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19.11.2013

17:59 Uhr

Insolventer Fernsehbauer

Zwei Bieter interessieren sich für Loewe

Kaufangebot für den TV-Hersteller Loewe: Der Konzern hat seinen Gläubigern einen zweiten potenziellen Übernahmekandidaten präsentiert. So soll die Rettung des 90 Jahre alten Unternehmens noch gelingen.

Die Produktion in der Loewe-Firmenzentrale im oberfränkischen Kronach geht vorerst weiter. dpa

Die Produktion in der Loewe-Firmenzentrale im oberfränkischen Kronach geht vorerst weiter.

MünchenZwei Investoren sind bereit, den schwer angeschlagenen TV-Hersteller Loewe zu übernehmen. „Die Gespräche sind bereits weit fortgeschritten und verlaufen äußerst positiv“, sagte Loewe-Finanzvorstand Rolf Rickmeyer am Dienstag. Wann eine Entscheidung darüber fällt, welcher Bieter zum Zug kommt, ist nach Worten eines Sprechers noch unklar. „Hier gibt es keinen Zeitdruck.“ Namen nannte er nicht.

Nach hohen Verlusten hatte Loewe Anfang Oktober ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Am Dienstag tagte die Gläubigerversammlung in Coburg. Sie habe dem Sanierungskurs des Vorstands und der Fortführung des operativen Geschäftsbetriebs zugestimmt, teilte das Unternehmen mit. „Die Zustimmung der Gläubiger ist ein deutlicher Vertrauensbeweis und ein wichtiges Signal“, sagte Vorstandschef Matthias Harsch. „Der Fortführung des Geschäftsbetriebs für die weitere Dauer des Investorenprozesses steht damit nichts mehr im Wege.“ Am Standort Kronach sind noch etwa 650 Mitarbeiter beschäftigt.

Die größten TV-Hersteller der Welt

Samsung

Samsung hat seine Spitzenposition im TV-Markt ausgebaut: Der südkoreanische Konzern hält bei den Flachbildfernsehern einen Marktanteil von 28,5 Prozent des Umsatzes, wie der US-Marktforscher NPD ermittelt hat. Auch bei den Smartphones ist Samsung übrigens vorne.

LG Electronics

Auch die Nummer 2 kommt aus Südkorea: 14 Prozent des Umsatzes im TV-Markt gehen an LG Electronics.

Sony

Sony schreibt mit seinem TV-Geschäft schon seit Jahren rote Zahlen. Der Marktanteil ist auf 8,3 Prozent gesunken.

Panasonic

Panasonic ist im TV-Markt mit einem Anteil von 6,8 Prozent die Nummer 4 – die Tochtergesellschaft Sanyo ist darin bereits eingeschlossen.

Sharp

Wie Sony macht auch Sharp eine tiefe Krise durch. Der japanische Konzern hat im Markt für Flachbildfernseher noch 5 Prozent Marktanteil.

Sonstige

Der große Rest hat 36,3 Prozent Marktanteil – darunter fallen auch Philips und der deutsche Hersteller Loewe.

Die Börse reagierte positiv auf die jüngsten Nachrichten. Die Loewe-Aktie kletterte am Dienstag bis zum späten Nachmittag um rund 27 Prozent auf 2,17 Euro.

Das Unternehmen, das sich auf die Produktion hochwertiger Fernseh- und Audiogeräte spezialisiert hat, war wegen des Preiskampfs in der Branche und der Konkurrenz aus Fernost zunehmend unter Druck geraten. Gemeinsam mit einem Investor hofft Loewe nun auf einen Neubeginn. Bereits mit im Boot sitzt das chinesische Unternehmen Hisense als Technologie-Partner. „Das Unternehmen kann nach Abschluss des Kaufvertrags sofort voll durchstarten“, versicherte Harsch. Der Geschäftsbetrieb laufe wieder stabil, versicherte Rickmeyer: „Die Kunden kaufen wieder, die Umsätze ziehen wieder kräftig an.“

Von

dpa

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