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08.09.2016

06:08 Uhr

iPhone 7

Der Apple-Effekt

VonBritta Weddeling

iPhone 7, iPhone 7 Plus und eine neue Apple Watch: Apple stellt solide Weiterentwicklungen bestehender Geräte vor. Doch nichts davon wird die aktuellen Verluste des iPhones auffangen können. Eine Analyse.

Tim Cook präsentiert

Das sind die Neuheiten des iPhone 7

Tim Cook präsentiert: Das sind die Neuheiten beim iPhone 7

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San FranciscoEs ist eine Wirkung, wie sie nur Apple erzeugen kann. Erst sitzt der Zuschauer vor der dunklen Bühne im Bill Graham Civic Auditorium in San Francisco, zu der er mit hunderten anderen Teilnehmern gestürmt war. Er lauscht wohlwollend und zwangläufig angesteckt von der kribbeligen Aufregung den Rap-Beats, schaut sich poppige Videos über die neuen Produkte an, die Apple für ihn vorbereitet hat. Und dann, nach dem zweistündigen Geräte-Feuerwerk, steht der Zuschauer wieder draußen vor der Tür und fragt sich ernüchtert: War da was?

Klar, viele Informationen rund um iPhone 7, iPhone 7 Plus, die AirPods oder die neue Apple Watch waren bereits im Vorfeld durchs Netz gegeistert. Doch die neuen Features sind doch eher übersichtlich. Die bohrende Frage, wie Apple die schrumpfenden iPhone-Verkäufe kompensieren will, beantworten sie jedenfalls nicht.

Apples iPhone: Vom Pionier zum Kassenschlager

Das erste iPhone

Für das Jahr 2007 waren der große Touchscreen ganz ohne Tastatur und die Bedienung per Finger ein radikales Konzept, das die Smartphone-Revolution entscheidend anschob. Dabei verzichtete Apple bei der ersten Version sogar auf den schnellen UMTS-Datenfunk.

iPhone 3G

Ein iPhone 2 gab es nie – stattdessen kam im Sommer 2008 das iPhone 3G, was auf die Unterstützung des 3G-Standards UMTS hinwies. Das Aluminium-Gehäuse wurde durch eine Plastik-Schale ersetzt. Mit dem App Store öffnete Apple die Plattform für Programme verschiedener Entwickler.

iPhone 3GS

Mit dem Modell des Jahres 2009 führte Apple sein „Tick-Tock“-Prinzip ein, bei dem die iPhones alle zwei Jahre radikal erneuert werden und es zwischendurch ein „S“-Modell im unveränderten Design, aber mit aufgerüstetem Innenleben gibt. Das 3GS bekam eine bessere Kamera und einen schnelleren Chip.

iPhone 4

Das letzte Modell, das Gründer Steve Jobs noch selbst vorstellte. Das kantige Design des iPhone 4 mit einer gläsernen Rückwand war 2010 aufsehenerregend, zugleich häuften sich zunächst Berichte über Empfangsprobleme mit der Antenne am Außenrand.

iPhone 4S

Apple ließ sich 15 Monate Zeit bis Oktober 2011 mit einer Aktualisierung. Zu den Neuerungen gehörte neben technischen Verbesserungen die Sprachassistentin Siri.

iPhone 5

Während die Smartphones der Wettbewerber immer größer wurden, erweiterte Apple 2012 zunächst vorsichtig die Bildschirm-Diagonale von 3,5 auf 4 Zoll. Zugleich wurde das Gerät deutlich dünner gemacht und bekam wieder eine Aluminium-Hülle.

iPhone 5S

Die wichtigste Neuerung im Herbst 2013 war der Fingerabdruck-Sensor zum Entsperren der Telefone. Zudem entwickelte Apple unter anderem die Kamera weiter.

iPhone 6

Erstmals entschied sich Apple 2014 für zwei neue Modelle mit deutlich größeren Bildschirmen mit Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll. Der Schritt löste einen Absatzsprung aus, Apple kam monatelang der Nachfrage nicht hinterher. Die Geräte wurden abermals dünner.

iPhone 6S

Gleiches Gehäuse, bessere Technik – das reichte im Weihnachtsquartal 2015 knapp für den nächsten Absatzrekord von knapp 74,8 Millionen verkauften iPhones.

iPhone 7

Zum ersten Mal geht Apple ins dritte Jahr mit einem weitgehend unveränderten äußeren Design. Doch der Großkonzern verzichtete unter anderem auf die klassische Ohrhörer-Buchse zugunsten des digitalen „Lightning“-Anschlusses.

iPhone 7, iPhone 7 Plus und die Apple Watch Series 2 kommen in neuen Farben und sind jetzt wasserfest, was besonders Sportler begeistern soll.

Bei den iPhones wurde die Kamera aufgerüstet. Der neue A10 Fusion Chip verarbeitet Bilder schneller und soll Akkulaufzeit sparen. Die 12-Megapixel-Kamera stabilisiert Aufnahmen und liefert künftig mehr Tiefenschärfe. Die neuen kabellosen AirPods ersetzen die derzeitigen Kopfhörer. Die neue Apple Watch sieht im Grunde aus wie ihr Vorgänger, hat aber nun GPS eingebaut.

