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19.02.2013

12:54 Uhr

Insolvente Zeitung

Türkischer Verleger will „Frankfurter Rundschau“ kaufen

Es ist ein Kampf gegen die Zeit. Noch in diesem Monat muss ein Käufer gefunden werden. Im Bieterwettstreit hat nun ein türkischer Verleger sein erstes Angebot für die „Frankfurter Rundschau“ abgegeben.

Eine Ausgabe der insolventen Zeitung „Frankfurter Rundschau“. Ein türkischer Verleger bietet mit. dpa

Eine Ausgabe der insolventen Zeitung „Frankfurter Rundschau“. Ein türkischer Verleger bietet mit.

FrankfurtDer türkische Verleger Burak Akbay hat im Bieterstreit um die schwer angeschlagene „Frankfurter Rundschau“ nachgebessert. Ein Angebot aus Istanbul sei den Gläubigern vorgelegt worden, sagte der Sprecher von Insolvenzverwalter Frank Schmitt, Ingo Schorlemmer, am Dienstag. „Es ist das erste Angebot von Herrn Akbay, das andere Schreiben per E-Mail war eine Absichtserklärung.“

Zu Inhalten äußerte sich Schorlemmer nicht. Zuvor war kritisiert worden, die Pläne des türkischen Verlegers seien „zu niedrig“ und „nicht akzeptabel“. Akbay müsse bei dem angebotenen Kaufpreis ebenso deutlich ausbauen wie bei der Zahlungsweise.

Die Zeitungskrise

Deutschland, Zeitungsland

Trotz aller Hiobsbotschaften aus der Medienbranche ist Deutschland immer noch ein Zeitungsland: Nach aktuellen Angaben des Bundesverbandes deutscher Zeitungsverleger (BDZV) gibt es hier 315 lokale und regionale Abonnementzeitungen, 10 überregionale Blätter sowie 8 Straßenverkaufszeitungen, vor allem die „Bild“.

Die Auflagen sinken

Doch die meisten Blätter verlieren von Jahr zu Jahr an Auflage. Im zweiten Quartal 2013 wurden pro Erscheinungstag 20,64 Millionen Tageszeitungen verkauft, wie aus einer Erhebung der IVW hervorgeht. Das sind rund 4 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Darin sind rund 0,38 Millionen E-Paper-Ausgaben enthalten. Bei den Wochenzeitungen zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab: Die verkaufte Auflage sank um rund 20.000 auf 1,73 Millionen Exemplare.

Der Werbemarkt schwächelt

Die sinkende Auflage trifft die Zeitungen gleich doppelt: Zum einen sinken die Vertriebserlöse, wenn die Verlage den Verkaufspreis nicht anheben (was in den letzten Jahren aber viele getan haben). Zum anderen verdienen sie weniger mit den Anzeigen – deren Preis richtet sich nach der Reichweite. Während der Gesamtwerbemarkt 2012 um 0,9 Prozent schrumpfte, verzeichneten die Zeitungen einen Umsatzrückgang von 9,1 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Fürs laufende Jahr erwartet der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft, dass die Verlage maximal eine schwarze Null erreichen.

Rubrikenmärkte wandern ins Netz ab

Mit Kleinanzeigen, Stellenausschreibungen und Autoanzeigen haben die Verlage jahrzehntelang gutes Geld verdient. Doch die Rubrikenmärkte sind weitgehend ins Internet abgewandert – viele der Portale gehören nicht Verlagen, sondern anderen Akteuren. Hier gibt es nur wenige Ausnahmen. Im Online-Geschäft sehr aktiv ist beispielsweise der Axel-Springer-Verlag, ihm gehören das Immobilienportal Immonet und das Stellenportal Stepstone.

Digitale Produkte gleichen Minus nicht aus

Die große Hoffnung auf den Verkauf digitaler Ausgaben hat sich bislang nicht erfüllt. Zwar verkaufen sich E-Paper immer besser, im zweiten Quartal 2013 waren es rund 380.000 Exemplare. Doch das ist zu wenig, um den Rückgang der Printauflage aufzufangen. Die Reichweite der Web-Portale steigt zwar, doch die Werbeeinnahmen gleichen das Umsatzminus nicht aus. Viele Verlage hoffen, mit Bezahlmodellen im Netz mehr Geld zu erwirtschaften.

Hoffnung auf die große Reichweite

„Gedruckt, online und mobil erreichen die Zeitungen aktuell ein Publikum, das so groß ist wie nie zuvor“, erklärt der BDZV. Auf diese Reichweite hoffen die Verleger. Als Chancen nennt der Verband das Digitalgeschäft, aber auch neue Geschäftsfelder wie Aus- und Weiterbildung oder Veranstaltungsmanagement. Allerdings haben viele Verlage mit diversen Sparrunden das Personal stark ausgedünnt – das erschwert die Umsetzung neuer Ideen.

Bezahlinhalte als Ausweg?

Immer mehr Verlage hoffen, mit Bezahlinhalten den Umsatz steigern zu können. Beim „metered model“, das etwa die „Welt“ verwendet, dürfen die Leser nur eine bestimmte Zahl an Artikeln kostenlos lesen – danach müssen sie ein Abo abschließen. Und die „Bild“ stellt nur einen Teil der Artikel kostenlos ins Netz, andere Beiträge bekommen nur zahlende Kunden zu sehen.

Für die Insolvenzverwalter und die Belegschaft bleibt die Suche nach einem Interessenten ein Rennen gegen die Zeit: „In diesem Monat muss eine Entscheidung fallen“, sagte Schorlemmer. „Solange kann ein Interessent sein Angebot auch nachbessern. Er bezweifelte aber, dass sich die Gläubiger auf eine Verlängerung der bis Ende Februar vereinbarten Finanzierung einlassen könnten. Am Mittag (13.30 Uhr) wollten Mitarbeiter des Verlags erneut vor dem Redaktionsgebäude in Frankfurt protestieren.

Nach bisherigen Angaben will Akbay die „FR“ als überregionale Zeitung mit einem eigenen Druckhaus fortführen. Er besitzt das türkische Verlags- und Druckereihaus Estetik Yayincilik, das die regierungskritische „Sözcü“ herausgibt. Neben Akbay hat auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“) Interesse an der angeschlagenen Traditionszeitung gezeigt. Derzeit prüft das Bundeskartellamt diese mögliche Übernahme.

Die „Frankfurter Rundschau“ hatte im November angesichts massiver Verluste Insolvenz angemeldet. Insgesamt stehen rund 450 Arbeitsplätze auf dem Spiel, davon etwa die Hälfte im Druckzentrum.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Numismatiker

19.02.2013, 13:23 Uhr

Danach heißt die Zeitung dan "Frünkfürter Ründschü" :-DD

Account gelöscht!

19.02.2013, 13:52 Uhr

Das hat noch gefehlt...

IgnatzHubertus

19.02.2013, 15:02 Uhr

Und somit wird aus der FrankfurterRundschau der Ableger der Hürriyet und verbreitet die wohlgesonnene Berieselung der Deutschen Bürger mit noch mehr Dessinformation und Political Correctness im Sinne der Muselmanisierung Europas.

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