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27.06.2016

13:56 Uhr

Intel

Chipkonzern will IT-Sicherheitssparte verkaufen

Mit 7,7 Milliarden Dollar hat sich Intel den Kauf des Sicherheitsspezialisten McAfee viel kosten lassen. Nun soll sich der Chip-Hersteller nach Käufern umsehen. Was zu diesem Strategieschwenk geführt hat.

Einst plante Intel mit dem Kauf von McAfee, Sicherheitsfunktionalitäten direkt in seine Chips zu integrieren. Doch jetzt überlegt der Chiphersteller Medienberichten zufolge, sich von seiner IT-Sicherheitssparte zu trennen. Reuters

Intel

Einst plante Intel mit dem Kauf von McAfee, Sicherheitsfunktionalitäten direkt in seine Chips zu integrieren. Doch jetzt überlegt der Chiphersteller Medienberichten zufolge, sich von seiner IT-Sicherheitssparte zu trennen.

London/Santa ClaraIntel stellt laut einem Zeitungsbericht seine IT-Sicherheitssparte auf den Prüfstand. Eine Option sei der Verkauf, schrieb die „Financial Times“ am Montag unter Berufung auf informierte Personen. Eine Bestätigung von Intel lag zunächst nicht vor. 2010 hatte der Chip-Hersteller den einstigen Branchenpionier McAfee für 7,7 Milliarden Dollar übernommen. Die Sparte nannte das Unternehmen in Intel Security um, der Name McAfee wurde allerdings noch für einige Produkte verwendet.

Das Geschäft mit IT-Sicherheit gilt angesichts der wachsenden Bedrohungen durch Cyberangriffe unter Finanzinvestoren als lukrativ. Dem Bericht zufolge ist eine Gruppe von privaten Beteiligungsgesellschaften daran interessiert, gemeinsam Intels Sicherheits-Sparte zu übernehmen – unter der Voraussetzung, dass sich der Preis auf den damaligen Kaufpreis oder etwas höher einpendelt.

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Mit dem Kauf von McAfee hatte Intel ursprünglich Sicherheitsfunktionalitäten direkt in seine Chips integrieren wollen. Damit sollte Cyberangriffen begegnet werden, noch bevor sie sich über Software-Anwendungen verbreiten können. Bis heute sind die Pläne jedoch nicht vollständig realisiert. Stattdessen verließen mit David DeWalt und Mike DeCesare zwei Topmanager der Sicherheits-Sparte das Unternehmen.

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Von

dpa

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