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14.10.2015

04:23 Uhr

Intel

Die Cloud – Fluch und Segen zugleich

VonAxel Postinett

Die IT-Welt steht Kopf: Der PC-Markt fällt weiter, aber der Chiphersteller zeigt sich davon nur wenig berührt. Die Cloud rettet Intel die Bilanz – und ist gleichzeitig das neue Sorgenkind des Konzerns.

Intel hat die Quartalszahlen vorgelegt - die Cloud rettet die Bilanz. AFP

Intel

Intel hat die Quartalszahlen vorgelegt - die Cloud rettet die Bilanz.

San FranciscoDer Teufel steckt immer im Detail. Als Intel am Dienstag seine Zahlen für das dritte Quartal offenlegte und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertraf, verhielt sich die Aktie relativ stabil. Doch als der Konzern seine Erwartungen zum laufenden vierten Quartal konkreter ausgeführt hatte, ging es mit dem Papier nachbörslich um bis zu 3,8 Prozent deutlich bergab.

Die Sparte Server für Unternehmen und Datencenter, auf die Intel genauso setzt wie HP, Oracle oder Dell, der Konzern, der gerade die größte Übernahme der Tech-Geschichte für 67 Milliarden Dollar angekündigt hat, zeigt Wachstumsprobleme.

Wer Intel sagt, der denkt PC. Falsch gedacht: Zwar spielt das PC-Geschäft doppelt so viel Umsatz ein wie der Bereich für Server-Prozessoren, dennoch sind die Gewinne beider Sparten praktisch gleichhoch. Es ist der raketenhafte Aufstieg des Cloud-Computing der den anhaltenden Absatzschwund bei PCs überdeckt. Laut den IT-Marktforschern bei Gartner betrug der erneute Rückgang im vergangenen Quartal 7,7 Prozent.

Die Cloud – für viele ein diffuses Schlagwort

Im dritten Quartal lag Intels Gewinn pro Aktie mit 64 Cent zwar unter dem des Vorjahres, aber weit über den Analystenschätzungen von 59 Cent. Der Umsatz in der PC-Sparte sank um 7,5 Prozent. Das war erwartet worden und die Server hatten es mit einem Plus von zwölf Prozent halbwegs aufgefangen. Das Gleiche beim Gewinn: Dank es Cloud-Geschäfts fiel der Nettoertrag mit 3,11 Milliarden Dollar nach 3,22 Milliarden im Vorjahresquartal mit sechs Prozent am Ende nicht so stark wie befürchtet.

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Ein starkes Geschäft mit Prozessoren für Rechenzentren hilft dem Chip-Riesen Intel über die Schwäche des PC-Marktes, denn dort gab es Verluste. Analysten hatten dabei mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet.

Die Cloud – für viele ein diffuses Schlagwort. Hoffnungsträger für die einen, Alptraum für die anderen. Satte 50 Prozent des Gewinns kommen bei Intel heute aus der Sparte Datencenter. Hier spielt der Gigant aus der PC-Welt seine ganze Erfahrung aus und sein in Jahrzehnten angesammeltes Know-how. Intels Chips sind praktisch ohne Alternative, wenn es um die Abarbeitung riesiger Datenmengen geht.

Intel ist dabei gleichzusetzen mit der Cloud. Gigantische Serverfarmen im Internet, auf denen Unternehmen Daten speichern, analysieren und Software laufen lassen. Es gibt keinen signifikanten Wettbewerber seit AMD im Rennen um die schnellsten Chips kaum noch mithalten kann. Intels Marktanteil liegt bei über 90 Prozent.

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