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02.06.2014

14:55 Uhr

Internet per Satellit

Google wagt Odyssee in den Weltraum

VonChristof Kerkmann

Das Kalkül ist einfach, aber der Plan gewagt: Google will ein Satellitensystem aufbauen, um den unvernetzten Teil der Menschheit ins Internet zu bringen. Eine Wette mit großen Chancen, aber einem hohen Einsatz.

Google beherrscht die Computerwelt. ap

Google beherrscht die Computerwelt.

DüsseldorfEs ist ein Wettlauf in den Himmel – nur dass nicht die beiden Supermächte USA und Sowjetunion gegeneinander antreten, sondern zwei Konzerne aus dem Silicon Valley. Google und Facebook wollen die nächste Milliarde Menschen, die bislang noch nicht im Internet ist, vernetzen und an die eigenen Dienste gewöhnen. Flugobjekte wie Drohnen und Ballons sollen die Daten aus den Rechenzentren in entlegene Regionen bringen.

Doch das reicht dem Suchmaschinenriesen offenbar nicht aus: Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ plant er den Aufbau eines eigenen Satellitensystems. Das Projekt ist gewaltig, allein schon weil es Milliarden von Dollar kosten dürfte. Die Investition könnte sich aber doppelt auszahlen.

Google verfolgt ein offensichtliches und ein verdecktes Kalkül. Das offensichtliche: Je mehr Menschen das Internet nutzen, desto mehr suchen auch mit Google, schreiben E-Mails mit Gmail und navigieren mit Google Maps. Die Schwellenländer sind noch eine weitgehend Internet- und Google-freie Zone: 60 Prozent der Weltbevölkerung hat immer noch keinen Zugang zum WWW, nur ein Bruchteil surft mit Breitband-Tempo. Ein enormer Markt.

Die Einkaufsliste von Google

DeepMind

Die neueste Errungenschaft von Google ist das britische Start-up DeepMind, das sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Schon seit langem wurde spekuliert, Google könnte zu Methoden der künstlichen Intelligenz greifen, um große Datenbestände besser auszuwerten. Im Januar 2014 hat der Konzern dann zugegriffen.

Motorola

Im Sommer 2011 kaufte Google für 12,5 Milliarden Dollar den Handy-Hersteller Motorola. Es war die erste große Transaktion, um Google auch im Hardware-Geschäft zu etablieren. Nach weniger als zwei Jahren stieß der Konzern das Geschäft aber wieder ab und verkaufte es an den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo. Die meisten Patente zum Schutz seines Betriebssystems Android behielt Google indes.

Nest

Erst 2011 ging das Start-up Nest an den Start, überzeugte aber mit seinen elektronischen Haushaltsprodukten wie Thermostaten oder Rauchmeldern. Anfang 2014 schlug Google zu und verleibte sich die Firma für 3,2 Milliarden Dollar ein.

Doubleclick

Im Online-Werbemarkt ist Google ein Gigant. Um die eigene Position zu festigen, griff der Konzern im Jahr 2007 zu und kaufte für 3,1 Milliarden Dollar den Vermarktungsspezialisten Doubleclick.

YouTube

Für damals abenteuerlich erscheinende 1,65 Milliarden Dollar kaufte Google im Oktober 2006 die Online-Videoplattform YouTube. Seit Jahren ist es eine erfolgreiche Plattform zum Vertrieb von Video-Anzeigen.

Waze

Fast eine Milliarde Dollar war Google im Sommer 2013 der israelische Spezialist für Navigationssoftware Waze wert. Mit der Software können von unterwegs in Echtzeit Informationen über Verkehrsstörungen übertragen werden.

Android

Ein Beispiel für einen kleineren Zukauf mit großen folgen, war die Akquisition der Firma Android im August 2005 – für geschätzte 50 Millionen Dollar. Der Name setzte sich durch und wurde zum heute allgegenwätigen Google-Betriebssytem für mobile Geräte.

Zagat

Einer der bekanntesten Herausgeber von Restaurantführern kam im Herbst 2011 unter die Google-Fittiche. Für etwa 150 Millionen Dollar kaufte Google Zagat, eine Firma, die Nutzerkritiken zu Restaurant und Geschäften sammelte und aufbereitete. Die Informationen flossen in den Kartendienst Google Maps ein.

Boston Dynamics

Der Roboter-Hersteller sorgte im Internet für Aufsehen mit einem Roboter, der sich wie eine Katze fortbewegt – und das in respektabler Geschwindigkeit und mit großer Wendigkeit. Seit Ende 2013 gehört das Unternehmen zu Google. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Skybox Imaging

Google stärkt im Juni 2014 seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar.

Ein eigenes Netzwerk könnte den Konzernen auch im Konflikt mit den Netzbetreibern helfen. Die Nutzer von Facebook, Google und Netflix verursachen einen erheblichen Teil des Internetverkehrs, ob mit Videos, Fotos oder Suchanfragen. Telekommunikationsriesen wie die Deutsche Telekom oder der US-Gigant Verizon beschweren sich über den rasant anschwellenden Datenstrom und wollen das Verursacherprinzip einführen: eine Abkehr vom Prinzip der Netzneutralität. In den USA hat Google bereits einige Städte mit schnellen Glasfaserverbindungen ausgestattet.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

02.06.2014, 15:08 Uhr

Der geostationäre Orbit ist eigentlich auch der ideale Ort für Backup-Speicher, aber dann mit photonischer statt elektronischer Basis, um vor Strahlungsausbrüchen sicher zu sein.

Account gelöscht!

02.06.2014, 15:32 Uhr

Up here in space
I'm looking down on you
My lasers trace
Everything you do
You think you've private lives
Think nothing of the kind
There is no true escape
I'm watching all the time
I'm made of metal
My circuits gleam
I am perpetual
I keep the country clean
I'm elected electric spy
I'm protected electric eye
Always in focus
You can't feel my stare
I zoom into you
You don't know I'm there
I take a pride in probing all your secret moves
My tearless retina takes pictures that can prove
I'm made of metal
My circuits gleam
I am perpetual
I keep the country clean
Electric eye, in the sky
Feel my stare, always there
There's nothing you can do about it
Develop and expose
I feed upon your every thought
And so my power grows
I'm made of metal
My circuits gleam
I am perpetual
I keep the country clean
Protected detective. Electric eye
JUDAS PRIEST 1982

Als hätten Sie es vorrausgesehen.

Account gelöscht!

02.06.2014, 15:37 Uhr

Warum die gemütlichen Zimmer in der Bundeswehr, die Frau Von der Leyen einrichten will ? Weil der nächste Krieg ein feiger Drohnen-Krieg sein wird, mit Joysticks wo Mann oder Frau dransitzt, neben sich eine Flasche Cola und mit cooler Musik in den Ohren.

Das bereitet Frau VdL gerade vor. Und die Schuss-Freigaben kommen "von oben", gegen wen auch immer "von innen oder von aussen". Eine spionierend Geld-Supermacht, die sich "gegen die Menschen da unten" zu wehren weiss. Das ist "Demokratie von morgen".

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