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04.01.2007

09:09 Uhr

Insolvenzverfahren

Kein Interesse an BenQ Mobile

Die Rettung des insolventen Münchener Handyproduzenten BenQ Mobile wird immer unwahrscheinlicher. Doch der Insolvenzverwalter des Unternehmens, Martin Prager, gibt die Hoffnung nicht auf. Noch bis Ende Januar werden im Werk Kamp-Lintfort die Bänder laufen, bis dahin will Prager weiter Gespräche mit Interessenten führen.

HB MÜNCHEN. „Ein Neubeginn wird schwieriger, je länger die Produktion stillsteht“, erklärte der Insolvenzverwalter des Unternehmens, Martin Prager, am Mittwoch in München. Obwohl er im letzten Vierteljahr mit 100 Interessenten gesprochen habe, sei es zu keinem Vertragsabschluss gekommen. Knackpunkt seien die unsicheren Umsatzaussichten von BenQ Mobile gewesen.

Nach Ansicht von Prager ist es nicht ausgeschlossen, dass sich in den nächsten Wochen doch noch ein Käufer findet, der einen Neuanfang wagt. „Es gibt Interessenten, mit denen wir sprechen“, sagte Prager. Der Investor müsse allerdings für Forschung und Entwicklung und neue Produkte einen dreistelligen Millionenbetrag ausgeben, sagte der Jurist. Dabei werde nur noch über einen Komplettverkauf diskutiert. Eine Zerschlagung in Einzelteile, die er zeitweise ebenfalls erwogen habe, sei vom Tisch.  

Das Amtsgericht München hat am Montag das Insolvenzverfahren über die ehemalige Siemens-Sparte eröffnet. Von den rund 3 000 Mitarbeitern, die BenQ Mobile im Herbst noch hatte, sind jetzt 2 305 in zwei so genannte Transfergesellschaften gewechselt. Dort sollen sie für neue Jobs fit gemacht werden. 500 Ex-Mitarbeiter haben von sich aus gekündigt.

BenQ Mobile hat Ende September Insolvenzantrag gestellt. Zuvor hatte BenQ, die Konzernmutter aus Taiwan, die Überweisungen an die hoch defizitäre Tochter in Deutschland eingestellt. Der Elektronikkonzern BenQ hatte sein Handygeschäft von München aus geführt, nachdem das Unternehmen die schwer angeschlagene Handysparte von Siemens im Sommer 2005 übernommen hatte.

BenQ tat sich aber von Anfang an schwer mit seiner deutschen Tochter. Neue Modelle kamen zu spät in die Läden, die Marktanteile gingen in den Keller. Prager machte am Mittwoch Managementfehler für das Ende des einst viertgrößten Handyherstellers der Welt verantwortlich. „BenQ war sich über die Komplexität des Geschäfts nicht klar“, sagt er.

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