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07.03.2013

00:49 Uhr

Investor springt auf

Dell-Übernahme könnte kompliziert werden

Der Widerstand gegen die Übernahme des Computerbauers Dell durch seinen Gründer Michael Dell wächst. Laut US-Medienberichten mischt sich jetzt auch ein Investor ein, der bekannt dafür ist, nicht zimperlich zu sein.

Das beleuchtete Firmenlogo des Computerherstellers DELL. dpa

Das beleuchtete Firmenlogo des Computerherstellers DELL.

New YorkFür Michael Dell wird es möglicherweise schwerer, den von ihm gegründeten Computerhersteller zurückzukaufen. Nach Informationen des US-Wirtschaftssenders CNBC hat der umtriebige amerikanische Investor Carl Icahn in den vergangenen zwei Wochen nach und nach Dell-Aktien aufgekauft und inzwischen einen Anteil von 6 Prozent angesammelt.

CNBC hält es für wahrscheinlich, dass sich Icahn gegen die Übernahme ausspricht und stattdessen die Ausschüttung einer Sonderdividende verlangt. Auch die „New York Times“ und die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichteten unter Berufung auf informierte Personen über derartige Pläne. Der Investor selbst äußerte sich am Mittwoch nicht dazu.

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Die Lage für den Computerbauer spitzt sich zu. Dell musste zu Weihnachten kräftige Verkaufsrückgänge verkraften. Die Milliarden-Übernahme durch Firmengründer Michael Dell könnte zur Unsicherheit beigetragen haben.

Bereits die zwei Dell-Großaktionäre Southeastern Asset Management und T. Rowe Price stemmen sich gegen das 24,4 Milliarden Dollar schwere Geschäft, weil ihnen der Preis von 13,65 Dollar je Aktie zu niedrig ist. Die beiden halten zusammengenommen rund 13 Prozent am Unternehmen.

Icahn ist bekannt dafür, bei seinen Investments keine Konfrontation zu scheuen. Das nötige Spielgeld dafür besitzt er: Das US-Magazin „Forbes“ führt ihn auf seiner Liste der Superreichen auf Platz 26 mit einem geschätzten Vermögen von 20 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Michael Dell liegt auf Rang 49 mit geschätzten 15,3 Milliarden Dollar.

Michael Dells Reichtum liegt vor allem in den verbliebenen 14 Prozent, die er an Dell hält. Er will die von ihm 1984 gegründete Firma aber mit Hilfe von Investoren ganz zurückkaufen und von der Börse nehmen. Dann plant er einen radikalen Umbau des PC-Herstellers, der schwer unter dem Wandel der Branche hin zu Smartphones und Tablet-Computern leidet.

Der US-Computerbauer Dell hatte den geplanten Verkauf an Michael Dell noch am Mittwochmorgen gegen die Kritik der Großaktionäre verteidigt. „Wir haben hart verhandelt, um den Aktionären den bestmöglichen Preis zu sichern“, erklärte ein eigens eingesetztes Komitee des Verwaltungsrats am Firmensitz im texanischen Round Rock.

Das Gremium sucht aber parallel nach alternativen Bietern - auch um sich juristisch gegen die Kritik abzusichern, Dell unter Wert verhökert zu haben. Nach Informationen von Bloomberg haben die Investmentfirma Blackstone sowie die Dell-Konkurrenten Lenovo und Hewlett-Packard Interesse gezeigt. Laut „Wall Street Journal“ soll auch Dell-Großaktionär Southeastern Asset Management erwogen haben, zusammen mit einem Partner kurzerhand ein Gegenangebot abzugeben.

Der Dell-Verwaltungsrat will noch bis zum 22. März die Augen nach möglichen anderen Käufern offenhalten. Michael Dell und seine Partner - zu denen auch der Software-Konzern Microsoft als Finanzier gehört - wollen die Übernahme bis zum 5. November abschließen. Dazu jedoch brauchen sie die Zustimmung anderer Anteilseigner.

Von

dpa

Kommentare (1)

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07.03.2013, 10:04 Uhr

Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder Michael Dell ist sehr gerissen und hat damit gerechnet dass mit seiner Ankündigung DELL übernehmen zu wollen der Aktienkurs, der ja durch die Krise bedingt vor sich her dümpelte, in die Höhe steigt um dann dank seiner 14% Kasse zu machen. Oder er hat wirklich die Absicht DELL wieder zu übernehmen, dann war der Weg seiner Offerte sehr naiv. Wenn ich eine Firma zum geringst möglichen Preis erwerben will darf ich niemanden von meinem Vorhaben unterrichten sondern muss still und heimlich Aktien kaufen zudem durch gestreute Negativmeldungen dafür sorgen dass der Aktienkurs weiter sinkt. Dies hat uns vor fast 100 Jahren schon der Senator Giovanni Agnelli 1 vor gemacht, der seine Anteilseigner dadurch zum Verkauf ihrer Aktien an ihn bewegen konnte indem er die sehr gesunde Firma FIAT kurzfristig hoch verschuldet hat, um dann das Gerücht zu streuen FIAT stecke in Schwierigkeiten. Den darauf folgenden Prozess den seine Anteilseigner gegen ihn angestrengt haben hat er übrigens gewonnen da der Richter befand dass es an den Aktionären ist Gerüchte auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.

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