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18.01.2014

16:47 Uhr

Insolventer Buchhändler

Bastei Lübbe will Weltbild-Digitalgeschäft

Der Verlag Bastei Lübbe zeigt Interesse an Digital-Geschäft des insolventen Weltbild-Konzerns. Weltbild bietet unter anderem einen eigenen E-Reader an. Noch ist unklar, wie es für die Weltbild-Gruppe weitergeht.

Der Augsburger Weltbild-Verlag hatte vor gut einer Woche Insolvenz angemeldet, nachdem die katholische Kirche ihm überraschend den Geldhahn zugedreht hatte. dpa

Der Augsburger Weltbild-Verlag hatte vor gut einer Woche Insolvenz angemeldet, nachdem die katholische Kirche ihm überraschend den Geldhahn zugedreht hatte.

FrankfurtDer Kölner Verlag Bastei Lübbe hat Interesse an Teilen des insolventen Weltbild-Konzerns angemeldet. „Ich kann mir schon vorstellen, dass bestimmte Teile von Weltbild, etwa das Digitalgeschäft, auch für uns interessant sein könnten“, sagte Vorstandchef Thomas Schierack der „WirtschaftsWoche“. Weltbild hatte zusammen mit Partnern ein eigenes Lesegerät für elektronische Bücher auf den Markt gebracht. Der Augsburger Weltbild-Verlag hatte vor gut einer Woche Insolvenz angemeldet, nachdem die katholische Kirche ihm überraschend den Geldhahn zugedreht hatte.

Weltbild ist mit 6300 Beschäftigten zusammen mit seinem Partner Hugendubel in Deutschland der zweitgrößte Buchhändler nach der Douglas-Tochter Thalia. Das Filialgeschäft, das knapp 30 Prozent des Umsatzes ausmacht, könnte infolge der Insolvenz Hugendubel zufallen. Die Buchläden sind bisher nicht von der Insolvenz betroffen. Der „WirtschaftsWoche“ zufolge ist in der Satzung der DBH Buch-Handels-Gesellschaft, in der beide Partner ihr Filialgeschäft gebündelt haben, ausdrücklich geregelt, dass ein Gesellschafter Anteile einziehen kann, sollte der andere Insolvenz anmelden.

Die größten deutschen Buchhändler

Deutscher Buchhandel

Der Online-Händler Amazon hat den Buchhandel auch in Deutschland durcheinandergewirbelt und unter Druck gesetzt. Laut Bundesverband der Versandbuchhändler hat Amazon etwa 1,6 Milliarden Euro Umsatz mit Büchern gemacht und damit drei Viertel Anteil am Online-Geschäft.
Insgesamt setzte der Buchhandel 9,6 Milliarden Euro (allen Zahlen für 2012) um, davon die Hälfte im stationären Handel.

Platz 6

Schweitzer Fachinformationen
28 Filialen
Die Angaben beziehen sich auf reine Buchhändler. Fachabteilungen von Kaufhäusern sind nicht gezählt. Quelle: Buchreport

Platz 5

Oslander
28 Filialen

Platz 4

Mayersche Buchhandlung
46 Filialen

Platz 3

Valora Retail (Bahnhofsbuchhandlungen)
178 Filialen

Platz 2

Thalia
293 Filialen

Platz 1

DBH (Weltbild, Hugendubel, u.a.)

420 Filialen

Ob Hugendubel davon Gebrauch mache, sei jedoch fraglich. So unterschieden sich die Sortimente von Weltbild und Hugendubel deutlich. Der Münchner Buchhändler Hugendubel hatte schon seit längerem eine Herauslösung seiner 77 Filialen aus dem DBH-Verbund angestrebt. „Die geplante Aufspaltung der DBH ist mit der Insolvenz von Weltbild vorläufig in der ursprünglichen Form hinfällig“, sagte ein Hugendubel-Sprecher dem Magazin. Nun würden neue Szenarien geprüft und Gespräche mit Geschäfts- und Finanzierungspartnern geführt.

Von

rtr

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