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13.09.2011

21:47 Uhr

Internetkriminalität

Mit Angriff zur Verteidigung

VonDana Heide

Wirtschaftsstraftaten im Internet nehmen immer weiter zu. Spezialisten für IT-Sicherheit sind daher heiß begehrt. Unternehmen lassen sich einiges einfallen, um ihr Wissen zu nutzen.

"Black Hats" stahlen die Daten von Sony-Kunden. Reuters

"Black Hats" stahlen die Daten von Sony-Kunden.

DüsseldorfMario Heiderich hat einen weißen Hut auf. Natürlich nur bildlich, denn er ist ein „White Hat“. So nennt man in der Szene die guten Hacker, also jene IT-Spezialisten, die Sicherheitslücken in Softwareprogrammen finden und den Nutzer darauf hinweisen. Die bösen Hacker, die „Black Hats“, haben zuletzt für viel Aufregung gesorgt, als sie die Daten von Sony-Kunden stahlen, die Website des amerikanischen Geheimdienstes CIA lahmlegten und den US-Rüstungskonzern Lockheed Martin angriffen.

Und die Bedrohung nimmt zu. Laut einer Studie, die das Bundeskriminalamt vor einer Woche vorstellte, hat sich die Zahl der Fälle von Wirtschaftskriminalität im Internet im vergangenen Jahr fast verdreifacht.

Die Unternehmen reagieren: 50 Milliarden Dollar werden sie in diesem Jahr weltweit für ihre IT-Sicherheit ausgeben, hat eine Studie des Marktforschers Gartner ergeben. Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschers IDC wollen 70 Prozent der deutschen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern ihr Budget für IT-Sicherheit in den nächsten beiden Jahren aufstocken.

Um sich gegen die bösen Hacker zu schützen, arbeiten die Unternehmen immer öfter mit den guten zusammen. So zahlen der Softwareriese Microsoft, der Web-Browser-Hersteller Mozilla und seit ein paar Wochen auch das soziale Netzwerk Facebook bis zu vierstellige Prämien dafür, wenn jemand einen Fehler in ihrer Software findet.

So wie Mario Heiderich. Der 30-Jährige hat Sicherheitslücken im Mozilla-Browser gefunden, sie dem Unternehmen gezeigt und dafür eine Belohnung erhalten. Derzeit hackt er vor allem für die Deutsche Post und für Microsoft freiberuflich.

Angefangen hat alles vor zehn Jahren, während seines Medieninformatik-Studiums, als Heiderichs Computer von einem Virus befallen wurde. Um sich künftig davor zu schützen, arbeitete er sich in das Thema IT-Sicherheit ein. Seinen ersten richtigen Erfolg hatte Heiderich jedoch erst drei Jahre später. Für eine Agentur arbeitete er als Webentwickler und entdeckte dabei eine Sicherheitslücke in einem Webbrowser – eigentlich eher versehentlich. Sein Wissen eignete er sich im Austausch mit anderen Hackern in Foren an, wie die meisten seiner Kollegen. Aber vor allem tauscht sich die Hackergemeinde derzeit über den Kurznachrichtendienst Twitter aus.

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