All diese Funktionen sind nicht bahnbrechend, sondern logische Weiterentwicklungen bestehender Features. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass der Konzern die ganz großen Raketen für den zehnten Geburtstag des iPhones im kommenden Jahr aufspart. Und dennoch: Für Apple, das wie kein anderes Unternehmen dafür steht, sich mit neuen Geräten stets selbst zu kannibalisieren, waren die Produktvorstellungen am Mittwoch doch ein bisschen wenig.

Zumal dieser gut gelaunte Tim Cook da auf der Bühne massiv unter Druck steht. Sein Konzern ist abhängig vom iPhone, mit denen er nun fast zwei Drittel seiner Umsätze erwirtschaftet. Die Strategie hat die Firma in ungeahnte Höhen katapultiert. Der Konzern, wertvollstes Unternehmen der Welt, hat inzwischen eine Milliarde seiner Smartphones verkauft und Technologie-Geschichte geschrieben.

Kommentare (7)

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Herr Michael Müller

08.09.2016, 09:00 Uhr

Mir hat es gefallen und ich kaufe ein neues iPhone und eine neue iWatch! Die Neuigkeiten sind doch klasse. Was erwarten manche Kritiker? Letztendlich sind es geniale High-Tech-Geräte. Wer sagt, dass man diese nicht braucht, dürfte sich auch kein Auto oder Fernseher mit Extras kaufen. Sei`s drum. Ich freue mich auf die neuen Geräte und die genial einfache Installation mit Übertragung der bestehenden Daten und Anwendungen vom "alten" auf das "neue" Gerät.

Herr Percy Stuart

08.09.2016, 09:04 Uhr

Ich verstehe sowieso diesen ganzen Hype um dieses Unternehmen und seine Produkte nicht. Ist es nicht eher so das Apple ein Lebensgefühl verkauft und den Herdentrieb der technikaffinen Kundschaft befriedigt? Mn kauft Apple Produkte um dazuzugehören, zu der hippen Sekte. Aber hat das wirklich etwas mit gesunden Menschenverstand zu tun? Apple hat es durch ein geniales Marketingkonzept blendend verstanden, seine überteuerten Produkte an den Mann und die Frau zu bringen. Die Apple Konkurrenz bietet soviel an technischer Mehrleistung, zu vergleichsweise noch bezahlbaren Preisen, weshalb man die Produkte mit dem Apfel eigentlich nur wegen dem Lifestyle kauft. Samsung Mobiltelefone und Microsoft Win 10 sind eben nicht mehr schlechter, wie das so oft propagiert wurde und weiterhin wird. Auf Seiten der Hardware bekomme ich für mein Geld bedeutend mehr Leistung, als wenn ich ein sicher schön gestyltes Apple-Produkt nachfrage. Hinzu kommt noch, dass mir Apple vorschreibt, welche Software und Apps ich zu nutzen habe, man schottet sich sozusagen gegen andere ab. Gilt auch für itunes und den eigenen Apple-Dateiformaten. Warum sollte ich mir z. Bsp. einen iPod Shuffle kaufen, der kaum Speicherplatz für Musik bietet, dazu noch nicht einmal frei Auswahl von Musik ermöglicht, wenn ich für weniger Geld einen Sansa Clip Zip bekomme, der alles das bietet, was dem iPod fehlt? Das kann man auf fast alle Produktvergleiche beziehen. Das einzige wo Apple besser ist als die Konkurrenz ist beim Design, was aber auch wieder eine persönliche und individelle Geschmacksfrage ist. Kenne einige Leute, die komplett auf Apple umgestiegen sind, aber deshalb nicht plötzlich in Euphorie ausbrachen, sondern eben auch nur damit im Internet surfen, mal ein paar Fotos bearbeiten oder einen Brief schreiben. Also warum sollte ich dafür soviel Geld ausgeben, wenn ich das Anforderungsprofil auch für viel weniger Geld abdecken kann? Ich denke der Apple Erfolg basiert auf deren Marketingkonzept, ist wei bei Nike!

Herr Percy Stuart

08.09.2016, 09:10 Uhr

Oder Brooks Laufschuhen. Habe mich gerade gestern im Sportartikelfachhandel nach einem neuen Laufschuh umgesehen. Wenn man dann sieht, was für eine Qualität man von Nike und auch anderen Herstellern für 100 Euro angeboten bekommt, kann man die Kauflust daran schon verlieren. Der Schuh hatte schätzungsweise einen Materialwert von 10 Euro, ein bißchen Kunststoffschaum bei der Sohle, dazu noch Stoffmaterial beim Schuh und natürlich Made in China. Die Profitspanne muss immens sein für die Sportartikelhersteller. 2 Paar Laufhosen, 2 Paar Laufschuhe zum Wechseln, 2 T-Shirts und eine Laufjacke kosten heute dann zwischen 350 - 400 Euro. Was dann im Gegenzug an Material- und Verarbeitungsqualität geboten wird ist ehrlich gesagt eine Frechheit. Das ärgert mich, weshalb ich auch den Laden ohne Kauf wieder verlassen habe.

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