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15.01.2009

16:46 Uhr

Insolvenz

Nortel unter Gläubigerschutz

VonGerd Braune

Der frühere kanadische Telekom-Gigant Nortel hat Gläubigerschutz beantragt. Das in Toronto ansässige Unternehmen teilte am Mittwoch mit, der Insolvenzantrag nach Chapter 11 des US-amerikanischen Konkursrechts sei bei einem Bezirksgericht im Bundesstaat Delaware eingereicht worden.

Pleite: Der kanadische Telekom-Ausrüster Nortel. Foto: Reuters Reuters

Pleite: Der kanadische Telekom-Ausrüster Nortel. Foto: Reuters

OTTAWA. Ähnliche Anträge sollten am gleichen Tag noch in Kanada folgen. Die europäischen Niederlassungen würden vermutlich in Europa Gläubigerschutz beantragen. Angesichts einer am Donnerstag anstehenden Zahlung von Zinsen auf Unternehmensschulden sah sich Nortel zu diesem Schritt gezwungen.

Nortels Präsident und Chief Executive Officer Mike Zafirovski sagte, dieser Schritt sei nun notwendig, um Nortel "ein für alle Mal auf eine sichere finanzielle Basis zu stellen". Nortel soll dadurch die Möglichkeit einer Restrukturierung bekommen, um seine Kosten und Schulden neu zu ordnen und die Ausrichtung des Geschäfts neu zu bestimmen. Nortel versicherte, dass das Tagesgeschäft ohne Unterbrechung weiterlaufen werde. Allerdings wird in kanadischen Medien nicht ausgeschlossen, dass Nortel nun Teile seines Geschäfts verkaufen wird oder insgesamt zum Verkauf ansteht. Angaben zu den Auswirkungen auf die 500 Mitarbeiter in Deutschland machte das Unternehmen nicht.

Nortel hatte zum 30. September 2008 Schulden von insgesamt 6,3 Mrd. US-Dollar, einschließlich Leasing-Verpflichtungen, Defiziten bei der Pensionskasse und anderen Posten. Anleihen über eine Mrd. Dollar werden 2011 fällig. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben zwar noch über Barmittel von 2,4 Milliarden Dollar. Die Geschäfte des Unternehmens liefen im vierten Quartal aber offenbar schlecht, auch für Anfang 2009 erwarten Experten keine Besserung. Vor diesem Hintergrund gab wohl eine für Donnerstag anstehende Zinszahlung von 107 Millionen Dollar auf Unternehmensschulden den letzten Anstoß, nun Gläubigerschutz zu beantragen.

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