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09.02.2012

15:18 Uhr

Internationale Filmfestspiele

„Es gibt einen Run auf den Filmmarkt Berlin“

VonHans-Peter Siebenhaar

Nicht nur das Berlinale-Programm mit Superstars und vielen Premieren hat Weltformat. Die Filmfestspiele in der Hauptstadt haben sich zu einem der weltweit wichtigsten Messeplätze für Filmrechte gemausert.

Plakate zur diesjährigen Berlinale. dpa

Plakate zur diesjährigen Berlinale.

DüsseldorfBerlin ist bis zum 19. Februar wieder einmal die Welthauptstadt des Filmgeschäfts. Stars wie Angelina Jolie, Meryl Streep, Keanu Reeves oder Juliette Binoche werden über den roten Teppich zur Eröffnung der 62. Filmfestspiele schreiten – und der Berlinale damit den nötigen Glamour verleihen. 18 Filme, alle Weltpremieren, kämpfen diesmal um den begehrten Goldenen Bären.

Doch die heute startende Berlinale ist längst nicht nur ein Filmfestival. Sie ist zu einem der wichtigsten Marktplätze der Branche aufgestiegen. „Die wirtschaftliche Bedeutung der Berlinale wächst. Der europäische Filmmarkt wird immer wichtiger“, erläutert Petra Müller, Chefin der Filmstiftung NRW und frühere Geschäftsführerin des Medienboards Berlin-Brandenburg. Alle, die im internationalen Filmgeschäft wichtig sind, kommen zur Berlinale. Während in den Kinos die Filme laufen, werden in den Hotelsuiten rund um den Potsdamer Platz Geschäfte gemacht.

Alle großen Produzenten kommen zur Berlinale

Der parallel zur Berlinale laufende Marktplatz heißt European Film Market (EFM) und ist eine Art Messe für Produzenten, Filmverleiher, Rechtehändler und Drehbuchautoren. Im Martin-Gropius-Bau, ganz in der Nähe des Festivalpalasts am Potsdamer Platz, und im Berliner Marriott-Hotel treffen sich die Branchengrößen, um neue Projekte zu entwickeln sowie Filme zu kaufen und verkaufen.

Die Filme im Wettbewerb der 62. Berlinale

Aus Deutschland

„Barbara“ von Christian Petzold, mit Nina Hoss und Ronald Zehrfeld
„Gnade“ von Matthias Glasner, mit Jürgen Vogel und Birgit Minichmayr
„Was bleibt“ von Hans-Christian Schmid, mit Lars Eidinger und Corinna Harfouch

Aus USA und Kanada

„Jayne Mansfield's Car“ von Billy Bob Thornton (USA), mit Robert Duvall, John Hurt, Kevin Bacon und Billy Bob Thornton
„Rebelle“ von Kim Nguyen (Kanada)

Aus Frankreich

„Les Adieux À La Reine“ („Farewell, My Queen“) von Benoît Jacquot, mit Diane Kruger und Virginie Ledoyen
„À moi seule“ („Coming Home“) von Frédéric Videau
„L'enfant d'en haut“ („Sister“) von Ursula Meier (Schweiz/Frankreich)

Aus Südeuropa

„Cesare deve morire“ („Caesar Must Die“) von Paolo und Vittorio Taviani (Italien)
„Tabu“ von Miguel Gomes (Portugal) - „Dictado“ von Antonio Chavarrías (Spanien)

Aus Südosteuropa

„Metéora“ von Spiros Stathoulopoulos (Griechenland)
„Csak a szél“ („Just The Wind“) von Benedek Fliegauf (Ungarn)

Aus Philippinen und Indonesien

„Captive“ von Brillante Mendoza (Philippinen), mit Isabelle Huppert
„Postcards From The Zoo“ von Edwin (Indonesien)

Aus Senegal

„Aujourd'hui“ von Alain Gomis (Senegal)

Aus Dänemark

„En kongelig affære“ („Die Königin und der Leibarzt“) von Nikolaj Arcel (Dänemark), mit Mads Mikkelsen

Außer Konkurrenz

„Extrem laut und unglaublich nah“ von Stephen Daldry (Großbritannien/USA), mit Sandra Bullock und Tom Hanks
„Bel Ami“ von Declan Donnellan und Nick Ormerod (Großbritannien), mit Robert Pattinson, Uma Thurman, Kristin Scott Thomas und Christina Ricci
„Shadow Dancer“ von James Marsh (Großbritannien), mit Clive Owen
„Flying Swords Of Dragon Gate“ von Tsui Hark (China)
„The Flowers Of War“ von Zhang Yimou (China), mit Christian Bale

Berlinale Special (Auswahl)

„Glück“ von Doris Dörrie (Deutschland), mit Alba Rohrwacher, Vinzenz Kiefer, Matthias Brandt und Oliver Nägele
„Death Row“ von Werner Herzog (Deutschland)
„In The Land Of Blood and Honey“ von Angelina Jolie (USA)
„Young Adult“ von Jason Reitman (USA), mit Charlize Theron
„Haywire“ von Steven Soderbergh (USA), mit Ewan McGregor, Michael Fassbender und Channing Tatum
„Side by Side“ von Chris Kenneally (USA), mit Keanu Reeves
„Ai Weiwei: Never Sorry“ von Alison Klayman (USA)
„Keyhole“ von Guy Maddin (Kanada), mit Jason Patric, Isabella Rossellini und Udo Kier
„La chispa de la vida“ („Der Funke des Lebens“) von Álex de la Iglesia (Spanien), mit Salma Hayek

Vor allem Aussteller aus den USA schätzen die Privatheit der Hotelsuiten. Auf dem EFM werden dieses Jahr über 400 Firmen aus 60 Ländern in Berlin erwartet. Alle großen deutschen Produktionsgesellschaften von Constantin Film über Bavaria bis hin zu Tele München/Concorde – diese Gruppe gehört Herbert Kloiber – sind ausnahmslos in Berlin vertreten.

Die guten Zahlen des Branchentreffs sprechen eine eindeutige Sprache. Trotz der schwierigen Konjunktur in vielen europäischen und amerikanischen Ländern wächst die Attraktivität der Berlinale als Marktplatz. „Es war für uns eine Überraschung, wie früh bereits der Filmmarkt auf der Berlinale ausgebucht war“, sagte Beki Probst, Chefin des European Film Market, dem Handelsblatt. „Es gibt in diesem Jahr einen Run auf Berlin.“

Auch kämen verstärkt Teilnehmer aus aufstrebenden Ländern zur Berlinale. Vor allem für chinesische Produzenten und Rechtehändler sei der Filmmarkt eine wichtige Plattform. Dieses Jahr sind auch wieder die unabhängigen amerikanischen Filmemacher vertreten, beispielsweise das Independent Filmmaker Project.

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