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18.01.2010

10:59 Uhr

Intel-Zahlen

IT-Branche erholt sich überraschend schnell

VonJoachim Hofer

Chip-Weltmarktführer Intel blickt optimistisch ins neue Jahr. Nach langer Zurückhaltung bestellen jetzt auch die Firmenkunden wieder neue Hardware. Intel sieht die Geschäfte wieder auf dem Niveau der Zeit vor der Krise, so der Intel-Deutschlandchef. Auch der Rest der Branche rechnet mit guten Zahlen.

Ein Besucher am Intel-Stand bei einer Messe in Las Vegas. Der Konzern sieht die Geschäfte schon wieder auf dem Niveau vor der Krise. ap

Ein Besucher am Intel-Stand bei einer Messe in Las Vegas. Der Konzern sieht die Geschäfte schon wieder auf dem Niveau vor der Krise.

MÜNCHEN. Die IT-Industrie hat die Wirtschaftsflaute der vergangenen anderthalb Jahre abgehakt und rechnet mit einem kräftig wachsenden Geschäft im laufenden Jahr. Haben zuletzt vor allem Privatleute Geld für moderne Informationstechnologie ausgegeben, so kehren jetzt auch die Unternehmenskunden zurück. „Es wird wieder investiert“, sagte Hannes Schwaderer, Deutschlandchef von Chip-Weltmarktführer Intel, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

„Wir sind wieder auf dem Niveau der Zeit vor der Krise“, betonte der Manager. Was die Rendite anbetrifft, steht Intel heute sogar besser da denn je zuvor. Im abgelaufenen Quartal erzielte der größte Halbleiterproduzent der Welt eine Bruttomarge von 65 Prozent, ein neuer Rekord für den Vorzeigekonzern aus dem Silicon Valley.

Der Wert gibt an, wie viel ein Unternehmen nach Abzug der Herstellungskosten verdient und wird in der Chipbranche oft herangezogen, um die Profitabilität der Wettbewerber zu messen. Wie sehr sich Intel verbessert hat, zeigt der Vergleich mit dem vierten Quartal 2008: Zum Höhepunkt der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise war Intel lediglich auf eine Bruttomarge von 47 Prozent gekommen.

Intel hat Quartalsgewinn verzehntfahrt

Die Chips von Intel werden in etwa 80 Prozent aller Computer weltweit eingebaut, der Konzern beliefert sämtliche große Hersteller mit seinen Prozessoren. Deshalb gilt die Firma aus Santa Clara als Gradmesser für den Zustand der IT-Branche insgesamt.

Intel hat seinen Gewinn im vierten Quartal mit 2,3 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verzehnfacht. Vor einem Jahr hatte die Wirtschaftsflaute das Ergebnis noch auf 234 Millionen Dollar schrumpfen lassen. Das Ergebnis wäre noch viel höher ausgefallen, hätte Intel zur Beilegung eines langjährigen Streits dem Rivalen AMD nicht 1,25 Milliarden Dollar überwiesen. Der Umsatz stieg um 28 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar (rund 7,3 Milliarden Euro).

Analysten waren zum Wochenschluss nicht nur wegen der weit über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen begeistert. Auch die Prognose erfreute die Experten. „Der Ausblick für das laufende Quartal und das Gesamtjahr 2010 ist überzeugend“, urteilten etwa die Experten der WGZ.

Intel rechnet mit einem Umsatz im ersten Vierteljahr zwischen 9,3 und 10,1 Milliarden Dollar. Das wäre ein Plus von mindestens 13 Prozent gegenüber dem noch von der Krise gekennzeichneten Jahresbeginn 2009. Die Marge soll bei etwa 61 Prozent liegen. Ausschlaggebend für die gegenüber dem Jahresschluss geringere Rendite sei eine niedrigere Auslastung der Werke.

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