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16.01.2014

20:29 Uhr

Insolventer TV-Hersteller

Loewe von deutscher Investorengruppe gerettet

Die Traditionsmarke Loewe bleibt in deutscher Hand. Eine Investorengruppe um ehemalige Manager von Apple und Bang & Olufsen hat den insolventen TV-Hersteller gekauft. Von der Börse dürfte Loewe aber verschwinden.

Insolventer Fernseh-Hersteller

Loewe zieht sich aus dem Sumpf

Insolventer Fernseh-Hersteller: Loewe zieht sich aus dem Sumpf

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KronachDer angeschlagene TV-Gerätehersteller Loewe wird großteils an eine Gruppe deutscher Investoren verkauft. Damit sei der „Fortbestand der Traditionsmarke Loewe in deutscher Hand“ gesichert, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Kronach mit. Zu der Gruppe gehören deutsche Familienunternehmer und ehemalige Manager von Apple und Bang & Olufsen. Konkrete Namen wurden nicht genannt. Sie wollen das Unternehmen stärker auf digitale Unterhaltungsprodukte ausrichten und die Kooperation mit dem chinesischen Technologie-Partner Hisense ausbauen. Über den Kaufpreis wurde nichts mitgeteilt.

Nach hohen Verlusten hatte Loewe Anfang Oktober 2013 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Im November hatte Loewe mitgeteilt, dass noch zwei Bieter für einen Einstieg im Rennen sind.

Technisch ist die Übernahme als sogenannter „Asset Deal“, das heißt als Übertragung von Vermögenswerten, geplant. Der verbleibende Mantel der Loewe AG soll von der Börse genommen und abgewickelt werden. Hauptaktionär der AG war bisher nach Angaben von Loewe das japanische Elektronikunternehmen Sharp mit knapp 29 Prozent der Anteile, der Streubesitz lag bei mehr als 60 Prozent.

Verkauft werden wesentliche Teile des Geschäfts. Neben der neuen Unternehmenszentrale in München sollen die Loewe-Entwicklungszentren in Kronach und Hannover sowie weitere zentrale Unternehmensfunktionen am Hauptstandort Kronach bestehen bleiben, hieß es in der Mittelung. Zuletzt waren am Stammsitz noch etwa 650 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz lag 2012 bei 250 Millionen Euro.

Das Unternehmen, das sich auf die Produktion hochwertiger Fernseh- und Audiogeräte spezialisiert hatte, war wegen des Preiskampfs in der Branche und der harten Konkurrenz aus Fernost zunehmend unter Druck geraten. In den vergangenen Jahrzehnten waren viele einstige Größen der deutschen Unterhaltungselektronikbranche unter die Räder gekommen. Die wenigen Verbliebenen wie Loewe und Metz gelten auf dem Weltmarkt eher als Nischenanbieter.

Von

dpa

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

16.01.2014, 20:58 Uhr

Gratuliere.

Loewe ist eine Prestigemarke.

Wer ein Loewe Gerät sein eigen nennt, beweist, dass er Geld und Geschmack hat.

Account gelöscht!

16.01.2014, 21:03 Uhr

Es gibt auch noch TechniSat. Die verzetteln sich nicht mit X-Modellen, sondern bieten ein umfassendes Gerät an. Vielleicht wäre das auch was für Loewe...
Die Kunden von Samsung und Co. mit den Spy-TVs sind ohnehin nicht die Zielgruppe, sondern Leute, die eine umfassende Technik und gleichzeitig einfache Handhabung wollen. Ich sag nur Doppeltuner für alle Formate etc.

Account gelöscht!

17.01.2014, 07:49 Uhr

Es sist schön, wenn mal eine Firma nicht ins Ausland verkauft wird.

Und wenn Loewe von der Börse verschwindet, kann das für den Bestand der Firma nur gut sein! Da haben die Zocker eben ein Spielzeug weniger!

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