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06.01.2011

23:22 Uhr

Internethype

Facebook lüftet Geschäftsgeheimnisse

Bislang übte sich Facebook, eines der erfolgreichsten Internetstartups seit dem Dot.com-Boom der späten 90er, in Geheimniskrämerei. Nun, da es mit Hilfe der US-Investmentbank Goldman Sachs eine milliardenschwere Aktienplatzierung bei Privatleuten durchsetzt, gewährt es zumindest den oberen 10 000 der Finanzwelt Einblick in seine Bücher.

Facebook gewährt Anlegern einen Einblick in seine Geschäftszahlen. Quelle: dpa

Facebook gewährt Anlegern einen Einblick in seine Geschäftszahlen.

asd/ben/HB NEW YORK. Facebook gewährt den reichen Interessenten an einer Anteilsbeteiligung Einblick in bislang weitgehend geheime Geschäftszahlen. Das Jung-Unternehmen verdiente in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 355 Millionen Dollar, wie aus Unterlagen hervorging, die die Investmentbank Goldman Sachs am Donnerstag an ihre Kunden verteilte. Gleichzeitig habe die Webseite einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar verbucht, sagte eine mit den Unterlagen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Goldman Sachs verteilte die geheimen Unterlagen im Umfang von gut 100 Seiten in New York per Hand an seine interessierten Kunden, die eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterschreiben mussten. Dem Empfänger zufolge waren die Geschäftszahlen nicht geprüft und boten zudem wenig Details darüber, wie Facebook seinen Umsatz erwirtschaftet. Die Kunden der Investmentbank müssen bis Freitag entscheiden, ob sie in Facebook investieren wollen und bis Dienstag das Geld überweisen.

Goldman Sachs investiert selbst 450 Millionen Dollar in Facebook und sammelt mindestens 1,5 Milliarden Dollar von Kunden ein, die mitziehen wollen. Die Anteile finden reißenden Absatz: Das Haus habe Anfragen für Beteiligungen im Gesamtvolumen von "einigen Milliarden Dollar" erhalten, berichtete das "Wall Street Journal". Die Anleger sollen jeweils mindestens zwei Millionen Dollar investieren und sich verpflichten, nicht vor 2013 zu verkaufen.

Medienberichten zufolge sei vor allem wohlhabenden Kunden und den Partnern der Bank angeboten worden, in Facebook zu investieren. Zudem seien auch eine nicht weiter spezifizierte Anzahl an Hedge-Fonds, Private-Equity-Firmen und andere Institutionen, die Geschäfte mit der Bank machen, kontaktiert worden. Darunter seien der Finanzinvestor Blackstone und die Fortress Investment Group gewesen, schreibt das "Wall Street Journal".

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