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30.05.2014

07:46 Uhr

Internet-Suchmaschine

Google vergisst fortan

Jetzt können Europäer bei Google einen Löschantrag stellen. Das Unternehmen setzt damit das „Recht auf Vergessenwerden“ um. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs bringt die Firma in eine schwierige Lage.

Im Datenrausch

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Im Datenrausch: Erschreckender Selbsttest - Wie gläsern bin ich?

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WashingtonMehr als zwei Wochen nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu Löschmöglichkeiten in Ergebnislisten von Suchmaschinen hat Google mit der technischen Umsetzung begonnen. Am späten Donnerstag stellte der Suchmaschinen-Gigant ein Formular ins Internet, mit dem Europäer die Löschung unliebsamer Daten beantragen können. Das Urteil zwinge Google, schwierige Entscheidungen zu treffen zwischen dem „Recht des Einzelnen auf Vergessenwerden“ und dem Informationsrecht der Öffentlichkeit, erklärte ein Sprecher des US-Konzerns.

Ein Beraterausschuss soll dem Konzern künftig helfen, zwischen beiden Interessen die Waage zu halten. Ihm gehören Ex-Konzernchef Eric Schmidt, Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, Experten der Universitäten von Oxford und Leuven (Belgien), Spaniens ehemaliger oberster Datenschützer José Luis Pinar sowie der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung, Frank La Rue, an.

Was US-Konzerne über ihre deutsche Steuerlast verraten

Amazon

Länderspezifische Zahlen weist das Unternehmen nicht aus. Man zahle aber alle anwendbare Steuern in jedem der Länder, in denen das Unternehmen tätig ist. Details für Großbritannien zeigen, dass der Konzern dort keinerlei Unternehmenssteuern zahlt.

Apple

Ein Apple-Sprecher macht es kurz: "Apple gibt keine regionalen Zahlen bekannt, daher kann ich Ihnen keine Gewinn- bzw. Steuerangaben für Deutschland nennen." Ähnlich wie bei Amazon erbringt die deutsche Apple GmbH lediglich Dienstleistungen für mit Apple verbundene Unternehmen.

Die Gesellschaft meldete einen Umsatz von 53 Millionen Euro im Geschäftsjahr bis Ende September 2011 und zahlte fast sieben Millionen Euro Steuern. Die Apple Retail GmbH machte im selben Zeitraum einen Umsatz von 174 Millionen Euro, meldete aber einen Verlust in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Die GmbH verzeichnete eine Steuerrückzahlung von 201.493 Euro.

Google

Die Google Germany GmbH meldet für 2011 eine Umsatz in Höhe von 190 Millionen Euro und einen Gewinn in Höhe von 16,2 Millionen Euro. Die abgeführten Steuern betragen 5,3 Millionen Euro.

Microsoft

Das Unternehmen rechnet vor, 31 Prozent Unternehmenssteuer auf den Gewinn gezahlt zu haben. "Bei der Betrachtung der Steueraufkommens, das mit Microsoft insgesamt verbunden ist, ist zu beachten, dass der bei weitem größte Anteil des Umsatzes/Gewinns/Steueraufkommens über unsere 38.000 Partnerunternehmen erbracht wird", so ein Sprecher. Der Finanzbericht der Microsoft Deutschland GmbH (für das Geschäftsjahr bis Ende Juni 2011) weist einen Umsatz von 682 Millionen Euro aus und eine Steuerlast in Höhe von etwas über 29 Millionen Euro.

Starbucks

Insgesamt 160 Filialen hat die Kaffeehaus-Kette Starbucks in Deutschland. Eine Sprecherin teilt mit: Starbucks [hat] es niemals umgangen, in Deutschland Steuern zu zahlen. In den vergangenen drei Jahren haben wir Steuern in Höhe von insgesamt mehr als 19 Millionen Euro bezahlt, unter anderem für Sozialversicherung und Unternehmenssteuer."

Das die Sozialversicherung in diese Angabe mit eingezogen wird, dürfte einen guten Grund haben. Denn für das Geschäftsjahr 2010/11 hat die Starbucks Coffee Deutschland GmbH einen deutlichen Verlust gemeldet und darin keine Hoffnung geweckt, dass sich die Lage bessern könnte. "Aufgrund des Jahresfehlbetrages des Geschäftsjahres sowie der Verlustvorträge ergibt sich kein Steueraufwand", heißt es im Jahresbericht.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte Mitte Mai entschieden, dass Internet-Suchmaschinen wie Google bei einer Suche nach einem Namen in bestimmten Fällen nicht alle Treffer anzeigen dürfen. EU-Bürger können von Suchmaschinenbetreibern verlangen, dass sie Links nicht mehr anzeigen, wenn die Inhalte ihre Persönlichkeitsrechte verletzen. Lehnen die Suchmaschinenbetreiber dies ab, können Betroffene die zuständigen Datenschutzbeauftragten einschalten oder klagen.

Von

afp

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

30.05.2014, 09:54 Uhr

Löschantrag..... was für ein Witz !!!!!!!!
Glaubt ihr den wirklich Google, Facebook, die NSA direkt und wer auch immer löscht irgendetwas oder speichert in Zukunft weniger ??????
Wie naiv muss man sein ???

Account gelöscht!

30.05.2014, 10:24 Uhr

Nein, das glaube ich nicht. Google zeigt die Treffer nur nicht mehr an.

Aber das ist auch gar nicht der Punkt. Eingestellt ins WWW werden die unliebsamen Inhalte ja von den Zeitungsverlagen. Google findet sie nur für den Nutzer. Die Verlage sind neidisch auf den Erfolg von Google, sammeln aber mindestens genauso viel Daten über unser Verhalten im Web wie Google. Wer es nicht glauben will, sollte mal https://www.ghostery.com/de/ ausprobieren.

Döpfner und Co. versuchen ihr veraltetes Geschäftsmodell zu retten. Mir kommen die Tränen! Arme, arme, arme Friede Springer.

Account gelöscht!

30.05.2014, 11:13 Uhr

Es geht nicht ums löschen der eigentlichen Daten, sondern um das Zeigen.

"Das Urteil zwinge Google, schwierige Entscheidungen zu treffen zwischen dem „Recht des Einzelnen auf Vergessenwerden“ und dem Informationsrecht der Öffentlichkeit, erklärte ein Sprecher des US-Konzerns."
Wurde auch Zeit das diese Konzerne genau dazu gezwungen werden.
Und manche andere Firmen auch.
Ebenfalls die "User" die jeden Querpubs, auch den anderer Leute, ins Netz stellen.

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