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11.10.2013

18:49 Uhr

Internet-Riese

Google will Nutzer-Empfehlungen für Werbung einsetzen

Nach Facebook will nun auch Google den Schatz der Empfehlungen, Bewertungen und Kommentare im Internet heben. Die Nutzer-Botschaften sollen Werbeanzeigen eine persönliche Note geben. Nutzer müssen der Verwendung aber erst zustimmen.

Das Google-Logo: Nutzer müssen dem Einsatz ihrer Informationen für Werbung explizit zustimmen, erklärte Google. Reuters

Das Google-Logo: Nutzer müssen dem Einsatz ihrer Informationen für Werbung explizit zustimmen, erklärte Google.

New York/BerlinIm Kampf um Werbegelder im Netz will der Internetriese Google künftig auch auf Empfehlungen und Bewertungen seiner Nutzer zurückgreifen. Profilnamen, Online-Bewertungen, Fotos und „Plus 1“-Empfehlungen von Mitgliedern des hauseigenen Netzwerkes Google Plus sollen für Werbeanzeigen verwendet werden. Das geht aus einer entsprechenden Änderung der Nutzungsbedingungen hervor, über die am Freitag zuerst die „New York Times“ berichtete. Damit schlägt Google einen ähnlichen Weg ein wie das Online-Netzwerk Facebook, das bereits die Vorlieben seiner Mitglieder für Werbeanzeigen einsetzt.

Nutzer müssen dem Einsatz ihrer Informationen für Werbung explizit zustimmen, erklärte Google. Wer die zugehörige Einstellung nicht aktiviert, dessen Profilbild und Informationen tauchen nicht in Anzeigen auf. Ein Beispiel für eine solche Werbung: Eine Online-Empfehlung per „Plus 1“-Klick „für Ihre örtliche Lieblingsbäckerei könnte sich in einer Anzeige wiederfinden, die die Bäckerei über Google schaltet“, so Google in einer Erklärung zu den Änderungen. Empfehlungen minderjähriger Nutzer werden nicht verwendet. Die Änderungen sollen zum 11. November in Kraft treten.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

Der „New York Times“ zufolge können auch Bewertungen von Musikalbum auf der Plattform Google Play oder Abonnements von Firmenprofilen im Netzwerk Google Plus in Anzeigen auftauchen. Offenbar will Google für die Werbeanzeigen mit sozialem Touch auf Informationen aus seinen verschiedenen Diensten zurückgreifen. Google spricht von „geteilten Empfehlungen“ der Nutzer.

Vorreiter bei dieser Art von Anzeigen ist bisher Facebook. Seit einiger Zeit setzt das Netzwerk die Vorlieben seiner Mitglieder für Werbebotschaften ein. Die Internetwerbung bekommt so den Anstrich einer persönlichen Empfehlung von Bekannten. Auch auf Facebook können Nutzer diese Option ausschalten.

Werbung mit bezahlten Suchtreffern oder Anzeigen auf Seiten wie YouTube ist die Haupteinnahmequelle von Google. Allerdings fielen zuletzt die Preise für Online-Anzeigen.

Von

dpa

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