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07.05.2014

17:21 Uhr

Internet-Riese

Google will in die Klassenzimmer

Vor Jahren kämpfte die IT-Industrie darum, die Schulen ans Netz zu bringen. Das Ziel wurde erreicht. Dennoch sind die Schulen nicht so digital, wie auch viele Lehrer sich dies wünschen. Google will das ändern.

Google will sich stärker in den Schulen engagieren (Symbolbild). ap

Google will sich stärker in den Schulen engagieren (Symbolbild).

Berlin/Mountain ViewGoogle will seine Online-Dienste verstärkt in den Schulunterricht bringen. Mit dem am Mittwoch vorgestellten Angebot „Classroom“ können unter anderem Hausaufgaben elektronisch erstellt und erfüllt werden. Dafür verbindet „Classroom“ Google-Dienste wie GMail, die Online-Festplatte Drive und die Textverarbeitung Docs. Das Angebot werde im Programmpaket „Google Apps for Education“ kostenlos sein und solle im September eingeführt werden.

Die Schulprogramme enthielten keine Anzeigen und werteten auch keine Nutzerdaten für Werbung aus, betonte Google. Der Internet-Konzern hatte dies erst vergangene Woche zugesichert. In einer US-Klage war angeprangert worden, dass in den bisherigen Bildungs-Anwendungen zwar keine Werbung angezeigt worden sei, aber die Auswertung der Daten im Hintergrund weiterlief. „Apps for Education“ hat nach Angaben von Google rund 30 Millionen Nutzer weltweit.

Die Einkaufsliste von Google

DeepMind

Die neueste Errungenschaft von Google ist das britische Start-up DeepMind, das sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Schon seit langem wurde spekuliert, Google könnte zu Methoden der künstlichen Intelligenz greifen, um große Datenbestände besser auszuwerten. Im Januar 2014 hat der Konzern dann zugegriffen.

Motorola

Im Sommer 2011 kaufte Google für 12,5 Milliarden Dollar den Handy-Hersteller Motorola. Es war die erste große Transaktion, um Google auch im Hardware-Geschäft zu etablieren. Nach weniger als zwei Jahren stieß der Konzern das Geschäft aber wieder ab und verkaufte es an den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo. Die meisten Patente zum Schutz seines Betriebssystems Android behielt Google indes.

Nest

Erst 2011 ging das Start-up Nest an den Start, überzeugte aber mit seinen elektronischen Haushaltsprodukten wie Thermostaten oder Rauchmeldern. Anfang 2014 schlug Google zu und verleibte sich die Firma für 3,2 Milliarden Dollar ein.

Doubleclick

Im Online-Werbemarkt ist Google ein Gigant. Um die eigene Position zu festigen, griff der Konzern im Jahr 2007 zu und kaufte für 3,1 Milliarden Dollar den Vermarktungsspezialisten Doubleclick.

YouTube

Für damals abenteuerlich erscheinende 1,65 Milliarden Dollar kaufte Google im Oktober 2006 die Online-Videoplattform YouTube. Seit Jahren ist es eine erfolgreiche Plattform zum Vertrieb von Video-Anzeigen.

Waze

Fast eine Milliarde Dollar war Google im Sommer 2013 der israelische Spezialist für Navigationssoftware Waze wert. Mit der Software können von unterwegs in Echtzeit Informationen über Verkehrsstörungen übertragen werden.

Android

Ein Beispiel für einen kleineren Zukauf mit großen folgen, war die Akquisition der Firma Android im August 2005 – für geschätzte 50 Millionen Dollar. Der Name setzte sich durch und wurde zum heute allgegenwätigen Google-Betriebssytem für mobile Geräte.

Zagat

Einer der bekanntesten Herausgeber von Restaurantführern kam im Herbst 2011 unter die Google-Fittiche. Für etwa 150 Millionen Dollar kaufte Google Zagat, eine Firma, die Nutzerkritiken zu Restaurant und Geschäften sammelte und aufbereitete. Die Informationen flossen in den Kartendienst Google Maps ein.

Boston Dynamics

Der Roboter-Hersteller sorgte im Internet für Aufsehen mit einem Roboter, der sich wie eine Katze fortbewegt – und das in respektabler Geschwindigkeit und mit großer Wendigkeit. Seit Ende 2013 gehört das Unternehmen zu Google. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Skybox Imaging

Google stärkt im Juni 2014 seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar.

In Deutschland sehen Experten Nachholbedarf bei der Modernisierung des Unterrichts. Die weiterführenden Schulen in Deutschland sind zwar inzwischen vollständig an das Internet angeschlossen. Allerdings bietet nur fast jede zweite Schule der Sekundarstufe I (46 Prozent) einen Netzzugang in allen Klassenräumen, ergab eine Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom. Die Ausstattung in den unterschiedlichen Schulformen (Hauptschule, Realschule, Gemeinschaftsschule, Gymnasium) unterscheidet sich kaum.

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