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20.03.2014

14:04 Uhr

Insolventer Verlag

650 Weltbild-Mitarbeiter sollen in Beschäftigungsgesellschaft

Noch hat der Insolvenzverwalter des Weltbild-Verlags keinen Investor gefunden. Auf betriebsbedingte Kündigungen kann er vielleicht dennoch verzichten – wenn 650 Mitarbeiter sein Angebot annehmen.

Ausgang ungewiss: Der Weltbild-Verlag hatte am 10. Januar Insolvenz angemeldet. dpa

Ausgang ungewiss: Der Weltbild-Verlag hatte am 10. Januar Insolvenz angemeldet.

AugsburgZur Sanierung des insolventen Weltbild-Verlags sollen mehrere hundert Mitarbeiter in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft wechseln. Aus den Bereichen Verwaltung und Logistik würden 656 Mitarbeiter ein entsprechendes Angebot erhalten, teilte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Donnerstag in Augsburg mit. Bei einer Annahme müssten derzeit keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden.

Einen für den Erhalt des Verlags notwendigen Investor konnte Geiwitz noch nicht präsentieren. Es seien mehrere unverbindliche Angebote eingegangen, erklärte der Insolvenzverwalter. Er sei nach deren Sichtung zwar „vorsichtig optimistisch“. Doch das Ergebnis des Investorenprozesses sei noch „immer völlig offen“.

In der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft sollen die Mitarbeiter den Angaben zufolge unter Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld bis zu einem Jahr eine Aufstockung auf 85 Prozent ihres bisherigen Nettoeinkommens erhalten. Dies wird demnach durch das finanzielle Engagement der katholischen Kirche als Gesellschafter der Verlagsgruppe ermöglicht.

Die größten deutschen Buchhändler

Deutscher Buchhandel

Der Online-Händler Amazon hat den Buchhandel auch in Deutschland durcheinandergewirbelt und unter Druck gesetzt. Laut Bundesverband der Versandbuchhändler hat Amazon etwa 1,6 Milliarden Euro Umsatz mit Büchern gemacht und damit drei Viertel Anteil am Online-Geschäft.
Insgesamt setzte der Buchhandel 9,6 Milliarden Euro (allen Zahlen für 2012) um, davon die Hälfte im stationären Handel.

Platz 6

Schweitzer Fachinformationen
28 Filialen
Die Angaben beziehen sich auf reine Buchhändler. Fachabteilungen von Kaufhäusern sind nicht gezählt. Quelle: Buchreport

Platz 5

Oslander
28 Filialen

Platz 4

Mayersche Buchhandlung
46 Filialen

Platz 3

Valora Retail (Bahnhofsbuchhandlungen)
178 Filialen

Platz 2

Thalia
293 Filialen

Platz 1

DBH (Weltbild, Hugendubel, u.a.)

420 Filialen

Der Weltbild-Verlag hatte am 10. Januar Insolvenz angemeldet, nachdem die katholischen Gesellschafter - darunter zwölf Bistümer - kein weiteres Geld für die Sanierung des nach Amazon zweitgrößten deutschen Online-Buchhändlers geben wollten.

Von

afp

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