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21.09.2012

07:47 Uhr

iPhone 5 im Verkauf

Run auf Apples Gewinnmaschine gestartet

VonJoachim Hofer, Jens Koenen

Apple schafft es mit seinem neuen iPhone, trotz hoher Produktionskosten, auf eine atemberaubende Gewinnmarge. Eines der Geheimnisse: Der Preis für das Smartphone bleibt auch Monate nach dem Verkaufsstart stabil.

Lange Schlangen vor den Apple-Stores

Video: Lange Schlangen vor den Apple-Stores

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München, FrankfurtDie Zahlen haben es in sich: 849 Dollar verlangt Apple für das Topmodell des neuen iPhones 5. Werden die Produktionskosten von 238 Dollar abgezogen, bleibt eine Rohertragsmarge von 72 Prozent. Ein atemberaubender Wert. Der IT-Riese Hewlett-Packard etwa kommt nur auf 23 Prozent. Der Marktforscher Isuppli hat das neueste Smartphone-Modell von Apple unter die Lupe genommen. Ergebnis: Es ist in der Fertigung zwar das teuerste seit drei Jahren. Aber das iPhone bleibt eine Gewinnmaschine für Apple.

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Akribisch hat Isuppli die Kostenblöcke aufgelistet. Das teuerste Bauteil ist das Display samt dem berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen). Apple nutzt für das neue Gerät erstmals die sogenannte In-Cell-Technologie. Dabei ist die Touch-Oberfläche in die Glasschicht eingebaut. Nur deshalb kann das neue iPhone dünner als seine Vorgänger sein. Das Modul kostet 44 Dollar, beim iPhone 4S waren es noch 37 Dollar.

Wer den Markt der Smartphones regiert

Apple

Platz 1: Mit einem Marktanteil von 18,4 Prozent führte Apple im zweiten Quartal des Jahres den Smartphone-Markt an. Insgesamt 20, 34 Millionen Smartphones lieferte der Hersteller in diesem Zeitraum an den weltweiten Handel. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von über neun Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr konnte Apple damit sogar eine Steigerung von über 140 Prozent erzielen.

Samsung

Platz 2: Direkt hinter Apple reiht sich der südkoreanische Rivale Samsung mit einem Marktanteil von 17,8 Prozent ein. Insgesamt 19,6 Millionen Smartphones brachten die Koreaner im zweiten Quartal in den weltweiten Handel. Damit hat sich der Hersteller selbst übertroffen: Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von fast 56 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar eine 600-prozentige Steigerung.

Nokia

Platz 3: Mit einem Marktanteil von 15,1 Prozent hat es Nokia trotz der Verluste bei den Smartphones im zweiten Quartal noch unter die drei Besten geschafft. 16,7 Millionen Modelle lieferte der Hersteller aus - das sind 31 Prozent weniger als noch im ersten Quartal.

RIM

Platz 4: Ebenfalls Verluste machte RIM im zweiten Quartal des Jahres. Mit 13,2 Millionen ausgelieferten Smartphones erreichte der Hersteller einen Marktanteil von 12 Prozent, musste im Vergleich zum Quartal zuvor aber einen Rückgang von fast 11 Prozent in Kauf nehmen.

HTC

Platz 5: Der Marktanteil der HTC-Smartphones lag im zweiten Quartal bei 10,8 Prozent. Insgesamt fast 12 Millionen Modelle brachte der Hersteller in den Handel und steigerte damit sein Ergebnis aus dem Quartal zuvor um fast 25 Prozent.

Motorola

Platz 6: Motorola-Smartphones erreichten im zweiten Quartal einen Marktanteil von 4 Prozent. 4,4 Millionen Modelle brachte der Hersteller in diesem Zeitraum in den weltweiten Handel und steigerte sein Ergebnis aus dem ersten Quartal damit um mehr als sieben Prozent.

Sharp

Platz 7: Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat mit 1,48 Millionen ausgelieferten Smartphones im zweiten Quartal einen Marktanteil von 6,8 Prozent erreicht. Im Vergleich zum ersten Quartal konnte der Konzern sein Ergebnis um 1,3 Prozent steigern.

Andere

Unter ferner liefen: Alle anderen, weniger nennenswerten Hersteller machten im zweiten Quartal mit rund 22,7 Millionen ausgelieferten Smartphones zusammengenommen einen Marktanteil von 20,6 Prozent aus. Im Vergleich zum Quartal zuvor entspricht das einer Steigerung von fast 31 Prozent. Betrachtet man den gesamten Markt, so wurden im zweiten Quartal weltweit über 1,1 Milliarden Smartphones der verschiedenen Hersteller ausgeliefert. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von 7,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist es sogar eine Steigerung um rund 82 Prozent.

