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16.01.2014

20:08 Uhr

Insolvenzverwalter

Aufspaltung von Weltbild nicht geplant

Die Mitarbeiter der Weltbild-Gruppe können hoffen: Der Insolvenzverwalter will das Unternehmen nicht in seine Filetstücke zerlegen und dann verkaufen. Interessenten für das Gesamtpaket hätten sich bereits gemeldet.

Eine Filiale der Weltbild-Gruppe: Die mehr als 3000 Mitarbeiter aus den Filialen sind bislang nicht direkt von der Insolvenz betroffen. dpa

Eine Filiale der Weltbild-Gruppe: Die mehr als 3000 Mitarbeiter aus den Filialen sind bislang nicht direkt von der Insolvenz betroffen.

AugsburgDer Insolvenzverwalter der Verlagsgruppe Weltbild will das kirchliche Unternehmen möglichst komplett erhalten und peilt eine schnelle Lösung an. „Wir reden nicht nach fünf Tagen von einer Stilllegung oder Teilstilllegung“, sagte Arndt Geiwitz am Donnerstagabend nach einem Treffen mit Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Arbeitsministerin Emilia Müller (beide CSU) in Augsburg. „Wir wollen möglichst die Gruppe zusammenhalten.“

Bis Ende März - also innerhalb der Laufzeit des von der Arbeitsagentur gezahlten Insolvenzgeldes für die mehr als 2000 Augsburger Beschäftigten - will Geiwitz ein Lösung finden. Es hätten sich schon einige Interessenten bei ihm gemeldet. Er habe auch schon mit mehreren möglichen Investoren gesprochen. Details nannte der Krisenmanager nicht, dafür sei es noch zu früh.

Der der katholischen Kirche gehörende Konzern hatte vor einer Woche Insolvenz angemeldet, nachdem die Kirche den Geldhahn zugedreht hat. Die Bischöfe haben allerdings Hilfen in zweistelliger Millionenhöhe angekündigt. Daher will Geiwitz nun zunächst mit dem bisherigen Eigentümer über ein Darlehen verhandeln.

Die größten deutschen Buchhändler

Deutscher Buchhandel

Der Online-Händler Amazon hat den Buchhandel auch in Deutschland durcheinandergewirbelt und unter Druck gesetzt. Laut Bundesverband der Versandbuchhändler hat Amazon etwa 1,6 Milliarden Euro Umsatz mit Büchern gemacht und damit drei Viertel Anteil am Online-Geschäft.
Insgesamt setzte der Buchhandel 9,6 Milliarden Euro (allen Zahlen für 2012) um, davon die Hälfte im stationären Handel.

Platz 6

Schweitzer Fachinformationen
28 Filialen
Die Angaben beziehen sich auf reine Buchhändler. Fachabteilungen von Kaufhäusern sind nicht gezählt. Quelle: Buchreport

Platz 5

Oslander
28 Filialen

Platz 4

Mayersche Buchhandlung
46 Filialen

Platz 3

Valora Retail (Bahnhofsbuchhandlungen)
178 Filialen

Platz 2

Thalia
293 Filialen

Platz 1

DBH (Weltbild, Hugendubel, u.a.)

420 Filialen

Bislang ist Weltbild unter dem eigenen Namen sowie über die Tochter buecher.de im Internethandel aktiv. Zudem betreibt das Unternehmen Hunderte Buchhandlungen zusammen mit der Familie Hugendubel. Die mehr als 3000 Mitarbeiter aus den Filialen sind bislang nicht direkt von der Insolvenz betroffen.

Für Geiwitz macht die Aufteilung in herkömmlichen Handel und Onlinegeschäft Sinn. „Wir sind in einem schwierigen Branchenumfeld, wir haben einen übermächtigen Wettbewerber“, schränkte er allerdings im Hinblick auf den Internet-Riesen Amazon ein.

Die beiden Ministerinnen betonten das große Interesse der Staatsregierung, die Arbeitsplätze zu erhalten. Dafür seien auch Hilfen möglich. „Wir können aber noch nicht abschätzen, welche Maßnahmen sinnvoll sind“, sagte Aigner.

Von

dpa

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