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04.11.2013

08:53 Uhr

Internet-Verkaufsportal

Ebay kann sich Bitcoin als Zahlungsmittel vorstellen

Nach Hacker-Angriffen und Technik-Problemen hat das Image der Digital-Währung Bitcoin arg gelitten. Doch nun steigt der Kurs wieder – und damit das Interesse von Ebay, Kunden mit Bitcoin bezahlen zu lassen.

Eine Bitcoin-Münze: Die Digital-Währung gewinnt nach Einbußen im Sommer wieder an Wert. Reuters

Eine Bitcoin-Münze: Die Digital-Währung gewinnt nach Einbußen im Sommer wieder an Wert.

LondonDas Internet-Verkaufsportal Ebay kann sich virtuelle Währungen wie den Bitcoin als Zahlungsmittel vorstellen. „Digitalwährungen werden sich zu einer sehr mächtigen Sache entwickeln“, sagte Ebay-Chef John Donahoe der „Financial Times“ (Montagausgabe). Sein Unternehmen sei dabei, das Spektrum der akzeptierten Zahlungsmittel zu erweitern. Die Tochter Paypal, über die viele Ebay-Zahlungen abgewickelt werden, könne eines Tages auch Bitcoins als Zahlungsmittel einbeziehen. Derzeit sei dies zwar noch kein Thema, sagte Donahoe, aber man beobachte die Entwicklungen bei Bitcoin und anderen digitalen Währungen.

Der Bitcoin ist seit 2009 im Umlauf, kann im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden, und wird vor allem für Online-Zahlungen verwendet. Die Idee dahinter ist ein Geldsystem, das ohne zentrale Kontrollinstanz, also unabhängig von Regierungen, Zentralbanken und Geschäftsbanken, funktioniert. Die maximale Menge an Bitcoins soll – vom früheren Goldstandard inspiriert – strikt begrenzt werden und dadurch vor Inflation schützen.

So funktioniert PGP

E-Mails sind unsicher

E-Mails sind wie Postkarten, die man mit einem Bleistift beschreibt: Auf dem Weg durchs Netz können sie gelesen und verändert werden. Das lässt sich verhindern, indem man die elektronische Kommunikation signiert und verschlüsselt.

PGP hilft beim Verschlüsselung

Ein beliebtes Programm zur Verschlüsselung von E-Mails ist PGP, die Abkürzung für „Pretty Good Privacy“ (deutsch: ziemlich gute Privatsphäre). Der Amerikaner Phil Zimmermann, ein Anti-Atom-Aktivist, entwickelte es 1991, um sicher mit seinen Mitstreitern zu kommunizieren. Die Grundlage von PGP war ein von Zimmermann selbst entworfener Krypto-Algorithmus mit heute noch schwer knackbaren 128-Bit-Schlüsseln. Er vereinfachte damit die asymmetrische Verschlüsselung so, dass auch Privatnutzer sie anwenden können. Der US-Regierung war das nicht geheuer, sie versuchte zunächst, die Verbreitung zu verhindern.

Symmetrisch vs. asymmetrisch

Bei symmetrischen Verschlüsselungsverfahren benutzen beide Seiten den gleichen Schlüssel. Bei asymmetrischen Verfahren wie PGP hat dagegen jeder Nutzer ein Schlüsselpaar, das aus einem geheimen und einem öffentlichen Teil besteht. Der Vorteil: So können Nutzer einander Mails schreiben, ohne sich vorher auf einen Schlüssel einigen müssen. Und sie haben keine Probleme bei Austausch des geheimen Codes.

Wie ein Vorhängeschloss

Der öffentliche Schlüssel eines Nutzers ist frei verfügbar, zum Beispiel auf einem Schlüssel-Server. Mit ihm werden Nachrichten chiffriert. Der Empfänger kann sie mit seinem privaten Schlüssel entziffern. Ein Vergleich: Die Nachricht (E-Mail) kommt in eine Truhe und wird mit einem öffentlich verfügbaren Schlüssel (Vorhängeschloss) gesichert, der Empfänger kann sie mit seinem privaten Schlüssel öffnen.

Alle Übertragungswege gesichert

PGP lässt sich nutzen, um sämtliche Übertragungswege zu sichern – Experten sprechen von einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das bedeutet, dass die E-Mails chiffriert auf dem Server des Anbieters liegen und erst auf dem Rechner des Nutzers dechiffriert werden.

Meta-Daten weiter bekannt

Wer eine verschlüsselte Nachricht abfängt, sieht nur Datensalat. Allerdings kann er immer noch feststellen, wer wem geschrieben hat.

Daten signieren

Mit einem PGP-Schlüssel können Nutzer auch Nachrichten signieren und so unerkannte Manipulationen des Textes verhindern. Das geschieht mit dem privaten Schlüssel – der Empfänger kann mit dem öffentlichen Schlüssel die Singnatur überprüfen.

Vorteil gegenüber der De-Mail

Auch die De-Mail wird als verschlüsselte Kommunikation beworben. Datenschützer kritisieren jedoch, dass die Nachrichten beim Dienstanbieter kurzzeitig entschlüsselt, auf Schadsoftware untersucht und dann wieder verschlüsselt werden. Bei sensiblen Inhalten wie Gesundheitsdaten müssten verantwortliche Stellen für eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sorgen, forderte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar Ende 2011, als das De-Mail-Gesetz in Kraft trat.

Die digitale Währung erreichte zu Jahresbeginn hohe Popularität und verbuchte rasante Kursanstiege. Nach Hackerangriffen und technischen Problemen nahm der öffentliche Rummel ab. Mittlerweile erfreut sich die digitale Währung aber wieder wachsender Beliebtheit. Zuletzt kletterte der Bitcoin-Kurs zurück über die Marke von 200 US-Dollar und näherte sich mit 215 Dollar am Sonntagabend seinem Rekordhoch von 238 Dollar, das auf dem Höhepunkt des Hypes Mitte April erreicht worden war. Zum Vergleich: Im Juli 2012 war ein Bitcoin nur etwa sieben Dollar wert.

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Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

04.11.2013, 19:04 Uhr


Bin bereits vor der allerersten "Blase” in 2011 in Bitcoins eingestiegen, widerstand dem Herdentrieb und habe nicht verkauft. Ich vertraue in Bitcoins und halte diese langfristig.
In 10 Jahren sind sie entweder sehr viel oder gar nichts mehr wert... es macht jedenfalls mehr Spaß als Lotto spielen ;)
Unter http://bitcoinblogger.de/sofort-mit-bitcoins-loslegen/bitcoins-kaufen gibt es eine empfehlenswerte Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Erwerb von Bitcoins.

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