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05.02.2014

17:08 Uhr

Insiderberichte

Bund erwägt Verkauf von Telekom-Anteilen

Der Zeitpunkt scheint günstig: Die Telekomaktie ist in einem Jahr um mehr als die Hälfte gestiegen – nun überlegt der Bund, aus dem Unternehmen zum Teil auszusteigen. Noch hält der Staat 31,9 Prozent der Aktien.

Auf dem Höhepunkt der Internet-Börsenblase im Jahr 2000 kostet die Telekom-Aktie 104,90 Euro. Danach begann eine rasante Talfahrt – zeitweise war die T-Aktie für weniger als acht Euro zu haben. Seit vergangenem Jahr ist die Telekom aber wieder Anlegers Liebling. AFP

Auf dem Höhepunkt der Internet-Börsenblase im Jahr 2000 kostet die Telekom-Aktie 104,90 Euro. Danach begann eine rasante Talfahrt – zeitweise war die T-Aktie für weniger als acht Euro zu haben. Seit vergangenem Jahr ist die Telekom aber wieder Anlegers Liebling.

Frankfurt/MainDer Bundesrepublik könnten Milliardeneinnahmen durch einen lukrativen Teilausstieg bei der Deutschen Telekom winken: Der Bund spielt Insidern zufolge Pläne für einen Verkauf eines Aktienpakets an der Telekom durch. Die staatliche Förderbank KfW frage bei Investmentbankern an, verschiedene Szenarien für eine Platzierung von Telekom-Papieren durchzuspielen und vorzustellen, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Gelegenheit sei günstig. Der Kurs der einstigen Volksaktie ist in den vergangenen zwölf Monaten um etwa 50 Prozent gestiegen und lag am Mittwoch bei 11,59 Euro. Die Zeit sei richtig für einen Verkauf, sagte ein Banker. Aktuell ist der Staatsanteil von rund 32 Prozent gut 16 Milliarden Euro wert.

„Die Bewertungen sind hoch, die Wahlen vorbei und der Kauf von MetroPCS unter Dach und Fach – es stimmt alles“, sagte ein Banker. In Finanzkreisen wurde aber auch betont, dass die Überlegungen noch in einem frühen Stadium seien. Im Bundesfinanzministerium seien noch keinerlei Weichen gestellt worden. Es sei daher nicht klar, ob und wann eine Platzierung über die Bühne gehe könne. Die Telekom, die KfW und das Finanzministerium wollten sich dazu nicht äußern.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

Anleger setzten die Telekom-Aktie nach der Reuters-Meldung auf den Verkaufszettel: Das Dax-Papier notierte zeitweise bis zu 1,5 Prozent tiefer.

Bei der KfW parkt die Bundesregierung einen Anteil von 17,4 Prozent an dem Bonner Konzern – zusammen mit einem direkt gehalten Aktienpaket beläuft sich der Staatsanteil auf 31,9 Prozent. Die KfW spielt bei dem früheren Staatskonzern eine wichtige Rolle: Als die Telekom voriges Jahr ihren Aktionären erstmals die Wahl zwischen einer Bar- oder Aktiendividende ließ, bezog die Bank für zwei Drittel ihrer Beteiligung T-Papiere.

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