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17.01.2007

15:01 Uhr

Inside: Apple

Jobs auf dem Hochseil

VonJens Eckhardt

Apples neues Handy iPhone: Es ist innovativ, es ist teuer und es kommt spät auf einen Markt, der bereits von starken Konkurrenten besetzt ist. Folgt man der Reaktion der Börse, dann wird das iPhone ein rauschender Erfolg. Doch einmal mehr wagt Apple-Chef Steve Jobs mit seiner Strategie einen Hochseilakt.

PORTLAND. Im Hinblick auf Apple-Chef Steve Jobs sind sich die Technologie-Auguren über drei Dinge einig: Er ist ein genialer Showman und Innovator, er ist für Apple unersetzbar und er ist beim Optionsskandal keineswegs aus dem Schneider. Die Meinungen über Apples neues Handy iPhone konvergieren ebenfalls in drei Punkten: Es ist innovativ, es ist teuer und es kommt – anders als einst der iPod – spät auf einen Markt, der bereits von starken Konkurrenten besetzt ist.

Folgt man der Reaktion der Börse, dann wird das iPhone ein rauschender Erfolg. Nach seiner spektakulären Vorstellung in San Francisco erreichte der Apple-Kurs einen neuen Rekord. So stark war der Eindruck, dass Apple vorübergehend die parallel in Las Vegas veranstaltete CES, die weltgrößte Messe für Verbraucherelektronik, in den Schatten stellen konnte.

Bei nüchterner Betrachtung waren indessen die Limitationen des Apple-Handys nicht zu übersehen – Jobs tanzt mit seiner Strategie einmal mehr auf dem Hochseil. Das iPhone bietet innovative, technisch elegante Lösungen im gewohnt coolen Apple-Look. Mit einem Gerät, das halb so groß ist wie eine Tafel Schokolade, kann man telefonieren und mailen, im Internet surfen, fotografieren sowie Musik und Videos speichern und abspielen. Aber mit einem Preis zwischen 499 und 599 Dollar ist es erheblich teurer als andere so genannte Smartphones, und es ist nur mit einem Zweijahresvertrag der AT&T-Tochter Cingular Wireless zu haben. Apple legte sich auf eine mehrjährige exklusive Zusammenarbeit mit Cingular in den USA fest – aus Analystensicht eine erhebliche Einschränkung.

Hinzu kommt, dass auch das iPhone nur in der geschlossenen Apple-Welt sein Können zeigt: Statt mit dem offenen MP3-Format rüstet Apple das Handy wie den iPod mit dem hauseigenen Kopierschutz aus. Das heißt: Musik und Videos sind nur über Apples iTunes-Service aus dem Netz zu beziehen und nur mit Apple-Geräten abzuspielen. Die Forderung von Cisco Systems nach offenen Software-Standards für das Apple-Handy lehnte Jobs ab. Damit provozierte er eine Klage des Netzausrüsters, der die Rechte an der Marke iPhone für sich reklamiert.

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