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12.01.2007

07:04 Uhr

Investoren-Aufmarsch

Wyser-Pratte steigt bei Balda ein

VonSönke Iwersen und Jens Koenen

Der umstrittene US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte hat ein Aktienpaket des deutschen Handyzulieferers Balda erworben. Wie er dem Handelsblatt bestätigte, hält er inzwischen mehr als 5 Prozent an dem SDax-Wert. Und er ist nicht der einzige, der Interesse an dem angeschlagenen Unternehmen zeigt.

Produktion bei der Balda AG. Der Handy-Ausrüster hat den Verkauf von drei Werken mit insgesamt 1 000 Mitarbeitern angekündigt (Archivbild). dpa

Produktion bei der Balda AG. Der Handy-Ausrüster hat den Verkauf von drei Werken mit insgesamt 1 000 Mitarbeitern angekündigt (Archivbild).

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Die guten Nachrichten für die Aktionäre des lange Zeit gebeutelten Handy-Zulieferers Balda reißen in diesen Tagen nicht ab: Bereits Mittwoch wurde bekannt, dass das Unternehmen aus Ostwestfalen die berührungsempfindlichen Bildschirme (Touch-Screens) für das neue iPhone von Apple liefern wird, was der Balda-Aktie einen Schub von 17 Prozent verliehen hat. Weitere Kurszuwächse dürften dem Papier der Einstieg eines aggressiven Investors bescheren.

Am Donnerstag bestätigte der US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte dem Handelsblatt, dass er 5,39 Prozent an Balda hält. Marktbeobachter sehen dies als hervorragendes Zeichen. „Balda hat im letzten Jahr nur enttäuscht“, sagt Tobias Loskamp, Analyst der BHF-Bank. „Aber Wyser-Pratte ist ein sehr erfahrener Investor mit einem sehr guten Riecher. Wir sehen in der Aktie noch ein deutliches Potenzial.“

Wyser-Pratte ist im deutschen Mittelstand gut bekannt. Bei dem Karlsruher Anlagenhersteller IWKA ließ er seit seinem Einstieg 2003 kaum einen Stein auf dem anderen. Er stieg bei rund zehn Euro ein, heute liegt der Kurs fast 90 Prozent höher. Beim sauerländischen Bahntechnikhersteller Vossloh machte er 2006 innerhalb von drei Monaten 50 Prozent Gewinn. Weniger Glück hatte Wyser-Pratte in den letzten Jahren mit seinen Engagements bei Babcock und Mobilcom. Sein oft rabiates Vorgehen hat viele Kritiker. Obwohl der Investor meist nur mit kleinen Anteilen von drei bis fünf Prozent einsteigt, gelingt es ihm, mit Hilfe von Verbündeten großen Druck auf das Management auszuüben.

Der Balda-Konzern, der 2007 einen Umsatz von 650 bis 700 Mill. Euro und einen Vorsteuergewinn von 50 bis 55 Mill. Euro anpeilt, ist seit Monaten im Visier von Hedge-Fonds. So besitzt Cycladic Capital 8,5 Prozent des Kapitals und hatte vor einigen Wochen Einblick in die Bücher verlangt. Auch der bekannte Investor Florian Homm ist engagiert.

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