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03.04.2006

15:04 Uhr

Inside

Verizon: Speed, Speed, Speed

VonSusanne Wesch

Zweiter zu sein stört Ivan Seidenberg offenbar nicht. Den 59-jährigen Chef des US-Telekomkonzerns Verizon, interessiert etwas anderes: Schnelligkeit. Und um seinen Kunden die bieten zu können, investiert er gewaltige 20 Milliarden Dollar. Ziel: 2010 soll die Mehrzahl einen Anschluss an ein superschnelles Glasfasernetz direkt im Haus haben.

NEW YORK. Analysten und Anleger sind gespannt, wie es mit Verizon weiter-geht, nachdem AT&T sich durch zwei Übernahmen innerhalb kürzester Zeit wieder an die Spitze der US-Telekomkonzerne gesetzt hat. Als erstes wird Verizon wohl Kasse machen: durch den Verkauf der Telefonbuchsparte. Das Management hofft, mindestens 17 Mrd. Dollar damit zu erlösen. Das wäre das Zehnfache des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im letzten Jahr. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre erscheint dies durchaus realistisch. Findet sich kein Käufer, könnte Seidenberg auch einen Börsengang ins Auge fassen.

Das Geld kann Verizon gut gebrauchen, denn der Konzern würde nur zu gern dem Partner Vodafone jene 45 Prozent der Mobilfunktochter Verizon Wireless abkaufen, die der britische Weltmarktführer noch besitzt. Das Paket dürfte aber mit 40 Mrd. Dollar oder mehr sehr teuer werden. Manche Anleger würden es daher lieber sehen, dass Verizon alles beim alten beließe, denn die operative Führung bei der Mobiltochter haben die Amerikaner ohnehin. Die Komplettübernahme würde lediglich zur Folge haben, die beträchtlichen Gewinne vollständig zu bilanzieren. Um den Kaufpreis verdaulicher zu gestalten, könnte Verizon den Briten seine 23 Prozent-Beteiligung am Mobilfunker Vodafone Italia zum Tausch anbieten.

Von anderen Übernahmen in Amerika - etwa dem Kauf des Telekomkonzerns Qwest Communications - will Seidenberg dagegen nichts hören. Er ist gerade dabei, aus dem Festnetzgeschäft in un-rentablen Gegenden wie Hawaii auszusteigen. Ein hoch verschuldetes Unternehmen wie Qwest passt ihm da nicht ins Konzept.

Technisch beinhaltet dieses Konzept den Aufbau eines Netzes, das es den Kunden erlaubt, Telefonie, Mobilfunk, Internet und Fernsehen gemeinsam zu nutzen. Solche Pakete sind bei den Kunden beliebt, denn sie sparen damit Geld. Die Unternehmen schätzen sie, weil Nut-zer, die zwei oder mehr Dienste be-ziehen, wesentlich seltener den An-bieter wechseln. Das zeigt die Erfahrung in Testmärkten.

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