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04.01.2007

15:09 Uhr

Inside: Ericsson

Der lachende Fünfte

VonHelmut Steuer

Die Aktionäre von Schwedens größtem Konzern, dem Telekom-Riesen Ericsson, hatten wenig Anlass, die Korken knallen zu lassen: Als das Jahr 2006 zu Ende ging, waren sie nur um ein Prozent reicher geworden. Die Börse Stockholm legte stieg im selben Zeitraum immerhin 23,6 Prozent zu.

STOCKHOLM. Der größte Mobilfunknetz-Hersteller der Welt hat im vergangenen Jahr Anleger und Analysten enttäuscht. Damit stehen die Schweden nicht allein. Auch die Netz-Konkurrenten Alcatel, Lucent, Nokia und Siemens schlossen das Jahr nicht in Feierlaune ab. Die Ursachen der schwachen Performance reichen von der allgemeinen Unsicherheit über die Branchenkonjunktur bis zu unternehmensspezifischen Einflüssen.

Da gibt es Befürchtungen, der Markt der Mobilkommunikation könnte an Fahrt verlieren, ebenso wie die Angst vor neuen Herausforderern wie dem chinesischen Telekom-Konzern Huawei, der mit Niedrigpreisen immer mehr an Boden gewinnt.

Im Fall Ericsson kommt hinzu: Der Bonus, den Konzernchef Carl-Henric Svanberg beim Amtsantritt 2003 hatte, ist verbraucht. Heute zählen nur noch harte Zahlen. Sicher: Svanberg hat den Konzern aus seiner schwersten Krise geführt, hat ein drastisches Sparprogramm mit der Reduzierung der Mitarbeiterzahl um fast die Hälfte durchgezogen umgesetzt und mit der Übernahme des britischen Festnetz-Konkurrenten Marconi eindrucksvoll demonstriert, dass die Schweden auch bei der Verknüpfung von Fest- und Mobilfunknetz eine Vorreiterrolle beanspruchen.

Svanberg hat fast alles richtig gemacht. Die Börse hat das aber nicht honoriert, weil sich die Integration von Marconi noch nicht in Zahlen niederschlägt. Doch was nicht ist, kann noch werden. Die Ausgangslage 2007 scheint perfekt. Das neue Jahr verspricht erneut starkes Wachstum bei den Mobilfunknetzen – die Investmentbank Dresdner Kleinwort rechnet mit plus 18 Prozent. Gut für den Weltmarktführer Ericsson auch, dass China nach unzähligen Verzögerungen in diesem Jahr endlich die Aufträge für den Bau seiner UMTS-Netze vergeben will. Ericsson liegt gut im Rennen und dürfte sich ein größeres Stück von der Riesentorte sichern.

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