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21.10.2011

10:13 Uhr

Internetkampagne

Siemens ringt in China mit Bloggern um sein Image

VonFinn Mayer-Kuckuk

Siemens hat in China Ärger mit einem chinesischen Blogger. Zwei Kulturen sind wegen einer Kühlschranktür aufeinandergeprallt: Ein behäbiger deutscher Ingenieurskonzern und der quirlige asiatische Netzbürger.

Chinesische Nutzer eines Internetcafes in Shanghai. Reuters

Chinesische Nutzer eines Internetcafes in Shanghai.

PekingDer deutsche Haushaltsgerätehersteller Siemens-Bosch kämpft in China gegen einen Imageschaden, nachdem sich tausende von Bloggern auf seinen ungeschickten Umgang mit den Netzmedien eingeschossen haben. „Siemens verhält sich arrogant wie ein chinesisches Staatsunternehmen“, sagte der prominente Blogger und Publizist Luo Yonghao dem Handelsblatt. „Das Unternehmen scheint auf das Zeitalter von Twitter und Facebook denkbar schlecht vorbereitet zu sein.“

Unterdessen verfolgen mehrere Millionen Menschen einen Schlagabtausch zwischen unzufriedenen Kühlschrank-Kunden und dem Unternehmen – und jeder, der schonmal eine schlechte Erfahrung mit der Hausgeräte-Marke Siemens gemacht hat, macht mit ereifert sich über deren angeblich schlechte Qualität.

Auslöser ware zwei Hausgeräte der Marke Siemens, die Herrn Luo besitzt. Luo ist in ganz China bekannt: Er tritt im Fernsehen auf, hat Bestseller zu Motivationsthemen geschrieben ("Mein Kampf") und seit 2004 eine große Online-Leserschaft um sich gesammelt. Seinem Mikroblog, dem chinesischen Gegenstück zu Twitter, folgen knapp über eine Million Leser.

Am 27. September beklagte Luo sich in einem Mikroblog über zwei Produkte von Siemens-Bosch. Die Kühlschranktür schließe nicht und die Waschmaschine wandere beim Schleudern bis zu zehn Zentimeter von ihrem Standplatz weg. „So eine Scheißmarke kaufe ich nie wieder. Japanische Produkte sind viel besser“, twitterte er erbost.

„Eigentlich eine Petitesse“, gibt Luo heute zu. „Aber der Vorgang steht stellvertretend dafür, wie Siemens mit seinen Kunden umgeht.“ Denn der Konzern schwieg zunächst mehrere Tage lang zu Luos Klage im Netz.

Kommentare (20)

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Tom

21.10.2011, 10:28 Uhr

Es ist sehr schwer eine Disukussion mit einem dummen Menschen zu gewinnen. Handelt es sich um einen dummen Menschen mit einer einseitigen Vision ist es unmoeglich.

Egal ob "chinesischer Kunde" oder "Neo-Nazi", wenn Dummheit, zu viel Freizeit und die Moeglichkeit andere Idioten unter sich zu schaaren zu einer Einheit verschmelzen ,verliert man, weil Rationalitaet und Problemloesung nicht mehr wichtig ist

Ernst

21.10.2011, 10:56 Uhr

Würden sich deutsche Konsumenten im Internet derart über chinesische Produkte auslassen, dann würde das Netz zusammenbrechen...

Daniel

21.10.2011, 11:02 Uhr

Bei der Waschmaschine sollte er evtl. die Transportsicherungen herausschrauben. Siehe Bedienungsanleitung...

Ach ja: Meine einzige Verbindung zu BSH ist meine eigene Bosch-Waschmaschine, die schön an ihrem Platz bleibt...

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