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16.11.2016

06:48 Uhr

Instant-Messenger

Snapchat wagt den Börsengang

VonBritta Weddeling
Quelle:Handelsblatt Online

Das Start-up könnte laut Medienberichten mit bis zu 25 Milliarden Dollar bewertet werden, eine offizielle Börsenzulassung soll beantragt worden sein. Es wäre der größte Börsengang seit dem des Online-Kolosses Alibaba.

Snapchat präsentiert „Spectacles“

Skurrile Geschäftsidee: Die Kamera-Brille aus dem Automaten

Snapchat präsentiert „Spectacles“: Skurrile Geschäftsidee: Die Kamera-Brille aus dem Automaten

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San FranciscoWer genau hingehört hatte, dem hatte Evan Spiegel schon vor geraumer Zeit den entscheidenden Hinweis gegeben. Bereits bei der Umbenennung der Firma hinter der beliebten Messaging-Plattform von Snapchat in „Snap Inc.“ Ende September, hatte der 26-jährige Gründer gewitzelt, der neue Name sei insbesondere gedacht „für die Leute an der Wall Street“.

Nun macht der Chef des Fotodienstes ernst. Medienberichten zufolge hat er noch vor den US-Wahlen die Börsenzulassung für sein Unternehmen bei der US-Aufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) beantragt. Das Debut des Netzwerks an der Wall Street war in der Branche lang erwartet worden und könnte frühestens im März kommenden Jahres erfolgen.

Snapchat in Zahlen

Was ist Snapchat?

Snapchat gilt als soziales Netzwerk der Stunde. Zwar sind die Nutzerzahlen im Vergleich etwa zu Facebook, Twitter und Instagram weitaus geringer, aber besonders viele junge Leute nutzen die App*

*Zahlen nach Angaben von Snapchat

Anzahl der Nutzer

Rund 150 Millionen Nutzer sind täglich aktiv.

Videos

10 Milliarden Videos sind täglich auf Snapchat zu sehen

Alter der Nutzer

Fast 90 Prozent aller Nutzer sind jünger als 35 Jahre

Ü25

60 Prozent sind jünger als 25

Heimatmarkt USA

60 Prozent der US-amerikanischen Smartphone-Nutzer zwischen 13 und 34 sind auf Snapchat

Die App Snapchat mit dem Gespenst als Logo wurde durch Fotos bekannt, die nach dem Anschauen von selbst verschwinden. Als Gegenentwurf zum sozialen Netzwerk Facebook, wo alle Bilder, Kommentare oder Chats auf ewig gespeichert werden, wurde der Dienst bald berühmt, besonders bei jungen Nutzern. Laut der letzten eigenen Angaben von Juni besitzt das Netzwerk über 150 Millionen täglich aktive Nutzer.

Snapchat ist damit schon jetzt beliebter als Twitter. Laut einer Schätzung von E-Marketer werden die Umsätze bis Ende 2017 auf eine Milliarde Dollar klettern. Mit der smarten Sonnenbrille „Spectacles“, in die eine Kamera eingebaut ist, versucht sich das erst 2011 gegründete Jungunternehmen nun auch testweise im Hardware-Segment.

An der New Yorker Börse könnte Snap mit bis zu 25 Milliarden Dollar bewertet werden und vier Milliarden Dollar einnehmen, schätzt das „Wall Street Journal“, das wäre der größte Börsengang seit dem chinesischen Internetkonzern Alibaba im September 2014. Bislang warb Snap Investorengelder in Höhe von 2,6 Milliarden Dollar ein. Zu den Finanziers gehören unter anderem Alibaba und Kleiner Perkins Caufield & Byers, eine der ältesten Investmentfirmen des Silicon Valleys.

Snapchat: Kamera-Brille gibt es nur am Automaten

Snapchat

Kamera-Brille gibt es nur am Automaten

Die Snapchat-Kamerabrille ist da: Bei Los Angeles wurden die ersten Geräte in einem gelben Automaten angeboten. Die „Spectacles“-Brillen waren schnell ausverkauft, die Preise bei eBay schnellten hoch.

Die Ankündigung des Valley-Newcomers könnte der ganzen Tech-Branche Aufwind geben, sind Börsengänge dort doch in jüngster Zeit eher rar gesät. 2016 gilt quer durch alle Branchen schon jetzt als das schlechteste Jahr seit 2009. Außer Twilio, einem IT-Anbieter aus San Francisco, wagte kaum ein „Einhorn“, wie das Valley Start-ups mit einer Bewertung jenseits der Milliarde nennt, das Debut an der Wall Street. Dem Börsengang von Snap könnten nun weitere Start-ups folgen, darunter der Fahrservice Uber, der inzwischen mit fast 70 Milliarden Dollar bewertet wird, oder der Wohnraumvermittler Airbnb.

Ex-Stanford-Student Spiegel, der das Netzwerk mit Studienfreund Bobby Murphy in Los Angeles gegründet hat, setzt mit seinen Börsenplänen den großen Konkurrenten, Facebook-Chef Mark Zuckerberg, weiter unter Druck. Zuckerberg hatte 2013 versucht, Snapchat für den Preis von drei Milliarden Dollar zu übernehmen wie zuvor Instagram und WhatsApp. Doch Spiegel ließ sich nicht auf den Deal ein und setzte stattdessen auf einen aggressiven Expansionskurs.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.11.2016, 17:37 Uhr

Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

Account gelöscht!

18.11.2016, 13:35 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

Aber immer gerne, dafür gebe ich und Herr von Horn uns richtig Mühe.
Nicht einfach den ganzen Tag zu allen Artikeln Kommentare zu schreiben.
Da muss man schon einen breit aufgestellten Sachverstand haben. Danke

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