Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.10.2013

18:22 Uhr

Insolvenz

Kirch-Gläubiger bekommen mehr Geld

2002 ging die Mediengruppe Leo Kirch pleite - jetzt sind durch eine Zahlung von 92 Millionen Euro knapp ein Fünftel der Forderungen erfüllt. Zu den Gläubigern zählen zahlreiche Banken und die großen Hollywood-Studios.

Die Erben des 2011 verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch (Foto) prozessieren weiter gegen die Deutsche Bank, die sie für die Pleite verantwortlich machen. dpa

Die Erben des 2011 verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch (Foto) prozessieren weiter gegen die Deutsche Bank, die sie für die Pleite verantwortlich machen.

MünchenMehr als ein Jahrzehnt nach dem Zusammenbruch der Kirch-Mediengruppe bekommen die Gläubiger einen weiteren Teil ihres Geldes zurück. Mit einer Abschlagszahlung von 92 Millionen Euro seien nun insgesamt 19 Prozent der unstrittigen Forderungen erfüllt, teilte Insolvenzverwalter Michael Jaffe am Donnerstag mit. Allein die 1300 bisher anerkannten Einzelansprüche von Banken, Medienkonzernen und anderen Geschädigten summieren sich auf 4,6 Milliarden Euro. Davon konnte Jaffe mit der nun ausgezahlten sechsten Rate insgesamt 876 Millionen Euro begleichen.

Zu den Gläubigern zählen fast alle großen deutschen Banken, die großen Hollywood-Studios und der Medienkonzern Axel Springer. Bis zum Abschluss des Insolvenzverfahren in voraussichtlich ein bis zwei Jahren dürften deutlich mehr als 20 Prozent der Forderungen erfüllt werden, heißt es in Gläubigerkreisen. Die in Abwicklung befindliche KirchMedia GmbH & Co. KGaA ist als Überbleibsel des Konzerns nur noch im Lizenzgeschäft tätig.

Die Münchner Film- und Fernsehgruppe von Leo Kirch war im Jahr 2002 pleitegegangen - die Erschütterungen in der Banken- und Medienbranche sind bis heute zu spüren. Die Erben des 2011 verstorbenen Medienmoguls prozessieren weiter gegen die Deutsche Bank, die sie für die Pleite verantwortlich machen. Nachdem die Formel 1 aus der Insolvenzmasse an die BayernLB fiel und dann weiterverkauft wurde, entbrannten mehrere Gerichtsverfahren um den Besitzerwechsel. Seit dieser Woche sieht sich Formel-1-Chef Bernie Ecclestone vor einem Londoner Gericht mit Schadenersatzforderungen des Münchner Medienkonzerns Constantin konfrontiert, hinter dem ebenfalls die Kirch-Erben stehen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×