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03.02.2015

15:38 Uhr

Intelligente Maschinen

Samsung will intelligente Haushaltsgeräte anbieten

Intelligente Maschinen für den Haushalt – Samsung will Pläne zu internetfähiger Waschmaschine und Co noch in diesem Jahr realisieren. Der Konzern erhofft sich so vor allem mehr Unabhängigkeit vom Smartphone-Markt.

Samsung-Haushaltsgeräte-Chef B.K. Yoon und die ehemalige Eiskunstläuferin Yuna Kim präsentieren eine Waschmaschine und einen Air-Conditioner. Samsung will verstärkt auf intelligente, vernetzte Geräte setzen. ap

Intelligente Maschinen

Samsung-Haushaltsgeräte-Chef B.K. Yoon und die ehemalige Eiskunstläuferin Yuna Kim präsentieren eine Waschmaschine und einen Air-Conditioner. Samsung will verstärkt auf intelligente, vernetzte Geräte setzen.

SeoulDer südkoreanische Samsung-Konzern will noch in diesem Jahr intelligente Kühlschränke, Waschmaschinen und Klimaanlagen anbieten. Die vernetzten Haushaltsgeräte sollen mit dem hauseigenen Betriebssystem Tizen laufen, das Samsung auch für Smartphones verwendet, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Auch intelligente Fernsehgeräte seien in Arbeit, sagte der Chef der Haushaltsgeräte-Sparte, B.K. Yoon, vor Journalisten.

Ab 2020 sollten alle neuen Geräte von Samsung internetfähig sein, sagte Yoon. Das sogenannte Internet der Dinge sei für das künftige Wachstum des Konzerns von großer Bedeutung. Die Entwicklung sei vergleichbar mit dem Übergang von gewöhnlichen Handys zu Smartphones.

Betriebssystem Tizen

Verwandt mit Android

Tizen ist ähnlich wie Android ein freies Betriebssystem, das auf Linux basiert. Ein Vorteil: Es ist relativ einfach, Android-Apps auf Tizen zu übertragen. Über längere Zeit hatte der Chiphersteller Intel die Entwicklung vorangetrieben. Samsung integrierte später sein Betriebssystem Bada in das Projekt.

Plattform für die vernetzte Welt

Die Unternehmen hinter Tizen, allen voran Samsung und Intel, wollen das Betriebssystem ausdrücklich nicht auf Smartphones beschränken – es soll auch auf Fernsehern oder Haushaltsgeräten laufen. Der Elektronikriese hat außerdem bereits Smartwatches mit der Software auf den Markt gebracht.

Unabhängiger von Google?

Samsung hält Android offiziell die Treue. Branchenexperten spekulieren aber schon lange darüber, dass Samsung versuchen könnte, seine Marktmacht für den Aufbau eines eigenen Software-Ökosystems zu nutzen. Tizen wäre ein Mittel zum Zweck.

Es fehlt noch an Apps

Das größte Manko an dem neuen Betriebssystem dürfte die geringe Auswahl an Apps sein. Die Tizen-Unterstützer müssen die Entwickler überzeugen, dass es sich lohnt, für die Plattform zu programmieren. Ein Vorteil: Android-Apps lassen sich relativ leicht übernehmen.

Große Konkurrenz

Die Konkurrenz im Markt für Smartphone-Betriebssysteme ist enorm: Android ist Marktführer, Apple mit seinem iOS dominiert das Premiumsegment, mit großem Abstand folgen Windows Phone, das Blackberry OS und Firefox OS. Samsung hätte aber das Potenzial, ein weiteres System zu etablieren.

Die Pläne sind Teil von Samsungs Strategie, die Abhängigkeit des Konzerns vom zunehmend gesättigten Smartphone-Markt zu reduzieren. Im vergangenen Jahr hatte Samsung bereits das US-Start-up SmartThings gekauft, das sich mit der Technik für vernetzte Häuser beschäftigt.

Von

afp

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