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01.10.2011

11:17 Uhr

Internetunternehmen

Chinesen wollen Yahoo kaufen

Der Chef des größten chinesischen Online-Händlers Alibaba ist „sehr interessiert“ an einem Kauf von Yahoo. Analysten halten Yahoo schon länger für einen Übernahmekandidaten – auch wenn der Gründer wohl etwas dagegen hat.

Jack Ma, Chef des chinesischen Internetgiganten Alibaba. AFP

Jack Ma, Chef des chinesischen Internetgiganten Alibaba.

Palo AltoDrei Wochen nach dem Rauswurf von Yahoo-Chefin Carol Bartz hat der chinesische Internetunternehmer Jack Ma sein Interesse an dem US-Konzern bekundet. Er sei an Yahoo sehr interessiert und würde gerne die gesamte Firma kaufen, sagte der Gründer des chinesischen Onlinehändlers Alibaba am Freitag bei einer Veranstaltung der Universität Stanford in Kalifornien. Zugleich bestätigte er, dass es auch andere Anwärter gebe: „Alle seriösen Kaufinteressenten haben mit uns gesprochen.“

Nach bisherigen Informationen sollen unter anderem Investoren wie Silver Lake Partners und Andreessen Horowitz, aber auch der Software-Riese Microsoft und der Internet-Konkurrent AOL ihre Fühler ausgestreckt haben. Yahoo hält 40 Prozent an Alibaba. Die Beteiligung gehört zu dem Wertvollsten an dem Internet-Pionier: Ihr Wert wird auf bis zu 13 Milliarden Dollar geschätzt, während das ganze Unternehmen an der Börse zuletzt weniger als 17 Milliarden wert war. Alibaba sei an Yahoo „als ganzem“ interessiert, betonte Jack Ma. Es sei aber ein kompliziertes Unterfangen mit vielen Beteiligten, schränkte er ein Bartz hatte ein Angebot Mas zum Rückkauf der Anteile abgewiesen.

Im nachbörslichen Handel legten Yahoo-Papiere am Freitag um fünf Prozent zu.

Ma, ein früherer Englischlehrer, könnte mit Hilfe von Yahoo seine Firma auf dem wichtigsten Internetmarkt der Welt expandieren lassen. Die Verbindung reicht bis ins Jahr 2005 zurück, wurde aber zuletzt immer angespannter. Streit gab es vor allem, als Ma den Zahlungsdienstleister Alipay in eine separate Firma unter seiner Kontrolle auslagerte - laut Yahoo ohne Vorwarnung. Ma erklärte den Schritt mit neuen Vorschriften, nach denen Bezahldienste ausschließlich in der Hand chinesischer Eigentümer liegen dürften. Nach Verhandlungen wurde ein finanzieller Ausgleich vereinbart, die Stimmung bleibt jedoch schwierig.

Kommentare (1)

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01.10.2011, 14:14 Uhr

Na ja, was dann von Meinungsfreiheit im Netz noch übrig bleibt, wenn der Eigentümer einer Nation angehört, die Menschenrechte täglich mit Füßen tritt dürfte klar sein.

Man kann vor China nur warnen. Die denken langfristiger als unsere 4-Jahres-Politiker!!!

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