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12.12.2012

19:18 Uhr

Internetfirma

Unister stellt umstrittene Produkte ein

Die festgenommenen Chefs der Internetfirma Unister schweigen zu den Vorwürfen der illegalen Geschäftemacherei. Das Unternehmen weist die Anschuldigungen zurück – stellt aber die umstrittenen Produkte vorerst ein.

Zwei Topmanager des Leipziger Internetanbieters Unister sitzen wegen Betrugsverdachts und möglicher Steuerhinterziehung in Untersuchungshaft. dapd

Zwei Topmanager des Leipziger Internetanbieters Unister sitzen wegen Betrugsverdachts und möglicher Steuerhinterziehung in Untersuchungshaft.

LeipzigDie Internetfirma Unister hat auf die Festnahme von Top-Managern wegen Verdachts illegaler Versicherungsgeschäfte reagiert. Das Unternehmen stellt den Verkauf von umstrittenen Stornoschutz-Produkten vorerst ein, wie Unister am Mittwoch in Leipzig mitteilte. Dies gelte solange, bis es eine Gerichtsentscheidung gibt. Unister soll auf seinen Reiseportalen wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de einen Stornoschutz angeboten haben, der einer Versicherung gleichkommt. Eine Genehmigung dafür hat Unister laut Ermittlern aber nicht gehabt. Die Firma kündigte an, nun zunächst „klassische Versicherungsprodukte unserer Versicherungspartner“ anzubieten.

Die beiden verhafteten Top-Manager der Internetfirma schweigen bislang zu den Vorwürfen der illegalen Geschäftemacherei und Steuerhinterziehung. Beim Ermittlungsrichter hätten die Männer keine Angaben gemacht, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden, Wolfgang Klein, am Mittwoch. Die Unister-Chefs waren am Dienstag bei einer großangelegten Razzia festgenommen worden.

Das Unternehmen wies die Vorwürfe am Mittwoch zurück. „Wir sind überzeugt, dass die Anschuldigungen alsbald entkräftet sind und die betroffenen Manager entlastet werden.“ Unister hatte das Vorgehen der Untersuchungsbehörden bereits am Dienstag als unverhältnismäßig kritisiert.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen insgesamt acht Führungskräfte. Bei den umstrittenen Produkten, die nun vorerst eingestellt wurden, wurde den Ermittlern zufolge keine Versicherungssteuer gezahlt. Mit dem Stornoschutz muss Unister Millionen umgesetzt haben, denn die Generalstaatsanwaltschaft beziffert allein den entstandenen Steuerschaden auf eine Million Euro.

Kommentare (2)

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aspi

12.12.2012, 19:48 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

superprof

12.12.2012, 21:06 Uhr

Ich kann mich dem ersten Kommentar nur anschließen. Und immer wieder interessant: Schon Al Capone haben sie letztendlich nur über Steuerhinterziehung gepackt.

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