Mit 37 Dollar schlägt zudem die neue Funkeinheit zu Buche. Das neue iPhone unterstützt erstmals den neuen und schnellen Mobilstandard LTE auch jenseits der US-Grenzen - allerdings nur im Frequenzband 1800 MHz, das in Deutschland ausschließlich von der Deutschen Telekom genutzt wird. Der Tablet-Rechner iPad konnte das noch nicht. Apple baut deshalb den entsprechenden Chip von Qualcomm ein.

Unter dem Strich ergeben sich beim teuersten Gerät mit einem Speicher von 65 Gigabyte Materialkosten von 230 Dollar. Hinzu kommt die Montage, die Isuppli mit acht Dollar veranschlagt. Beim billigsten Modell mit 16 Gigabyte sind es 199 Dollar für Material, der Zusammenbau kostet ebenfalls acht Dollar. Die Zahlen zeigen, dass Apple vor allem bei den Topmodellen beim Preis kräftig hinlangt. Diese Preisgestaltung sorgt immer wieder für Kritik, weil die Verkaufspreise der Topmodelle nicht durch entsprechend höhere Materialkosten zu rechtfertigen sind.

Das iPhone 5 bei der Produktvorstellung in San Francisco. Reuters

Das iPhone 5 bei der Produktvorstellung in San Francisco.

Doch Apple schweigt zu diesem Vorwurf. Auch zu den von Isuppli aufgeführten Kosten will das Unternehmen nichts sagen. Lediglich Apples Finanzchef Peter Oppenheimer hatte vor längerer Zeit die Zahlen der Marktforscher in einer Investorenkonferenz angezweifelt, ohne allerdings eigene zu nennen. Zudem umfasst die Kalkulation von Isuppli auch die Kosten für Forschung und Entwicklung sowie das Marketing nicht.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

21.09.2012, 08:08 Uhr

Eine Frage, warum soll ich mir denn das neue iPhone5 kaufen? Für den Preis bekommt man (rein theoretisch) 1 Aktie von Apple. Und ich bin seit Jahren glücklicher Apple Aktionär; meine Erstkäufe (zwischen 50 - 70 €) waren zu dem Zeitpunkt als der MP-3 Hype mit den iPod auch Deutschland erreichte und Steve (R.I.P.) wohl noch gar nicht an Handys gedacht hatte. Hab mir iPhone`s immer nur für 1 € bei Vertragsverlängerung (TMO) gekauft. Seit dem 2er, aufs 3er, Danach aufs 3GS und nächstes Jahr, wenn mein Vertrag wieder zur Verlängerung ansteht, grade ich eben up aufs 4er oder 4S (wenn es das dann für 1 € angeboten wird). Ich müsste doch bekloppt sein, für 500 € und mehr mir ein Handy zu kaufen und meine Kohle so zum Fenster rauszuschmeißen.

Kauft ihr mal alle schön das iPhone5-8. Ich freue mich dann wenn der Apple Kurs bei 1.000 $ ist, und ich mir von dem Gewinn (1500 Stk. mit EK 224,41 €), eine Finca auf Mallorca oder eine 2.Immobilie in Nizza kaufen kann.

Gast

21.09.2012, 08:21 Uhr

Finca und Zweitimmobilie für gut eine Mio?
Das ist ja fast so ein gutes Geschäft wie das mit den
Appleaktien!

Account gelöscht!

21.09.2012, 09:53 Uhr

Tja, das funktioniert zum einen nur dann, wenn Sie der überwiegend Einzige bleiben, der sich entgegen der Masse der Verbraucher so verhält. Auch nur dann wird Ihre Erwartung des kontinuierlich steigenden Aktienpreises möglicherweise Wahrheit werden. Vielleicht sind dann aber auch keine Immobilien zu Ihren Wunschpreisen und -lagen mehr erhältlich...
Auch scheinen Sie davon auszugehen, daß Ihr Mobilfunkanbieter Ihnen die Geräte "schenkt". Dem ist eher nicht so. Ich selbst nutze zu sehr günstigen Preisen nach Modellwechsel eher gute Gebrauchtgeräte, wobei ich nicht den Anspruch erhebe, jede technische Novelle sofort mein Eigen nennen zu müssen. Die realistischen Preise bewegen sich da so im Spektrum zwischen 150 und 250 Euro, je nach Kapazität und Modell des iPhones. 500-700 Euro ohne erforderliches Neuzubehör erscheinen mir auch etwas zu teuer, obwohl ich mir das leisten könnte...

Good luck! ;-)

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