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13.04.2006

15:00 Uhr

Inside: SAP

Generations-Wechsel

VonThomas Nonnast

Wie Coca Cola oder Walt Disney zählt SAP zu den 100 bekanntesten Marken der Welt. Nur: Womit der Konzern aus dem badischen Walldorf Milliarden umsetzt, ist der Allgemeinheit kaum bekannt.

FRANKFURT. „Unternehmenssoftware“ oder „betriebswirtschaftliche Standardsoftware“ ist die unzulängliche Umschreibung, die Medien wie Analysten verwenden. Doch beides greift zu kurz. Denn erstens sind E-Mail-Programme, Konstruktions- oder Datenbanksoftware ebenso Unternehmenssoftware. Und zweitens umfasst das SAP-Spektrum längst mehr als „betriebswirtschaftliche Standardsoftware“. Denn in den vergangenen Jahrzehnten ist um den ursprünglichen Kern der Finanzbuchhaltung eine Programm-Palette entstanden, die von der Produktionssteuerung über Vertrieb und Marketing bis hin zur Lieferlogistik reicht. Mit Ausnahme von Software zur Maschinensteuerung umfasst sie fast alle Funktionen des Betriebs und der Steuerung von Unternehmen.

Weil sich aber die Geschäftsprozesse der Öl- und Gasindustrie von denen des Maschinanbaus oder der Pharmaindustrie unterscheiden, hat SAP mittlerweile nicht weniger als 25 Branchenlösungen im Einsatz. Trotzdem ist die Software an ihre Grenzen gestoßen. Das 1992 eingeführte und immer weiter entwickelte System R/3 hat den Ruf, zu kompliziert zu sein. Tatsächlich gleicht in der Realität kaum ein SAP-System bei einem der 23 000 Kunden dem anderen. Und noch immer ist es für jedes Unternehmen eine schwierige und zeitraubende Aufgabe, die SAP-Software an die eigenen Prozesse anzupassen oder gar laufende Systeme zu ändern.

Deshalb investiert SAP seit 2003 massiv in die fünfte Softwaregeneration. Der milliardenschwere Investitionszyklus zielt darauf, SAP’s Software in eine neue Architektur zu bringen: „Enterprise Service Architecture“ und „Business Process Platform“ sind zwei Begriffe, die viele Kunden verwirren. Verkürzt steckt hinter „Enterprise Service Architecture“ ein Konzept, das die Software in ihre Einzelteile zerlegt und sie – ähnlich wie Legobausteine – zu Komponenten für Geschäftsprozesse wieder zusammenfügt. Das soll mehr Flexibilität bringen und gleichzeitig die Entwicklungs-Kosten senken.

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