Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.08.2014

16:25 Uhr

Insolvente Verlagsgruppe

Weltbild-Übernahme durch Droege ist perfekt

Weltbild hat einen neuen Besitzer: Der Düsseldorfer Investor Droege übernimmt die Führung der insolventen Verlagsgruppe. Doch auch Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bleibt zunächst mit an Bord.

Die Mehrheitsübernahme des insolventen Weltbild-Konzerns durch den Düsseldorfer Investor Droege ist perfekt. dpa

Die Mehrheitsübernahme des insolventen Weltbild-Konzerns durch den Düsseldorfer Investor Droege ist perfekt.

Augsburg/DüsseldorfDie Mehrheitsübernahme des insolventen Weltbild-Konzerns durch den Düsseldorfer Investor Droege ist unter Dach und Fach. Der notarielle Kaufvertrag sei abgeschlossen worden, wie Weltbild-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Montag mitteilte. Der Vertrag wurde demnach am Samstag unterzeichnet, am Montag wurden in Augsburg die Weltbild-Mitarbeiter informiert. Der Übernahme müssen nun noch das Kartellamt, der Weltbild-Gläubigerausschuss und der Droege-Aufsichtsrat zustimmen.

Die Sanierung der Verlagsgruppe mit den etwa 2100 Beschäftigten am Unternehmenssitz in Augsburg und in den bundesweit verteilten Buchhandlungen erfolgt als Joint Venture. Die Droege International Group AG übernimmt die Führung bei dem früheren Kirchenunternehmen, Geiwitz bleibt als Vertreter der Gläubiger zunächst Minderheitsgesellschafter. Weltbild wurde 1948 gegründet und befand sich bis zur Insolvenz im Januar 2014 vollständig im Besitz der katholischen Kirche.

Wie Geiwitz Mitte Juli erläuterte, wird das neue Besitzverhältnis zunächst etwa 60 zu 40 Prozent sein. Später will Geiwitz auch die restlichen Minderheitsanteile an das Unternehmen von Walter Droege verkaufen. Zunächst werde das Weltbild-Grundkapital erhöht, erklärte Geiwitz damals. Droege bringe dafür 20 Millionen Euro in das Unternehmen ein.

Die größten deutschen Buchhändler

Deutscher Buchhandel

Der Online-Händler Amazon hat den Buchhandel auch in Deutschland durcheinandergewirbelt und unter Druck gesetzt. Laut Bundesverband der Versandbuchhändler hat Amazon etwa 1,6 Milliarden Euro Umsatz mit Büchern gemacht und damit drei Viertel Anteil am Online-Geschäft.
Insgesamt setzte der Buchhandel 9,6 Milliarden Euro (allen Zahlen für 2012) um, davon die Hälfte im stationären Handel.

Platz 6

Schweitzer Fachinformationen
28 Filialen
Die Angaben beziehen sich auf reine Buchhändler. Fachabteilungen von Kaufhäusern sind nicht gezählt. Quelle: Buchreport

Platz 5

Oslander
28 Filialen

Platz 4

Mayersche Buchhandlung
46 Filialen

Platz 3

Valora Retail (Bahnhofsbuchhandlungen)
178 Filialen

Platz 2

Thalia
293 Filialen

Platz 1

DBH (Weltbild, Hugendubel, u.a.)

420 Filialen

Vorher hatte Geiwitz mit dem Münchner Investor Paragon verhandelt, doch die Gespräche scheiterten. Im Rahmen der Insolvenz waren etwa 950 Jobs gestrichen worden. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi hatten sich positiv zum Verkauf an Droege geäußert. Die Mitarbeiter hoffen, dass die Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft das Medien-Handelshaus vor einem Weiterverkauf 10 bis 20 Jahre behält und es zu keinem weiteren großen Stellenabbau kommt.

Weltbild gilt als einer der wenigen Online-Händler als ernstzunehmender Amazon-Konkurrent hierzulande. Auch die Vertriebsplattform bücher.de gehört mehrheitlich zu Weltbild.

Die Weltbild-Mutter hatte Insolvenz anmelden müssen, nachdem die beteiligten Bistümer die notwendige Unternehmenssanierung im dreistelligen Millionenbereich nicht mehr finanzieren wollten. Zuletzt hatte das Unternehmen rund 100 Millionen Euro Verlust im Geschäftsjahr verbuchen müssen.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr J.-Fr. Pella

05.08.2014, 11:19 Uhr

Eine Frage:
War die Fa. Droege zuvor nicht als Unternehmensberater
beim Weltbildverlag tätig?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×