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15.11.2013

15:55 Uhr

Internet-Überwachung

Googles App-Geschäft leidet nicht unter NSA-Skandal

Die NSA-Enthüllungen haben das Vertrauen in Internet-Dienste amerikanischer Unternehmen geschwächt. Das App-Geschäft von Google hat bisher aber nicht gelitten. Die Folgen des NSA-Skandals spürt der Konzern dennoch.

Google bietet Firmen ein Software-Paket an, das von Büro-Programmen und Speicherdiensten bis hin zu Such-Technologie und Karten reicht. ap

Google bietet Firmen ein Software-Paket an, das von Büro-Programmen und Speicherdiensten bis hin zu Such-Technologie und Karten reicht.

BerlinDie Enthüllungen über die groß angelegte Internet-Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA haben nach Google-Angaben das Geschäft des Konzerns mit Apps für Unternehmen bisher nicht beeinträchtigt. Es gebe keine Abschwächung des Kundenwachstums, sagte der zuständige Google-Manager Shailesh Rao der dpa. Allerdings bekomme Google als Folge des NSA-Skandals die Sorgen der Unternehmen zu spüren: „Die Kunden stellen Fragen, sie wollen die Gewissheit haben, dass ihre Daten sicher sind.“

Google bietet Firmen ein Software-Paket an, das von Büro-Programmen und Speicherdiensten bis hin zu Such-Technologie und Karten reicht. Laut Rao haben die Anwendungen rund 5 Millionen Kunden, jeden Tag kämen 5000 dazu. In Deutschland nutzten 80 Prozent der DAX-Unternehmen zumindest einige Google-Apps.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Im Zuge der Enthüllungen zur Internet-Überwachung war zuletzt auch berichtet worden, dass die NSA sich in den Datenverkehr zwischen den Rechenzentren von Google und Yahoo eingeklinkt habe. Google hatte sich empört über den Verdacht gezeigt und die Verschlüsselung des internen Datenverkehrs beschleunigt. „Unsere Rechenzentren sind extrem sicher“, betonte Rao. „Zugleich verstehen die Kunden, dass es eine Frage ist, die über Google hinausgeht – es geht grundsätzlich darum, wie weit Behörden Zugriff auf Daten haben dürfen.“

Umfragen hatten zuletzt gezeigt, dass die NSA-Enthüllungen das Vertrauen der Nutzer in Internet-Dienste vor allem amerikanischer Unternehmen geschwächt haben. Der Netzwerkausrüster Cisco hatte bereits Einbußen in China unter anderem auf den Geheimdienstskandal zurückgeführt.

Von

dpa

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