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18.04.2012

01:24 Uhr

Internet-Konzern

Yahoo gelingt der Befreiungsschlag

VonAxel Postinett

Der angeschlagene Internet-Konzern Yahoo hat die Erwartungen bei Gewinn und Umsatz übertroffen. Für das erste Quartal verkündete der US-Konzern nach Börsenschluss einen Nettogewinn von knapp 300 Millionen Dollar.

Die Zentrale von Yahoo in Sunnyvale, Kalifornien. dpa

Die Zentrale von Yahoo in Sunnyvale, Kalifornien.

San FranciscoScott im Glück. Mit Ergebnissen am oberen Ende der Erwartungen schloss der Suchmaschinenkonzern Yahoo das erste Quartal 2012 ab. Eine Steilvorlage für den neuen CEO Scott Thompson, der später die Details seines Restrukturierungsprogramms bekanntgegeben hat. Die Aktie zog nachbörslich an. Nicht zuletzt, weil der Verkauf des Anteils an der chinesischen E-Commerce-Plattform Alibaba forciert werden soll.

Der Umsatz ohne durchgeleitete Umsätze für die Weiterleitung von Nutzern zu Yahoo („ex TAC“) erreichte 1,077 Milliarden Dollar, ein Prozent mehr als im Vorjahr. Analysten hatten bestenfalls mit stagnierenden Umsätzen gerechnet. Ein seltener Triumph: Zum ersten Mal seit dem 3. Quartal 2008 ist der Umsatz im Jahresvergleich wieder gestiegen.

Im Gespräch mit Analysten machte der CEO allerdings direkt klar, dass dies für ihn in „völlig unbefriedigend“ sei. Ziel sei ein Wachstum zumindest im Maße der Mitbewerber. Nun gut: Google hat gerade eben ein Plus von 24 Prozent für das Quartal vorgelegt. Die Messlatte liegt hoch.

Als ein weiterhin großes Problem bezeichnete Thompson die Suchpartnerschaft mit Microsoft. Die Erträge, die Microsoft aus der Suchmaschine Bing erwirtschaftet, lägen weit unter den Erwartungen. Er arbeite „persönlich mit Microsoft zusammen“, um das Schiff flott zu bekommen.

Noch bekommt Yahoo eine garantierte Mindestsumme pro Quartal überwiesen, aber wenn der Vertrag ausläuft, muss Bing mehr erwirtschaften, oder Thompson hat ein weiteres Loch, das er stopfen muss. Die schon von seinen Vorgängern eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen griffen ebenfalls. Das Nettoergebnis stieg um 28 Prozent auf 286 Millionen Dollar, der Gewinn pro Aktie auf 0,23 Dollar. Analysten hatten mit 0,17 Dollar gerechnet.

Auf der Schattenseite stehen die Display-Werbeeinnahmen, die mit 454 Millionen Dollar weiter sinken, sie liegen vier Prozent unter Vorjahr. Es habe einige gute neue Kooperationen und große Werbepartner gegeben, aber auch hier direkt die Ansage an Investoren und das eigene Werbeverkaufsteam: „Lassen Sie es mich klar sagen: Wir sind in keiner unserer Regionen auch nur ansatzweise da, wo wir sein müssten.“ Auf dem US-Kontinent sank der Display-Umsatz um fünf Prozent, in Europa um vier Prozent. Asien-Pazifik lag dagegen mit sechs Prozent im Plus.

Kommentare (1)

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18.04.2012, 08:39 Uhr

Vielleicht hilft die Frage "Warum sollte ich yahoo nutzen?" weiter. Ich weiß für mich keinen Grund, es sei denn ich stehe auf RTL-Nivea und fette Werbebilder mit flackernden Botschaften. Eine E-Mail-Adresse habe ich per se, die braucht kein Mensch wirklich, die Suche ist naja, die Kommentare dort werden zensiert, leider oft zu recht, und wer braucht heute noch Portalseiten?
Ich würde yahoo allenfalls tatsächlich als Alternative zur Google-Suche nutzen.

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