrangliste. Der Marktanteil beträgt fast drei Prozent.

Broadcom

Der US-Konzern ist der große Wettbewerber von Qualcomm im Geschäft mit Handychips und liegt auf Platz acht der größten Halbleiterhersteller. Allerdings wird es Broadcom nicht mehr lange geben. Arvago schluckt den Konkurrenten gerade und gibt dafür die Rekordsumme von 37 Milliarden Dollar aus. So viel wurde in der Industrie noch nie bei einer Übernahme auf den Tisch gelegt.

ST Microelectronics

Bislang der größte europäische Halbleiterhersteller, doch diese Position wird der Konzern nicht mehr lange behalten. Der Grund: NXP aus Eindhoven hat Ende 2015 den amerikanischen Rivalen Freescale übernommen und ist wird damit vom Umsatz her an ST Microelectronics vorbei ziehen. Das französisch-italienische Unternehmen ST Microelectronics erreichte zuletzt einen Jahresumsatz von fast sieben Milliarden Euro, das ergab den Marktforschern von Gartner zufolge Platz neun. Die Firma mit Hauptsitz in Genf beliefert zahlreiche Industrien, tut sich aber seit Jahren wirtschaftlich schwer. Eine Bürde ist die Historie, weil es viele Standorte in den beiden Ursprungsländern Frankreich und Italien gibt.

Infineon

Der wichtigste deutsche Chipproduzent und der einzige Hersteller hierzulande in den Top-ten der Branche. Die Münchener sind 2015 um rund ein Drittel gewachsen, vor allem aufgrund der Übernahme des US-Rivalen International Rectifier. Auch an der Börse lief es vergangenes Jahr prächtig, mit einem Kursplus von gut 50 Prozent gehörte die ehemalige Siemens-Sparte zu den größten Gewinnern im Dax. Infineon wird seinen Platz unter den zehn größten Herstellern vermutlich bald verlieren, weil der holländische Wettbewerber NXP den amerikanischen Rivalen Freescale jüngst geschluckt hat.

Autor: Joachim Hofer

Für das Geschäftsjahr 2016/17, das am 30. September endet, bekräftigte Konzernchef Ploss die Prognose: „Mehr Umsatz, Ergebnis und Marge.“ Infineon will die Erlöse im laufenden Jahr um rund sechs Prozent steigern, mit einem Spielraum plus oder minus zwei Prozent. Die operative Marge soll bei 16 Prozent liegen. Im ersten Geschäftsquartal stieg sie auf 15 Prozent; diesen Wert will Infineon auch im laufenden Vierteljahr erreichen.

Von

rtr

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