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07.08.2014

14:59 Uhr

Investor steigt bei Rocket Internet ein

Die Börsenrakete zündet langsam

Rocket Internet holt sich philippinische Investoren ins Boot: Der führende Telekom-Konzern des Landes erwirbt zehn Prozent an der Ex-Zalando-Mutter. Der Börsengang scheint nur noch eine Frage der Zeit.

Rocket Internet bringt Startups auf den Weg, darunter etwa der Online-Versandhandel Zalando. dpa

Rocket Internet bringt Startups auf den Weg, darunter etwa der Online-Versandhandel Zalando.

BerlinDie Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet hat kurz vor dem erwarteten Börsengang philippinische Investoren mit an Bord geholt. Der Telekom-Konzern Philippine Long Distance Telephone Company (PLTD) erwarb einen Anteil von zehn Prozent für 333 Millionen Dollar, wie Rocket Internet am Donnerstag mitteilte.

Bei diesem Deal wurde die Berliner Firma mit insgesamt 3,3 Milliarden Euro bewertet. Das liegt am unteren Ende der kolportierten drei bis fünf Milliarden Euro, die Rocket bei dem allgemein für Herbst erwarteten Börsengang anpeilen soll. Allerdings wäre eine Art Rabatt bei einer strategischen Investition nichts ungewöhnliches.

Deutsche Startups

Neue Gründerzeit

Manch einer spricht von einer neuen Gründerzeit: Immer mehr Start-ups versuchen in Berlin ihr Glück. Aber auch in anderen Teilen des Landes gibt es erfolgreiche IT-Unternehmen. Einige sind bereits über die Grenzen von Deutschland hinaus bekannt geworden. Ein Überblick.

Researchgate

Researchgate ist ein Online-Netzwerk für Wissenschaftler. Dort tummeln sich Biologen, Chemiker aber auch Philosophen. Die Idee: Forscher sollen sich inhaltlich austauschen und Kontakte knüpfen können. Der studierte Virologie Ijad Madisch gründete die Firme mit zwei Freunden. Längst sind Investoren aus den USA aufmerksam geworden – darunter Microsoft-Gründer Bill Gates: Er steckte im Juni 2013 gemeinsam mit Tenaya Capital 35 Millionen Euro in Researchgate.

Wooga

Der Spiele-Anbieter Wooga profitierte in seinen Anfangsjahren vom Boom der Sozialen Netzwerke: Immer mehr Nutzer verbrachten immer mehr Zeit bei StudiVZ, Facebook und Co – und begeisterten sich für Spiele wie „Monster World“, die das Berliner Start-up dort anbot. Inzwischen steckt Wooga mehr Anstrengungen in die Apps für mobile Geräte. Weltweit verzeichnet die Firma monatlich 50 Millionen Nutzer.

Bigpoint

Kein klassisches Start-up mehr ist Bigpoint: Heiko Hubertz gründete die Firma bereits 2002. Sie bietet Spiele wie „Drakensang Online“ und „Farmerana“ an, sowohl eigene Entwicklungen wie auch die anderer Hersteller. Die mehr als 300 Millionen registrierten Nutzer können grundsätzlich kostenlos spielen, zahlen aber für Extras. 2012 war allerdings ein schwieriges Jahr: Weil sich das Geschäft schlechter entwickelte als erwartet, strich das Unternehmen 120 Stellen und schloss das Studio in San Francisco. Dieses Jahr will Bigpoint wieder wachsen.

Soundcloud

Der schwedische Unternehmer Alexander Ljung hat sich bewusst für den Standort Deutschland entschieden: Er gründete seine Firma Soundcloud in der Hauptstadt. Sie bietet eine Plattform an, auf die Nutzer eigene Audioproduktionen hochladen können und mit anderen teilen können. Monatlich nutzen 250 Millionen Menschen den Dienst.

6Wunderkinder

Das Start-up 6Wunderkinder entwickelt eine Anwendung, mit der Nutzer ihren Alltag wie auch ihre Arbeit organisieren können sollen. Die Basisversion ist kostenlos, die Team-Version kostet eine monatliche Gebühr. Bislang hat das Unternehmen nur sechs Millionen Nutzer, aber eine Partnerschaft mit dem bekannten Kapitalgeber Sequoia Capital rückt das junge Unternehmen ins Rampenlicht.

Zalando

Hinter dem Online-Modehändler Zalando stehen die Samwer-Brüder, die sich als Seriengründer von Internet-Unternehmen einen Namen gemacht haben. Der Umsatz ist seit der Gründung 2008 rasant auf 1,15 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gewachsen, allerdings arbeitet der Händler nicht profitabel. Internationale Investoren, darunter die deutsche Tengelmann-Gruppe und ein kanadischer Rentenfonds, finanzieren die internationale Expansion.

PLDT ist das führende Telekom-Unternehmen auf den Philippinen und ist auch unter anderem bei der Entwicklung mobiler Bezahlsysteme stark. Mehrere Unternehmen aus der Rocket-Schmiede sind in Asien aktiv.

Rocket Internet war 2007 von den Brüdern Marc, Oliver und Alexander Samwer gegründet worden. Das Unternehmen ist hauptsächlich ein sogenannter Internet-Inkubator, der Startups auf den Weg bringt. Zu den Firmen, die bei Rocket groß geworden sind, gehört auch der Modehändler Zalando.

Von

dpa

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