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03.12.2013

03:21 Uhr

Internetgeld

Die Bitcoin-Bagger rollen an

VonAxel Postinett

Die virtuelle Währung Bitcoin ist auf einem Höhenflug. Mit leistungsstarken Computern aus Schweden kann nach dem neuen Internetgold gegraben werden. Preisschild: 12.000 Dollar.

Banking ohne Banken

Wie Bitcoins funktionieren

Banking ohne Banken: Wie Bitcoins funktionieren

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San FranciscoGoldpfanne und Schaufel haben ausgedient. Computer baggern heute nach dem Digitalgold Bitcoin. Und je schneller gerechnet wird, desto mehr Bitcoins gibt es am Ende. Der schwedische Hersteller von elektronischen Geldschürf-Computern KnCMiner hat jetzt mit dem Verkauf seines jüngsten Produkts begonnen.

Und es fliegt nur so aus den Regalen. Innerhalb von 24 Stunden, berichtet Businessinsider.com unter Berufung auf Alex Lawn, Sprecher von KnCMiner, wurden für acht Millionen Dollar Bitcoin-Miner verkauft, das Stück zu rund 12.000 Dollar.

Neptune ist sein Name, er ist sechs Kilogramm schwer und nicht größer als ein gewöhnlicher PC. Die Zentralbank für den Küchentisch ist für nichts anderes da, als komplexe mathematische Probleme zu lösen, an deren Ende ein digitales Geldstück, ein Bitcoin, steht.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Der unbekannte Erfinder der umstrittenen Cyberwährung hat den Erstellungsprozess so angelegt, dass es mit der Zeit immer schwerer wird, ein neues Bitcoin zu errechnen. Entsprechen rüsten die Hobbynotenbanker auf der Welt technologisch immer weiter auf.

Wenn Neptune 24 Stunden pro Tag läuft, ist er nach Herstellerangaben in Lage, bis zu 2,1 Bitcoins zu errechnen. Die für ihre gewaltigen Kursschwankungen bekannte Währung steht derzeit bei einem Kurs von über 1.000 Dollar. Der größer Kostenfaktor ist naturgemäß der Stromverbrauch eines Bitcoin-Miners. Er soll gegenüber dem Vorgänger um 30 Prozent reduziert worden sein, sozusagen 30 Prozent der Minenarbeiter werden nicht mehr gebraucht.

Der Hersteller will nur 1200 der Geräte ausliefern und als Zahlungsmittel werden Banküberweisungen akzeptiert – und Bitcoins. Die Auslieferung ist für Anfang 2014 geplant.

Kommentare (20)

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MW87

03.12.2013, 09:59 Uhr

"je schneller gerechnet wird, desto mehr Bitcoins gibt es am Ende" Das ist absoluter quatsch. Da habe ich schon keine Lust mehr weiter zu lesen. Die Menge an Bitcoins ist begrenzt und kann auch durch die leistungsstärksten Computer nicht erhöht werden.

sowat

03.12.2013, 10:26 Uhr

Das war in Alaska auch schon so. Nicht die Goldsucher wurden reich, sondern diejenigen die die Schaufeln verkauften...
Was für ein Schwachsinn. Gibt es schon virtuelle Tresore für Bitcoins? Werden Fehlprägungen besonders wertvoll? Wann bringt der nächste seinen "Megabitcoin" auf den Markt?

Account gelöscht!

03.12.2013, 11:18 Uhr

>"je schneller gerechnet wird, desto mehr Bitcoins >gibt es am Ende" Das ist absoluter quatsch.

das stimmt, ist Unsinn. Das Handelsblatt zeichnet sich mal wieder durch geballte Kompetenz aus.

Wie die wohl ihre Artikel erstellen? Recherchieren die gar nicht?

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