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12.06.2013

12:24 Uhr

Internetdrosselung

Die Telekom gibt ein bisschen nach

VonChristof Kerkmann

Bremsen ja – aber nicht mehr so scharf: Die Deutsche Telekom will Internetverbindungen künftig doch nicht so stark drosseln, wenn Nutzer zu viel surfen. Kritiker sehen darin ein Ablenkmanöver, denn ein Problem bleibt.

„Drosselkom“

Nach Protest: Telekom will weniger drosseln

„Drosselkom“: Nach Protest: Telekom will weniger drosseln

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DüsseldorfDie Proteste zeigen Wirkung: Die Deutsche Telekom will die Tempobremse für Vielsurfer im Internet nicht so scharf anziehen wie zunächst angekündigt. Wenn Nutzer ihr monatliches Datenvolumen aufgebraucht haben, drosselt das Unternehmen ab 2016 den Anschluss künftig doch nicht auf 384 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s), sondern auf 2 Megabit/s (Mbit/s), also die ungefähr fünffache Bandbreite. „Wir haben verstanden, dass Kunden sich zum Teil Sorgen machen. Deswegen handeln wir jetzt“, sagte Marketing-Chef Michael Hagspihl am Mittwoch. Die Drosselung steht seit Anfang Mai in den Verträgen von Neukunden.

Die Geschwindigkeit von 2 Mbit/s sei doppelt so hoch wie der Richtwert, den die Bundesregierung für Breitbandverbindungen vorgebe, sagte Hagspihl. Sie gelte auch rückwirkend für Neuverträge, die bereits abgeschlossen wurden. Überdies könnten Nutzer, die Volumen aufgebraucht haben, eine „Zusatzoption“ buchen.

Telekom-Drosselung: „Wer jetzt in die Hände klatscht, ist ein Vollidiot“

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Die Deutsche Telekom hat wegen eines neuen Datentarifs einen Sturm der Entrüstung geerntet. Jetzt rudert der Konzern teilweise zurück – und erfährt auch nur teilweise Anerkennung. Wie das Netz reagiert.

Die Deutsche Telekom hatte im April angekündigt, für bestimmte Tarife Datenobergrenzen einzuführen – wer beispielsweise mit maximal 16 Megabit pro Sekunde surft, wird künftig nach dem Verbrauch von 75 Gigabyte Daten gebremst.

Dies betreffe aber vor allem „Intensivnutzer“, sagte Hagspihl. „Die allermeisten Kunden werden mit dem Volumen auskommen“, wiederholte er ein Argument, mit dem die Telekom auf die heftige Kritik reagiert hatte. Die Volumenobergrenzen könnten aber dynamisch angepasst werden, je nachdem, wie sich der Verbrauch eines Durchschnittsnutzers entwickle. Eine echte Flatrate soll es gegen „10 bis 20 Euro“ Aufschlag geben – die genaue Höhe will das Unternehmen noch ankündigen.

„Wir werden weiter für alle Zielgruppen attraktive Tarifpakete schnüren“, sagte der Manager. An der grundsätzlichen Strategie, die Preise zu differenzieren, ändere sich jedoch nichts: Das Unternehmen müsse seine Investitionen in den Netzausbau zurückverdienen können – allein im kommenden Jahr stecke es sechs Milliarden Euro ins Festnetz in Deutschland.#

Kommentare (5)

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www_mmnews_de

12.06.2013, 12:49 Uhr

Die Begrenzung von Flatrates ist das Ende des freien Internets!!!

Die Behauptung, dass Leitungen überlastet seien, ist eine Lüge. Macht das Vorgehen der Telekom Schule, kommt dies einer Zensur des Internets gleich.

Telekom wird zu Drosselkom.

Die Deutsche Telekom will den Datenfluss im Internet kontrollieren und einschränken. Dies ist ein einmaliger Vorgang in der jüngeren deutschen Kommunikationsgeschichte.

Der ehemalige Staatskonzern operiert dabei mit dreisten Lügen und schreckt auch vor dummen Täuschungsmanövern nicht zurück: Angeblich würde die Leitungen dem steigenden Internetverkehr nicht standhalten. Der Traffic würde angeblich immer höhere Kosten verursachen.

Dies ist nichts anderes als Betrug: Die Telekom zahlt als Platzhirsch praktisch gar nichts für den Internetverkehr.

Selbst wenn sich der Traffic verzehnfachen sollte, ist dies nur mit relativ geringen Mehrkosten verbunden. Den Kunden aber wird etwas anderes erzählt.

Der kleine Widerspruch, dass die datenintensiven Telekom-HD-TV Kanäle von den Restriktionen ausgenommen sind, nehmen Strategen in Bonn wohl in Kauf. Im Klartext bedeutet dies: Die Kunden werden für dumm verkauft.


Die Aktion dient einzig der Zensur!!!


Youtube & Co. wackeln in Zukunft oder laufen gar nicht mehr, während die Mainstream-Gülle in HD unbeschadet über die Monitore flimmert.

Das Vorgehen der Deutschen Telekom ist ein ungeheuerer Affront nicht nur gegen die Freiheit des Internets, sondern gegen die Freiheit selbst. Es ist deshalb notwendig, mit aller Härte gegen diese Ansinnen vorzugehen. Nutzen wir die noch "freien Märkte".

Strafen wir die Telekom ab, in dem wir auf alle Produkte des Konzerns verzichten und Verträge kündigen.

DrosselUndTeuerKom

12.06.2013, 13:22 Uhr

Die Telekom ist eine staatlich gelenkte Drosselkom und eine Teuerkom zur Finanzierung von faulen Mitarbeitern! Ich kündige und wechsle zu Kabel BW.

Account gelöscht!

12.06.2013, 14:41 Uhr

Ja, wenn der freie up- und download für den Bürger begrenzt werden soll, da rollt die große Protestlawine los -

Wenn die Freiheit der Bürger durch EU Diktatur immer weiter begrenzt wird, da regt sich gar nix.

Hauptsache, man kann schnell Ballerspiele und Wichsvideos downloaden.

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